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Fluglotsen kämpfen gegen Streikverbot

03.08.2011 | 18:28 Uhr

Essen.   Wenn es nach dem Arbeitsgericht Frankfurt geht, werden die Fluglotsen morgen nicht ihre Arbeit niederlegen. Doch gegen das Streikverbot haben die Fluglotsen jetzt Berufung eingelegt. Für Urlauber bleibt die Situation unklar.

Das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main hat den für Donnerstag angekündigten Streik der Fluglotsen in erster Instanz untersagt. Eine der Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) wertete das Gericht am Mittwoch als rechtswidrig und gab damit dem Antrag auf Einstweilige Verfügung der Arbeitgeberseite statt. Noch am Mittwochabend sollte aber über den Berufungsantrag der Gewerkschaft entschieden werden.

Das Gericht stieß sich an einer Forderung der GdF zur Eingruppierung der Mitarbeiter. Es ging dabei um die Frage, nach welchem Zeitraum ein Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung (DFS) in eine höhere Gehaltsgruppe eingestuft wird, weil er vorübergehend eine eigentlich besser bezahlte Tätigkeiten ausübt. Die GdF wollte diesen Zeitraum verkürzen. Die Arbeitgeberseite argumentierte hingegen, dieser Passus sei Gegenstand des noch gültigen Manteltarifvertrags. Er ist derzeit noch gültig, wegen seiner Bestimmungen darf deshalb nicht gestreikt werden.

Ein Ausstand in dieser Frage sei "ein Verstoß gegen die Friedenspflicht", sagte die Vorsitzende Richterin in der Verhandlung am Arbeitsgericht, Renate Binding-Thiemann. Es sei dabei nicht von Relevanz, ob es sich bei der beanstandeten Forderung um eine eher unbedeutende Nebensächlichkeit im Forderungskatalog der GdF handele. Darauf hatte zuvor der Anwalt der GdF verwiesen und diesen Streitpunkt als "bagatellmäßig" und "klein und unwesentlich im Verhältnis zum Ganzen" bezeichnet.

Berufung ist eingelegt

Unmittelbar nach der Entscheidung des Gerichts kündigte die Gewerkschaft an, in die nächste Instanz zu gehen. "Wir werden Berufung einlegen", sagte GdF-Rechtsvorstand Markus Siebers. Am Mittwochabend ab 21.30 Uhr sollte daher das Landesarbeitsgericht Hessen darüber entscheiden, ob die Beschäftigten der Flugsicherung am Donnerstagmorgen in den Ausstand treten dürfen.

In einer Urabstimmung hatten sich in den vergangenen Wochen fast 96 Prozent der teilnehmenden GdF-Mitglieder für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Am Dienstag hatte die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen. Am Donnerstag zwischen 6 und 12 Uhr sollten die DFS-Beschäftigten in den Ausstand treten. Eine Stunde nach dem Streikaufruf kündigte die DSF an, gerichtlich gegen den Arbeitskampf vorgehen zu wollen.

Zuletzt hatte die GdF in der Tarifauseinandersetzung im April vergangenen Jahres einen Ausstand geplant. Aufgrund der schweren Beeinträchtigungen des Flugverkehrs durch die Vulkanasche aus Island hatte sie damals ihre Vorbereitungen jedoch ausgesetzt. Wenig später legten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ihren Streit bei. (afp)

DerWesten

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Kommentare
04.08.2011
17:27
Arbeitsgericht Frankfurt verbietet Fluglotsenstreik
von haraldas | #21

Wenn es den Lotsen nicht ums Geld sondern um mehr Personal geht dann bin ich auf ihrer Seite.Mehr Personal auch mehr Sicherheit!!!!

03.08.2011
21:40
Fluglotsen kämpfen gegen Streikverbot
von ealinglover | #20

@#18
Das sind nicht die Fluglotsen. Das ist die Vorfeldaufsicht. Auch Marshaller oder Follow Me genannt. Man sollte sich ertmal erkundigen bevor man Mist schreibt.

03.08.2011
21:37
Fluglotsen kämpfen gegen Streikverbot
von chrissi1848 | #19

#16

Nix selber schuld. Mir ist einfach nur klar, das zum Beispiel für Kinderheime, die die Kommune ja als Pflichtaufgabe zu finanzieren haben, kein Geld mehr hineingesteckt wird.
Außerdem nehme ich meinen Beruf ernst. Wie soll ich denn hier streiken??? wenn ich das täte, wäre das so, als wenn in einer Großfamilie mit 11 Kindern, plötzlich Mama und Papa gar nichts mehr machen....also müssen im Streikfall die Kinder (die eh schon traumatisiert genug sind) darunter leiden, dass Mitarbeiter mehr Geld wollen ??? Ich kann das ja mal machen, die Kinder schicke ich für die Dauer des Streikes zu Ihnen...denen können Sie das dann mal in Ruhe (ruhe werden Sie nicht haben) erklären, warum ein Streik wichtiger ist, als z.B.regelmäßige Mahlzeiten für die Kinder.

