Fans trauern um Robert Enke
11.11.2009 | 11:00 Uhr 2009-11-11T11:00:00+0100
Hannover. Nach dem Selbstmord des Nationaltorwarts Robert Enke auf einer Bahnstrecke bei Hannover herrscht große Trauer. An der Geschäftsstelle von Hannover 96 versammelten sich Fans. Sie legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Die deutsche Fußballwelt reagiert schockiert auf den Tod.
Schweigend und geschockt trauern am Dienstagabend am Bahnhof von Eilvese zwei Dutzend Fans von Hannover 96 um den jäh aus dem Leben gerissenen Nationaltorwart Robert Enke. An ein Geländer haben sie ihre Schals gebunden und davor 30 Kerzen aufgestellt. Ins Gras haben sie ein 96-Trikot mit einer roten Rose darauf gelegt.
Schlange vor dem Kondolenzbuch
Die Nachricht vom Tod des beliebten Sportlers verbreitete sich wie ein Lauffeuer. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover dauert es nicht lange, bis sich die ersten Fans an der Vereins-Geschäftstelle von Hannover 96 am Stadion einfinden. Bedrückend still ist es an der spontan aufgebauten Gedenkstätte, geredet wird kaum. Vor einem Kondolenzbuch reiht sich eine gut 50 Meter lange Menschenschlange.
Rund fünfhundert Meter nördlich des Haltespunktes Neustadt-Eilvese hat sich wenige Stunden zuvor der 32-jährige Nationaltorhüter das Leben genommen. Nach Angaben der hannoverschen Polizei wurde er um 18.25 Uhr von einem aus Bremen kommenden Regionalexpress erfasst. Der 42-jährige Lokführer habe im Scheinwerferlicht des Zuges noch eine Person im Gleis erkannt und eine Notbremsung eingeleitet, sagt Polizeisprecher Stefan Wittke. Doch durch den 1 600-Einwohner-Ort Eilvese fuhr der RE 4427 mit einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Fahrplanmäßig sollte er erst im fünf Kilometer entfernten Neustadt am Rübenberge halten.
"Er war ein Idol"
Etwas abseits von der Geschäftsstelle erzählt ein Fan, welch großes «Idol» und «Vorbild» Robert Enke für ihn und die anderen Fans von Hannover 96 gewesen sei. Enke habe - anders als die meisten anderen Fußballprofis in der Bundesliga - «Gefühle gezeigt», sagt er und meinte dabei vor allem das Jahr 2006: Da war Lara, die Tochter von Robert Enke und seiner Ehefrau Teresa, an einem schweren Herzfehler gestorben. Erst in diesem Frühjahr adoptierte das Paar dann Tochter Leila.
Enkes Tod erschüttert nicht nur die Fans von Hannover 96, sondern die gesamte deutsche Fußballwelt. «Wir sind fassungslos und voller Trauer», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. «Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte», ergänzte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in Bonn, wo sich am Dienstagnachmittag die deutsche Mannschaft getroffen hatte, um sich auf die Testspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste vorzubereiten.
Der achtmalige Nationalspieler Enke war dazu nicht eingeladen worden. Neun Wochen lang hatte der 32-Jährige wegen einer hartnäckigen Magen-Darm-Infektion pausieren müssen und deshalb etliche Bundesliga- und Länderspiele verpasst. In dieser Zeit verlor er seinen sicher geglaubten Stammplatz im Tor der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.
