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Klimagipfel

Frauen-Power treibt Klimagipfel an

10.12.2010 | 17:28 Uhr

Cancùn. Starke Frauen prägten die Verhandlungen beim Klima-Gipfel in Cancùn. Vor allem die dänische Energieministerin Lykke Friis stahl den Männern die Show.

Wie auch immer man den Ausgang der UN-Klimakonferenz in Cancún in Mexiko bewerten wird – es war ein Politgipfel der außergewöhnlichen Art. Nie zuvor gab es bei dieser Mega-Veranstaltung solch eine Frauen-Power. Starke Frauen prägten die Verhandlungen. Sie saßen an den zentralen Stellen, leiteten die wichtigen Untergruppen und steuerten die zentralen Verhandlungsstränge.

Kennen Sie etwa Lykke ­Friis? Sollten Sie. Die dänische Klima- und Energieministerin ist eine Show. Lykke Friis, Doktor der Politikwissenschaften und bekennender Bayern-Fan, pflegte in Cancún ihre Pressekonferenzen stets mit einem Zitat zu beginnen. Mal wählte sie Albert Einstein, kurze Zeit später Ex-US-Präsident Ronald Reagan. Ihre Botschaft war stets die Gleiche: Nicht lange reden, handeln!

Lykke Friis half Röttgen

Gegen Lykke Friis jedenfalls sahen die meisten männlichen Kollegen in Mexiko alt aus. So auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der ihr bei der gemeinsamen Pressekonferenz anlässlich des Starts eines neuen Klimaschutz-Finanzfonds freiwillig das Reden überließ. Deutsch, englisch, egal. Lykke Friis schmiss den Pressetermin im Alleingang und half Norbert Röttgen nebenbei noch beim Einschalten des Mikrofons.

Die Power von Lykke Friis war nicht der einzige Farbklecks im tristen Grau der Klimapolitik. Patricia Espinosa, Mexikos Außenministerin und Präsidentin der zweiwöchigen Konferenz, er­hielt für die Art und Weise wie sie den Gipfel leitete, Lob und An­erkennung. „Sie macht das hervorragend“, konstatierte Norbert Röttgen zur Halbzeit.

Die Lehre aus dem Flop

Konkret achtete die Konferenz-Chefin akribisch darauf, dass bei den Verhandlungen alle Staaten eingebunden wa­ren, niemand am Katzentisch saß oder fürchten musste, Opfer eines Hinterzimmer-deals zu werden. Eine Lehre aus dem letzten Flop: „In Kopenhagen gab es die Situation, dass die wichtigsten Entscheidungen in einer informellen Runde einiger Staatschefs und Unterhändler fielen. Da haben sich viele Länder ausgeschlossen und übergangen gefühlt“, sagte Espinosa.

Bessere Streitschlichter?

Sind Frauen per se die besseren Streitschlichter? Die Wunderwaffe im zerfahrenen Klimaschacher? „Das kann man so pauschal nicht sagen“, meint Regine Günther, Klimaexpertin der Umweltstiftung WWF Deutschland. „Generell muss eine Frau mit dieser Aufgabe und im Bereich der Klimapolitik eine starke Persönlichkeit und eine hohe Durchsetzungskraft haben.“ Die Fähigkeit, Kompromisse zu finden, sei aber ganz bestimmt nicht typisch weiblich.

Untypisch für die von Männern dominierten Vereinten Nationen: Erstmals ist das UN-Klimasekretariat nun mit einer Frau besetzt. Christiana Figueres, Tochter des früheren Präsidenten von Costa Rica, gilt als gewiefte Diplomatin. Sie beerbte den Niederländer Yvo de Boer, der Anfang des Jahres angesichts des Stillstandes in den Klimaverhandlungen entnervt aufgegeben hatte.

Zwischen den Fronten

In Cancún kehrte Christiana Figueres als Verhandlungsführerin die Scherben zusammen. Sie beschwor bei der Eröffnung des Gipfels die Maya-Göttin Ixchell, die Göttin der Vernunft. Connie Hedegaard, EU-Klimakommissarin und frühere dänische Umweltministerin, vermittelte zwischen den Fronten. Nach dem Fehlschlag in Kopenhagen, bei dem sie selbst als zeitweilige Verhandlungsführerin in der Kritik gestanden hatte, kehrte sie selbstbewusst auf das Parkett der internationalen Klimapolitik zurück.

