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Für Bofinger gibt es keine Alternative zum Euro

25.09.2012 | 16:40 Uhr

Nur der Euro kann nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger den Wohlstand in Deutschland sichern. Die Rückkehr zur D-Mark würde hingegen im Desaster enden, sagte der Volkswirt am Dienstag bei der Vorstellung seines neuen Buches in Berlin.

Berlin (dapd). Nur der Euro kann nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger den Wohlstand in Deutschland sichern. Die Rückkehr zur D-Mark würde hingegen im Desaster enden, sagte der Volkswirt am Dienstag bei der Vorstellung seines neuen Buches in Berlin. Darin fordert das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung einen raschen Kurswechsel beim Thema Euro. Andernfalls könnten die Euroländer immer weiter in die Rezession rutschen.

Für den Professor der Universität Würzburg gibt es zur Rettung der gemeinsamen Währung keine Alternative. Auch wenn dies mit Risiken und einem gewaltigen Kraftakt verbunden sei. Die Wiedereinführung der D-Mark berge jedoch viel größere Risiken und gleiche dem Aussteigen aus einem Zug bei voller Fahrt. Die schlechteste Lösung ist laut Bofinger aber ein weiteres "Durchwurschteln" wie in den letzten 30 Monaten. Es gehe um alles oder nichts und somit um die grundsätzliche Entscheidung für die D-Mark oder für eine stärkere europäische Integration.

Gemeinsame Bankenaufsicht und europäischer Finanzminister

Einer der ersten Schritte auf dem Weg zu einem stabilen Euro ist laut Bofinger das Ende des "Kaputtsparens" für Länder in der Rezession. "Wir müssen verhindern, dass in Italien und Spanien griechische Verhältnisse entstehen", sagte er. Längerfristig sollen etwa die Trennung von Geld- und Fiskalpolitik, eine gemeinsame Bankenaufsicht sowie ein europäischer Finanzminister für Stabilität sorgen. Dieser soll bei Ländern mit unsolider Fiskalpolitik eingreifen und notfalls dort die Steuern erhöhen können. Stabile Länder wie Deutschland müssten hingegen keine Interventionen aus Brüssel fürchten.

Das Buch des Volkswirts Bofinger trägt den Titel "Zurück zur D-Mark? Deutschland braucht den Euro". Nach Ansicht des ehemaligen CDU-Generalsekretärs Heiner Geißler sei es eine "Pflichtlektüre" etwa für den bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU) und die bayerische Staatskanzlei, wie er bei der Buchpräsentation sagte. Es liefere Antworten auf alle zentralen Fragen rund um die gemeinsame Währung.

dapd

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