Gefasster Eindruck nach außen
Trotz der privaten und sportlichen Rückschläge machte Enke nach außen stets einen starken Ausdruck. Noch am Dienstagabend hing am Fenster des 96-Fanshops am Stadion ein großes Poster, wo Enke zusammen mit zwei Mitspielern breitbeinig und mit entschlossenem Gesichtsausdruck posiert - die Hände fest in die Hüften gestützt. Doch offenbar erahnten manche Fans, dass er in Wahrheit so gefestigt nicht war. «Er war instabil», sagt ein weiblicher Fan beim Gedenken vor dem Stadion in Hannover. (mit AP/ddp)
16:58
@24
Es ist wirklich nicht so, dass Robert Enke im Endstadium seiner Krankheit eine Wahl gehabt hätte. Zumindest wird er sich kaum noch bewusst gewesen sein, dass er noch ein lebenswertes Leben hat und das Lösungen für seine Situation existieren. Wir reden hier nicht von einem Schulschwänzer, der sich aus Feigheit vor einer Klausur drückt. Wenn man an Depressionen leidet, dann ist man kaum noch in der Lage, das eigene Leben zu bewältigen geschweige denn zu gestalten.
13:40
Mein Mitgefühl gilt allen Freunden, Angehörigen und selbstverständlich seiner Familie.
RIP
13:04
@#2 eisvogel
du hast völlig recht. wer so Selbstmord begeht, hat selbst kein Mitleid und keine Überschrift verdient.
Mitleid steht nur den Helfern und den Angehörigen zu.
Wenn überhaupt Selbstmord, dann nicht auf so eine menschenverachtende Weise.
Aber Hauptsache die Medien haben ihre Schlagzeilen über diesen (Un)Menschen.
[editiert von Moderation]
11:37
http://www.youtube.com/watch?v=is5nf9NtNJ0
10:54
Egal was ihn dazu getrieben haben mag,sich selbst so früh aus dem Leben zu reissen so sollte man diesen Menschen nicht nur als Fußballer und medien presenten Mann sehen sondern auch als Ehemann,Vater und Freund. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner kleinen Tochter die Ihren Vater niemals kennenlernen wird.
10:48
aus jedem kleinen Abschied meinte ich
sry wg. dem Schreibfehler
Im übrigen geht meine Bitte auch an die Gierhälse der Medien
Laßt bitte die Angehörigen in Ruhe und Frieden trauern
und zeigt den Respekt den ich in unserer Medienwelt leider schon viel zu lange vermisse
Danke
10:44
Kein Freund und keiner Deiner Familie würde auf Dir rumtrampeln, wenn Du am Boden liegst.....
doch leidet Deine Seele, blutet Dein Herz , liegt Dein tiefstes Inners zertrümmert am Boden - musst Du trotzdem weiter funktionieren...
Keine Zeit für Dich zur Trauer - es muss ja gleich wieder weitergehen...
ein paar Wochen oder Monate sind genug, auch wenn der erlittene Schmerz Jahre später noch in gleicher Intensität Dein Leben zur Hölle macht und tiefe Trauer in Dir ist
keine Zeit zu leben so wie Du es magst, nur zuviel Zeit- und Termindruck, zuviele Anforderungen, die erfüllt werden wollen - zum Wohle derer die an Deiner Seite stehen
Nein, niemand sieht, wenn Deine Seele weint
Niemand nimmt wahr, wenn Dein Herz schreit
Niemand kann die Trauer in Dir fühlen
- außer Dir!
Du musst perfekt sein! Als Familienmensch aufopfernd, Im Beruf erfolgreich - alles unter Workoholic sind Faulenzer!
Du musst unbedingt gut aussehen!
Dein Gewicht muss dem BMI entsprechen,
wenn nicht dann nimm ab Du fettes Ding!
Du musst immer jemanden von Welt mit ausgezeichneten Fähigkeiten und außerordentlich guten Charakter repräsentieren - im privaten Leben so sein, wie Spitzenmanager und Stars während des Catwalks
Musst Du das denn wirklich ?????
Du sollst nicht Du sein - mit Ecken, Kanten, Fehlern, schlechten Angewohnheiten!
Leistung zählt
Der Mensch ist zweitrangig
Es macht mich auch wütend, wenn ein vermeintlich gesunder Mensch seinem Leben selbst ein Ende setzt
dabei kann ich es jedoch auch so gut verstehen
Diese dunklen, kalten, bedrohlichen Abgründe machen es unglaublich schwer, ein Leben, das nach außen hin so wunderbar geregelt und patent wirkt bis zum natürlichen Ende auszuhalten.
