Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Laufzeiten-Debatte

Gabriel wettert gegen Atompolitik

30.08.2010 | 10:09 Uhr

Berlin.SPD-Chef Sigmar Gabriel droht der Bundesregierung wegen der geplanten Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke mit einer Verfassungsklage. Kanzlerin Merkel verkaufe die Sicherheit der Bevölkerung, wettert er.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat nach Bekanntwerden der Atomkraft-Pläne der Bundesregierung mit dem Gang nach Karlsruhe gedroht. Falls der Bundesrat bei der Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung umgangen werde, „dann werden wir vor das Bundesverfassungsgericht ziehen“, sagte Gabriel am Montag im Bayerischen Rundfunk. Er warnte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) davor, die Länderkammer nicht zu beteiligen. „Die Länder müssen die Sicherheit kontrollieren, der Bundesumweltminister hat die Oberaufsicht. Frau Merkel interessiert das alles gar nicht“, sagte Gabriel. Das sei „Politik nach Gutsherrenart“.

Merkels Festlegung zeige, dass es „nicht um ein zukunftsfähiges Energiekonzept, sondern um knallharte Lobbypolitik für die Atomkonzerne“ gehe, erklärte Gabriel am Sonntag in einer Mitteilung. „Indem sie alte Atomkraftwerke um fast die Hälfte länger laufen lassen will, verkauft sie die Sicherheit der Bevölkerung.“

„Jedem ein Stück weit entgegenkommen“

Der energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß (CDU), sagte dagegen dem SWR, er halte einen Verlängerung der Laufzeiten um bis zu 15 Jahre für „sinnvoll“. Mit einem Zeitkorridor von zehn bis 15 Jahren könne die CDU in der innerparteilichen Debatte über dieses Thema „jedem ein Stück weit entgegenkommen“. Er verwies darauf, dass es neben dem Votum von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) für relativ kurze Laufzeiten in der Union auch Stimmen für eine Verlängerung von 25 bis 28 Jahren gebe. Auf eine genaue Jahreszahl wollte sich Bareiß nicht festlegen. Sowohl zehn als auch 15 Jahre seien „realistisch“.

Merkel hatte am Sonntag nach der Vorlage eines Expertengutachtens gesagt, sie halte eine Laufzeit-Verlängerung um zehn bis 15 Jahre für „fachlich vernünftig“. Das Gutachten habe ergeben, dass eine Verlängerung im zweistelligen Bereich notwendig sei. Hier seien die besten Ergebnisse bei Versorgungssicherheit, Strompreis und CO2-Verringerung zu erwarten. (afp/rtr)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
07.09.2010
17:41
Gabriel wettert gegen Atompolitik
von Toni Lechner | #22

Strom muss bezahlbar bleiben.

Die Kosten im Endlager ASSE und die Zahlungen an die BUNDESREGIERUNG sind zu hoch
um über den Strompreis auf den Bürger umgewälzt zu werden.

Die CDU/CSU haben kein Energiekonzept,
da die Endlagerungsfrage nie versucht wurde zu lösen.

Das einzige worum sich die CDU kümmert ist
die Verlagerung von großen Geldsummen...

Eine Geldbewegung vom Bürger zum StromMonopolisten.

Gruß
Toni Lechner

30.08.2010
18:52
Gabriel wettert gegen Atompolitik
von Deutschland AG | #21

.

@12: wozu, wohnt jeder Fleischesser auch im Schlachthof...?

Wohnst Du direkt neben einem Windrad oder Biomassekraftwerk?

.

30.08.2010
18:41
Gabriel wettert gegen Atompolitik
von Deutschland AG | #20

.

@11: Es wurde ein Vertrag zw. einer inzwischen (zum Glück) abgewählten Bundesregierung und den Energieversorgern getroffen.

Wenn aber zwischen den jetzt in der Verantwortung stehenden Personen ein neuer Konsens gefunden wurde, sollte der auch vertraglich fixiert werden. Quasi wird nur der bestehende Vertrag geändert.

Der Ausstieg kommt - halt nur etwas später...

All die grünen Wähler können ja mal den Taxi-Joschka anrufen, der jetzt für RWE unterwegs ist und sicherlich ganz nett bezahlt wird...
.

30.08.2010
16:39
Gabriel wettert gegen Atompolitik
von schmidtverein | #19

#17:
Sie haben Recht, jedoch finde ich es unerträglich, dass die Merkelregierung, die sich christlich nennt, rechtswirksame Verträge einseitig aufkündigt. Vertrag ist Vertrag. Und wenn in den Verträgen Laufzeitbeendigungen stehen, müssen sie eingehalten werden. Die andern Atomkraftwerke sind dann verhandlungsfähig. Die alten müssen weg. Die Wähler werden sehr genau aufpassen, auch wenn alle Parteien verlogen sind.

30.08.2010
15:47
Gabriel wettert gegen Atompolitik
von Thomas Wohlzufrieden | #18

Da sich die sogenannte sPD nach wie vor gegen eine Verstaatlichung der Energieindustrie ausspricht, hat sie sich seit Gas-Gerd und Atom-Clement nicht verändert. Das Gerede des Pop-Beauftragten Gabriel ist nicht als heiße Luft.

30.08.2010
15:02
Gabriel geißelt Merkel als Atom-Lobbyistin
von 840 | #17

Gabriel,Nahles und Co,sind alles Schaumschläger. Von denen hat noch keiner irgend etwas vernünftiges zustande gebracht. In der Opposition kann man ja getrost grosse Töne spucken. Wenn dann die nächsten Wahlen sind und die dann tatsächlich gewählt werden,leiden gerade diese Parteigenossen an akuter Alzheimer.
Ich denke nur daran als Schröder den dicken Onkel aus Oggersheim abgelöst hat. Alle haben geglaubt jetzt wird wieder etwas fürs Volk getan.
HaHaHa, na klar haben sie was gegen das Volk getan. HartzIV .Rente mit 67 ,und vieles mehr.

30.08.2010
14:19
Gabriel geißelt Merkel als Atom-Lobbyistin
von r.kant | #16

Wer glaubt denn noch dem dicken Gabriel?

Er ist doch wohl einer der unglaubwürdigsten Politiker in Deutschland.

30.08.2010
14:05
Gabriel wettert gegen Atompolitik
von stefan117 | #15

#13:
Willst Du einen Lutscher???

30.08.2010
13:58
Gabriel wettert gegen Atompolitik
von Nameerforderlich | #14

@Tom009
Derartig dummes Geschwafel kenne ich sonst nur von Kleinkindern, die ihren Willen nicht kriegen.

30.08.2010
13:38
Gabriel geißelt Merkel als Atom-Lobbyistin
von Tom009 | #13

kommt der strom bei euch aus dersteckdoseoder was.

stellt euch doch selber ein windrad in den gartenbaut sonnenkolletoren auf eure dächer.

worauf wartet ihr noch.

ihr wollt doch keinen atomstromkeinen kohlestrom

ja legt los mit euren biokraftwerken.funktioniert euren komposthaufen zu einem biomassenkraftwerk um.

wenn ihr das alles selber gemacht habt unddann genügend strom erzeugt habt das euer kühlschrankeuer herd 24 std laufendann dürft ihr euch wieder hier melden.

also los spuckt in eure hände und legt los.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3624916/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
Papst Benedikt wird 85
Bildgalerie
Kirche
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...