03.08.2011
21:26
Arbeitsgericht Frankfurt verbietet Fluglotsenstreik
von WATkommichher | #18

Ich hab grad Urlaub, könnte die Fluglotzen vertreten.
Mit gelben Schildern winken mache ich seit meiner Kindheit gerne.
Wo melde ich mich?

03.08.2011
20:25
Arbeitsgericht Frankfurt verbietet Fluglotsenstreik
von NRW1 | #17

Jedem der meckert und die Neiddebatte anzettelt, steht es frei, diesen Job zu machen. Unser OB würde dazu sagen, dass diese Menschen wahrscheinlich schon am Einstellungstest scheitern würden.
Es geht auch nicht darum, ob jemand viel hat oder nicht. Es geht um ein Streikrecht einer Berufsgruppe. Wie sollen sie ihre berechtigten Forderungen durchsetzen, wenn nicht mit Streik? - Und ganz sicher sind auch keine Urlauber mehr in der Luft, wenn die Fluglotsen den Streik beginnen.
Aber bei der eigenen Bequemlichkeit hört das Verständnis für andere heutzutage auf. Und nebenher
@chrissi - du könntest wahrscheinlich auch keine halbe Stunde in dem Job arbeiten
@heraldas - fahren sie doch mit der bahn oder dem eigenen Auto.

03.08.2011
20:14
Arbeitsgericht Frankfurt verbietet Fluglotsenstreik
von meigustu | #16

#13 Bescheidenheit ist eine Tugend, die tausende andere unterbezahlte Berufsgruppen hochhalten und nicht streiken. Selbst schuld !

03.08.2011
20:12
Fluglotsen kämpfen gegen Streikverbot
von EsmeWetterwachs | #15

Gierschlunde...120.000 Jahreseinkommenplus Zulagen und das mit reduzierten Stunden. Mittlerweile dürfte vieles der Aufgaben durch Technik erledigt werden.

Dann bitte wieder verbeamten mit A 12 Gehältern wie vor 20 Jahren. Dann passieren solche Erpressungen nicht. Ein solches Gehalt hat nichtmal ein Dezernent einer Großstadt.

03.08.2011
20:04
Blockierter Kommentar.
von InFlames | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.08.2011
20:03
Fluglotsen kämpfen gegen Streikverbot
von chrissi1848 | #13

Streik hin oder her, es ist einfach unverschämt, das da ne Berufsgruppe streikt, die, so wie ich gelesen habe nur eine 25 Stundenwoche haben, dazu 50 Tage Urlaub und 120.000€ im Jahr verdienen. Tut mir leid, bei solchen Raffkes die den Hals nicht voll genug kriegen, kann ich es nur begrüßen, wenn da ein Streik verboten wird. Also wenn unter oben genannten Konditionen arbeiten dürfte würde ich dem Herrn für mein Glück auf ewig dankbar sein, aber garantiert nicht streiken. Die sollen sich bei dieser Bonzengewerkschaft mal vor Augen halten, wo in diesem Land die durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt, was ein durchschnittliches Gehalt ist und wieviel Tage ein Arbeitnehmer durchschnittlich an Urlaub im Jahr bekommt. Dann werden die nämlich ganz schnell feststellen, das wer bei der Flugsicherung arbeiten darf, ganz klar zu den Besserverdienern gehört. Und die sollen mir jetzt nicht einen von Stress und Verantwortung erzählen. Ich arbeite bei 30 Tagen Jahresurlaub und 39 Stundenwoche für 40.000€ in einem Kinderheim. Und ich wette, das keiner von denen in der Flugsicherung in der Lage ist auch nur einen Monat meinen Job zu machen, gar nicht so sehr vom fachlichen, sondern vom reinen Stress- und Nervenfaktor her gesehen. Und hier macht keiner nen Aufstand oder nen Streik !!!
Liebe Fluglotsen, Bescheidenheit ist eine Tugend, und bevor Ihr auch nur einen Cent mehr Geld bekommt, sind tausende andere unterbezahlte Berufsgruppen mal zuerst dran mit mehr Geld, mehr Urlaub und weniger Arbeitszeit.

03.08.2011
20:02
Arbeitsgericht Frankfurt verbietet Fluglotsenstreik
von EinKnaeuel | #12

Einen Flug ins Ungewisse zu buchen bekommt, Dank deutscher Fluglotsen, eine dreifache Bedeutung...
Ungewiss ob man ankommt, ungewiss, wann man ankommt, ungewiss, ob man pünktlich zurück ist
Wer allerdings auf Abenteuer aus ist, ist gut beraten, auf super last Minute zu setzen.

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