Mein tiefstes Mitgefühl gilt den Menschen, denen er mit seinem Tot so unendlich viel Leid zugefügt hat, seiner Familie, seinen Freunden
ich denke auch gerade an alle, die auch mit der Selbsttötung eines Menschen konfrontiert sind, der ihnen nahe stand.
Viel Kraft und die Möglichkeit Trauern zu können und zu dürfen und dazu zur richtigen Zeit die Zuversicht trotz des Leids irgendwann wieder glücklich sein zu dürfen
Alle die hier große Reden schwingen sollten lernen daran zu denken, dass aus jeder kleinen Abschied von einem Menschen -
ein Abschied für die Ewigkeit werden kann.
10:31
Ich kannte Robert persönlich . Und niemand kann sich hier das Recht rausnehmen über ihn zu urteilen. Sicher hat er diesen Entschluss nicht in 2 Minuten gefasst. Dazu gehört schon ein bisschen mehr. Das er diesen Entschluss gefasst hat ist seine eigene Entscheidung. Ich bin unendlich traurig darüber. aber wenn er für sich entschieden hat das er nicht mehr weiter leben kann, dann haben wir dieses zu respektieren. Niemand kann sich vorstellen wie es ist ein Kind zu verlieren. Jahre mit der Angst zu leben das man ein Todkrankes Kind hat. Warum darf man nicht sagen das es einem schlecht geht, das man alleine nicht mehr ein noch aus weiß.Weil man sich angreifbar macht und die leistungen nicht mehr bringen kann. Plötzlich hat es niemand gewusst und alle hätten helfen wollen. Robert war ein sehr sensilber Mensch, er hat das mit sich selbst ausgemacht. Verdammt noch mal, lasst diesen Menschen doch ihren Freiraum, ihre Persönlichkeit. Lasst sie so leben wie sie wollen. Warum müssen alle rennen und sich Autogramme holen wenn sie einfach mal mit Freunden gemütlich ein Bier trinken wollen. Haben diese Menschen kein Recht auf ein Privatleben. Warum musste der Tod seiner Tochter so in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Hat ein Sportler nicht das Recht in Ruhe zu trauern. Und was ist ??? Die Medien stehen in 3er Reihen vor Teresas Haus um ein Bild der trauerndes Witwe zu bekommen. Hier geht es gleich weiter. Lasst sie endlich in Ruhe.
10:14
Trauert um seinen Tod oder verkneift Euch einen Kommentar. Er war ein großer Sportler und ein sympathischer Mensch. Wenn man sich entschließt, sich umzubringen, denkt man wohl kaum, welche Tötungsart andere Menschen wohl am wenigsten belastet. Man wählt die Art, vor der man am wenigsten Angst hat und die einem am zuverlässigsten erscheint. Also macht dieser armen Seele nicht auch noch Vorwürfe! Robert, Du warst ein Fußballer mit Intelligenz und Charakter - selten genug - und ich wünsche Dir, dass Dich deine Dämonen dort, wo Du nun bist, nicht mehr verfolgen und Du Frieden findest.
09:57
Fussball ist eine reine Nebensächlichkeit, aufgeplustert von den Medien und den Profiteuren. Hier wird einmal mehr zur Gewissheit: Es gibt wichtigeres als diesen Sport. Friedliches Miteinander und ein gesundes, glückliches Leben sind hier als wichtigstes Gut genannt.
Nur ein Beispiel: Vor den Karstadt/Quelle-Fillialen stehen sich tausende Mitarbeiter die Beine in den Bauch, da geht es um etwas!
In Frankfurt geht es derweil schon wieder um Millionen, vermeintliche Investoren stehen schon in den Startlöchern. Der Hype um den Fussball überhaupt nimmt groteske Formen an, dennoch meinen einige Vereinsfunktionäre am Hungertuch zu nagen...
Der Tod Enkes bekommt vielleicht neue Bedeutung und gibt hoffentlich Anstoß zum nachdenken...