Starke Frauen? Auf den von Streit geprägten UN-Konferenzen scheinen sie für das zu sorgen, was die Klimaschützer glücklich macht: neue Energien.

Jürgen Polzin


Kommentare
11.12.2010
11:16
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Name von Moderation entfernt | #9

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11.12.2010
10:33
Frauen-Power treibt Klimagipfel an
von vantast | #8

Klar, Frauen sind auch die besseren Chefinnen. In Afrika machen die Frauen die Arbeit, die Männer diskutieren. Frauen haben ein besseres Gefühl dafür, was wichtig ist, und das Klima zu schützen ist enorm wichtig. Sie sind für das Leben, während Männer gern Kriege führen.Ja, ich weiß, aber M.Thatcher war in Wirklichkeit der einzige Mann im Kabinett.

11.12.2010
08:57
Frauen-Power treibt Klimagipfel an
von Sozialer_demokrat | #7

Jahrzehnte wurde die Erde aus Profitgier ausgeplündert- Die Katastrophe im Golf von Mexiko ist bereits vergessen. Die westlichen Industtriestaaten leben auf Kosten unserer Kinder und Enkel. Bisher kann ich nicht erkennen, dass diese Powerfrauen es besser machen.

11.12.2010
00:35
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Name von Moderation entfernt | #6

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10.12.2010
22:10
Frauen-Power treibt Klimagipfel an
von NixusMinimax | #5

Ja ja unsere Klimahysteriker wie sie leiben und leben. Alles nur Lug und Betrug um des lieben Geldes willen. Brot und Spiele, Angst und Endzeit. Als ob irgend jemand auch nur einen Hauch an diesem Makulat Klima verändern könnte. Es soll wärmer werden auf dem Planeten???? Das ich nicht lache....zur Zeit ist es kalt, naß und ungemütlich. Es gab in old Germany schon Winter, wo kaum oder gar kein Schnee gefallen ist. Dann gab es Winter, in denen noch um Ostern herum Schnee geschaufelt wurde. Wer diesen selbsternannten Klimamünchhausen Glauben schenkt, der zahlt auch fünf Euro für einen Liter Diesel an der Tankstelle. Leute wacht auf und laßt euch nichts mehr vormachen. Der Mensch ist zu klein um an diesem Kunstprodukt Klima etwas ändern zu können. Was ist Klima überhaupt??? Na, wer weis das denn??? Antwort???

10.12.2010
21:47
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Name von Moderation entfernt | #4

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10.12.2010
21:18
Frauen-Power treibt Klimagipfel an
von Anunnaki | #3

Denen ist das Klima doch sch..egal,die wollen doch nur schönen Winterurlaub auf Kosten Anderer in Cancun machen.

10.12.2010
20:53
Frauen-Power treibt Klimagipfel an
von Kölner | #2

Den Klimawandel sprüren wir tagtäglich in Deutschland. Vor drei Jahren haben uns die sog. Klimaexperten noch erzählt, es gäbe künftig keinen Schnee mehr wegen der Erderwärmung. Bereits vor zwei Jahren haben wir viel Schnee. Im vergangenen Winter hatten wir mehr Schnee als uns lieb war. In diesem Jahr fängt der Winter bereits mit viel Schnee im November an. Dazu erklären dann die Klimahysteriker, auch das läge am Klimawandel.
Der Mensch kann die Natur nie und nimmer berechnen, weil alles viel zu komplex ist.
In der Erdgeschichte gabe es stets warme und kalte Phasen. Die Klimahysteriker mahen sich leider nicht die Mühe, einmal die Erdgeschichte zu erforschen.
Der ganze Klimaschwindel ist nur ein Grund mehr, um die Bürger anzuzocken.

10.12.2010
18:37
Frauen-Power treibt Klimagipfel an
von Sozialer_demokrat | #1

Ob das ein Gipfel der Umweltvergifterinnen oder der Umweltschützerinnen wird, werden allein die Ergebnisse zeigen.

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