Für Rechtsextremisten wird das Internet immer wichtiger
14.08.2009 | 14:07 Uhr 2009-08-14T14:07:00+0200
Berlin. Die Zahl der unzulässigen rechtsextremen Beiträge in sozialen Netzwerken und Videoplattformen hat sich im letzten Jahr verdoppelt. Das belegt eine Dokumentation von "jugendschutz.net". Video und Musik seien mittlerweile das Propagandainstrument Nummer eins.
Mit bunten Webseiten, griffigen Slogans, cooler Musik und modernen Videos versuchen Rechtsextremisten stärker denn je Jugendliche über das Internet zu ködern. Die Zahl der unzulässigen rechtsextremen Beiträge in sozialen Netzwerken und Videoplattformen verdoppelte sich 2008 im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als 1.500, wie aus einer am Freitag in Berlin veröffentlichten Dokumentation von «jugendschutz.net» hervorgeht. Justizministerin Brigitte Zypries sagte dem Hass im Internet den Kampf an.
«Jugendschutz.net», die Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Der Untersuchung zufolge gibt es auch so viele rechtsextremistische Szene-Webseiten wie nie zuvor: Im August 2009 wurden 1.800 gezählt, nach 1.707 im Jahr 2008 und 1.635 im Jahr 2007. Neonazi-Kameradschaften und NPD sind ebenfalls stark im Netz vertreten: Insgesamt zählten die Jugendschützer 511 Webseiten (Vorjahr: 480).
Erfolgreiche Gegenmaßnahmen
Stefan Glaser von «Jugendschutz.net» sagte: «Für Rechtsextreme sind Videos und Musik inzwischen das Propagandainstrument Nummer eins. Und die Möglichkeiten, die sich durch Web 2.0-Plattformen für die Verbreitung ihrer Hass-Botschaften bieten, sind schier unbegrenzt.»
Besonders tückisch sei, dass der rechtsextreme Kontext oft nicht mehr sofort zu erkennen sei. Viele Hass-Botschaften seien subtil in Video-Clips verpackt. Deren Produktion werde immer professioneller. Besonders im Web 2.0 mit täglich neu hochgeladenen Inhalten bestehe die Gefahr, sehr leicht und schnell, oft nur mit einem Mausklick, mit Hass-Botschaften konfrontiert zu werden.
Immerhin melden die Jugendschützer auch Erfolge: In 80 Prozent aller unzulässigen Fälle seien erfolgreiche Gegenmaßnahmen getroffen worden, sprich die Löschung oder Sperrung der entsprechenden Seiten, sagte Glaser. Er wies darauf hin, dass die meisten der einschlägigen Seiten aber gar nicht strafrechtlich zu verfolgen seien. Wie im Vorjahr seien lediglich 16 Prozent aller gesichteten Angebote unzulässig.
Neonazis gründeten eigene soziale Netzwerke, in denen sie ungehindert gegen Minderheiten hetzen könnten, monierte Glaser. Hier seien die Betreiber dieser Dienste gefordert. Sie müssten weitere Anstrengungen unternehmen, um den Missbrauch ihrer Plattformen und die Verbreitung unzulässiger Inhalte über ihre Dienste zu verhindern.
"Wie Hase und Igel"
Justizministerin Zypries (SPD) sagte, das Ziel der Löschung extremistischer Seiten könne auch künftig nicht im nationalen Alleingang, sondern nur durch internationale Zusammenarbeit erreicht werden. Erfolge bei der Löschung dürften nicht darüber hinwegtäuschen, «dass wie bei Hase und Igel anstelle der gelöschten neue Angebote auftauchen werden. Daher bleiben Aufklärung und Information unverzichtbar.»
Derweil forderte die Deutsche Polizeigewerkschaft in der Debatte über stärkere Kontrollen im Internet mehr Personal. «Wir brauchen 2.000 Cyber-Cops», sagte der Vorsitzende Rainer Wendt der «Berliner Zeitung». (ap)
23:06
Und hier nochmal ein kompetenter Kommentar:
http://www.burks.de/burksblog/2009/08/14/die-bosen-nutzen-das-internet-234tes-update/
18:58
@ Andi Arbeit
Sie haben vollkommen Recht ansetze sind auch hier wieder zu finden.
18:00
Antwort: zu 12
ist doch klar. die zypris ist doch justizministerin.
bei doppelter staatsbürgerschaft für jeden sinkt doch sofort die kriminalstatistik im bereich ausländerkriminalität, ist doch klar.
deutsche kann man doch besser verknacken.
ansonsten bliebe alles beim alten.
man kann sich dann wie es am besten passt
hinter seiner anderen SB verstecken.
17:52
zu#9
genau das ist es.
wir sind so blöd und lassen uns alles bieten.
die zypris will ja schon die deutsche staatsbürgerschaft
an jeden verschleudern.was steckt denn da wohl wieder hinter?
16:26
Braucht man echt eine Studie, um das Wuchern rechten Drecks im Internet zu diagnostizieren? Reicht da nicht ein Blick auf die tägliche Fascho-Kommentarflut auch in diesem Internetportal?
16:26
Passiert nicht, den so blöd sind selbst wir Deutschen nicht ;-)
16:17
der Krampf gegen Rechts. Einfach lächerlich!!!
es würde echt mal gut tun wenn kein Rock (das Merkel) durch Deutschland geht, sondern ein Ruck durch Deutschland geht. Und zwar nach Rechts!!!!
16:10
Wieso, die kann man doch bestens unterwandern und sie merken es nicht einmal ;-)
15:56
Ich habe gehört, dass Rechtsextreme sich vermehrt mit SMS verabreden.
= SMS sofort verbieten
Auch sollen Rechtsextreme vermehrt mit dem ÖPNV zu Demonstrationen fahren
= ÖPNV sofort verbieten
Des weiteren sollen Rechtsextreme die Luft der Atmosphäre atmen.
= sofort die Atmosphäre verbieten
.....
15:33
Meiner Meinung nach ist nicht das Internet das Problem. Einem meiner Kinder wurde einmal, eniem anderen zwei mal das Handy von türkischen jugendlichen abgezockt. Anzeigen bei der Polizei blieben erfolglos. Seitdem höre ich bei den beiden immer öfter rechtsextreme Sprüche. Wenn die Politik sich mit diesem Eifer auch gegen ausländische Kriminelle wenden würde, würde es meiner Meinung nach auch keinen Nachwuchs für rechts geben.