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Foodwatch kritisiert Nestlé wegen Werbung für Kinderlebensmittel

18.04.2012 | 20:09 Uhr

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat dem weltgrößten Lebensmittelkonzern Nestlé Werbung für ungesunde Kinderprodukte vorgeworfen. Nestlé werbe etwa bei Kindern für überzuckerte Frühstücksflocken und verstoße damit gegen eigene Regeln, schrieb Foodwatch in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichen Brief an den Vorstandschef von Nestlé Deutschland.

Berlin (dapd). Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat dem weltgrößten Lebensmittelkonzern Nestlé Werbung für ungesunde Kinderprodukte vorgeworfen. Nestlé werbe etwa bei Kindern für überzuckerte Frühstücksflocken und verstoße damit gegen eigene Regeln, schrieb Foodwatch in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichen Brief an den Vorstandschef von Nestlé Deutschland. Ein Firmensprecher wies die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme als "haltlos" zurück.

Laut Foodwatch missachtet Nestlé Grundsätze, die der Konzern auch auf seiner Website veröffentlicht. Demnach verspricht Nestlé unter anderem, bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren nur für solche Produkte zu werben, "die für die Ernährung dieser Altersgruppe geeignet sind und eine positive Rolle in einer ausgewogenen Ernährung dieser Altersgruppe spielen können". Auch will der Konzern mit seinen Produkten "einen gesunden Lebensstil anregen".

Die Realität bei Nestlé decke sich aber keineswegs mit den postulierten Grundsätzen, erklärte Foodwatch. Die Frühstücksflocken für Kinder bestünden etwa zu mindestens 30 Prozent aus Zucker und seien "kein gesundes Frühstück, sondern Süßigkeiten". Dennoch werbe Nestlé im Kinderprogramm zum Beispiel mit Comicfiguren und Trickfilmen für die Flocken und suggeriere, dass sie gesund seien, weil sie Vollkorn enthielten.

"Gerade als Marktführer, als größter Lebensmittelhersteller der Welt, sollte Nestlé Vorbild sein", schrieb Foodwatch. Die Organisation forderte den Konzern auf, gesündere Lebensmittel anzubieten, nicht mehr für unausgewogene Produkte bei Kindern zu werben sowie Veranstaltungen an Schulen einzustellen.

(Nestlé-Grundsätze: http://url.dapd.de/LB96w6 ;

Foodwatch-Brief: http://url.dapd.de/kUkrfW )

dapd

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