Flugzeug-Passagiere überleben Notlandung in eiskaltem Fluss
16.01.2009 | 11:13 Uhr 2009-01-16T11:13:00+0100
New York. Alle 155 Insassen eines US-Passagierflugzeuges haben am Donnerstag eine unsanfte Notlandung in den Hudson River in New York überlebt. Eine Kollision mit einem Vogelschwarm hatte offenbar beide Triebwerke ausfallen lassen und den Piloten gezwungen, den Airbus A320 in den Fluss zu steuern.
155 Insassen eines US-Passagierflugzeuges haben am Donnerstag eine unsanfte Notlandung in den Hudson River in New York überlebt. Eine Kollision mit einem Vogelschwarm hatte offenbar beide Triebwerke ausfallen lassen und den Piloten kurz nach dem Start dazu gezwungen, den Airbus A320 in den eiskalten Fluss zu steuern.
Airbus schickt Unfallspezialisten nach New York
Nach der spektakulären Notlandung der Airbus-Maschine schickt der europäische Flugzeugbauer Unfallspezialisten vor Ort. Airbus-Techniker sollten den Vorfall untersuchen, erklärte Airbus am Freitag. Sie sollten mit den US-Ermittlern zusammenarbeiten. Das Unternehmen wolle sich vorerst nicht an «wie auch immer gearteten Spekulationen über die Unfallursachen beteiligen».
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, selbst ein erfahrener Pilot, lobte den Flugkapitän der Fluggesellschaft US Airways: «Es sieht so aus, als ob der Pilot mit der Landung im Fluss eine Meisterleistung vollbracht und dann sichergestellt hat, dass alle rauskommen.» Der New Yorker Gouverneur David Patterson sprach von einem «Wunder auf dem Hudson».
Bis zu den Fenstern ins Wasser eingetaucht
Fähren und Boote der Polizei und Küstenwache waren sofort zu dem Flugzeug geeilt, das bei Temperaturen um minus sieben Grad Celsius bis zu den Fenstern in die Fluten eintauchte. Die meisten Passagiere konnten sich über die Notausstiege auf die Tragflächen retten und wurden von den Booten aufgenommen. Ersthelfer behandelten nach Angaben der Rettungsdienste 78 Personen mit meist leichteren Verletzungen. Das Drama spielte sich vor der Kulisse der New Yorker Bürotürme ab.
Ein Sprecher der Fluglotsenvereinigung, Doug Church, sagte, der Pilot habe kurz nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen LaGuardia einen «doppelten Vogelschlag» gemeldet. Bloomberg sagte, er habe mit dem Piloten gesprochen und dem Passagier, der nach eigenen Angaben als letzter aus der Flugzeug geholt worden sei. Einige Passagiere hätten von Tauchern geborgen werden müssen.
«Eine höllisch gute Landung»
Ein Passagier, Jeff Kolodjay, sagte, er habe zwei oder drei Minuten nach dem Start eine Explosion gehört und von seinem Fenster aus gesehen, dass ein Triebwerk brannte. «Der Captain sagte, wir sollten uns auf einen Aufprall vorbereiten, weil wir runter gingen», berichtete er. Alle hätten sich geduckt und gebetet. Das Flugzeug sei ziemlich hart auf dem Wasser aufgeprallt, aber alles sei in Ordnung gewesen. «Es war heftig. Man muss es dem Piloten zugute halten: Er hat eine höllisch gute Landung gemacht.»
Auch Augenzeugen außerhalb des Flugzeugs berichteten, der Pilot habe die Maschine augenscheinlich kontrolliert auf dem Wasser aufgesetzt. US-Airways-Chef Doug Parker bestätigte, dass an Bord des Flugzeugs 150 Passagiere, drei Flugbegleiter und zwei Piloten waren.
Laut Bundespolizei FBI gab es keine Anzeichen für einen Terroranschlag. Auch das Heimatschutzministerium ging nicht von einem Anschlag aus.
Nach Angaben der US-Luftaufsichtsbehörde FAA wurden in den USA zwischen 1990 und 2005 rund 65.000 Zwischenfälle mit Vogelschlag gemeldet - etwa einer auf 10.000 Flüge. «Sie würgen buchstäblich das Triebwerk ab und es fällt aus», sagte ein pensionierter Delat-Airlines-Pilot, Joe Mazzone. Fluglotsen wiesen Piloten regelmäßig auf Vögel in ihrer Flugbahn hin.
Die Maschine mit der Flugnummer 1549 war auf dem Flughafen LaGuardia mit dem Ziel Charlotte in North Carolina gestartet. Die Absturzstelle befand sich in der Nähe der 48. Straße in Manhattan.
Augenzeugenberichte
Beim Mikroblogging-Dienst Twitter berichtet Nutzer jkrums : "Da liegt ein Flugzeug im Hudson. Ich bin auf der Fähre, die die Leute aufsammeln soll. Verrückt!" Sein Foto zeigt aus nächster Nähe, wie einige Passagiere aus der vorderen Flugzeugtür in eine Rettungsfloß steigen. Weitere Passagiere haben sich bereits ins Freie gerettet und stehen auf der Tragfläche des Flugzeugs. Kurz nachdem das Bild auf der Online-Fotocommunity Twitpic veröffentlicht wurde, war diese zeitweise wegen der vielen Zugriffe nicht mehr erreichbar.
Ein anderer Twitter-Nutzer berichtet aus der unmittelbaren Nähe des Absturzortes. "Heilige Sch***, das Flugzeug, das im Hudson gelandet ist, ist direkt vor meinem Bürofenster abgestürzt", schreibt "bslook" . "Ich glaube nicht, dass ich schon mal so nah an einem Unglücksort war", heißt es dort weiter. "Im Netz stand nur "Hudson", also haben wir aus dem Fenster geguckt und da war es." (AP/AFP)
19:23
Der Pilot hat schuld, das es soweit kam
15:54
Eine wirklich interessante Sichtweise.
15:48
Der Helden-Pilot ist 57 Jahre alt. Da kann man doch mal sehen, was wir Arbeitnehmer über 50 alles noch leisten können und über welchen Erfahrungsschätze wir verfügen. Ein Flugkapitän Mitte 30 hätte aus dem Airbus U 96 gemacht. Hallo Arbeitgeber: weg vom Jugendwahn und hin zur Alterserfahrung!
10:56
Hallo aus Canada,
das Thema hat heute die Nachrichten hier gefüllt und während der Live Reportage im TV wurde eigentlich genau das wiedergegeben was in diesem Artikel steht.
Als kleinen Hint an die Skeptiker
Gruß
Onkel Benz
10:45
Ist man wenn man Twitter benutzt eigentlich schon vollständiger Journalist?
Ich finde es doch bedenklich wie oft Möchtegern Reporter zitiert werden.
Die Bild Zeitung hat die Leser Reporter und der Westen Twitter...
09:06
Die Möglichkeit, mit einem Airbus in einen Vogelschwarm zu geraten, ist ungleich höher als der Zufall, im vollbesetzten ICE in einem Tunnel auf eine Schafherde zu treffen.
08:10
Natürlich! Das waren bestimmt abgerichtete Selbstmordtauben mit terroristischer Gesinnung!
07:12
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