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Familientragödie in Ilsede: Leichen der getöteten Kinder freigegeben

18.06.2012 | 12:23 Uhr
Foto: /dapd/Focke Strangmann

Vier Tage nach der Familientragödie im niedersächsischen Ilsede ist die Obduktion der Leichen der vier getöteten Kinder beendet. Noch im Laufe des Montags sollten sie freigegeben werden, sodass die Familie eine Trauerfeier planen könne, sagte Polizeisprecherin Natascha Aust am Montag der dapd. Ein Termin für die Beisetzung steht noch nicht fest.

Ilsede (dapd). Vier Tage nach der Familientragödie im niedersächsischen Ilsede ist die Obduktion der Leichen der vier getöteten Kinder beendet. Noch im Laufe des Montags sollten sie freigegeben werden, sodass die Familie eine Trauerfeier planen könne, sagte Polizeisprecherin Natascha Aust am Montag der dapd. Ein Termin für die Beisetzung steht noch nicht fest.

Der dringend tatverdächtige Vater soll seine zwölfjährige Tochter und ihre neun, sieben und fünf Jahre alten Brüder in der Nacht zu Freitag getötet haben, indem er ihnen mit einem Messer die Kehle durchschnitt. Anschließend reihte er die Körper auf dem Ehebett auf. Den Versuch, sich selbst das Leben zu nehmen, überlebte der 36-Jährige schwer verletzt. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt und schwebte am Montag weiterhin in Lebensgefahr. Motiv für die Tat sollen Beziehungsprobleme gewesen sein.

Verwandte hatten am Donnerstagabend Polizei und Rettungsdienste informiert. In dem Haus der Familie entdeckten die Beamten dann die Leichen der Kinder sowie den schwer verletzten Mann. Die Mutter befand sich zum Tatzeitpunkt im Ausland und hatte von dem 36-Jährigen eine SMS erhalten, in der er seine Tat angekündigt haben soll. Die Frau, die inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt ist, soll der Polizei zufolge im Verlauf dieser Woche vernommen werden.

Die örtlichen Schulen hatten wegen der Geschehnisse ihre Unterrichtspläne für Montag verändert. Sowohl an der Realschule als auch an der Grund- und Hauptschule in Groß Ilsede wurden die Schüler in den ersten Stunden von ihren Klassenlehrern betreut. Man wolle den Kindern "in der Schule Raum geben, offene Fragen zu stellen und ihre Gefühle über diese Extremsituation zum Ausdruck zu bringen", teilte die Realschule in einem Elternbrief mit.

Die Grund- und Hauptschule richtete nach Angaben der Schulleitung zudem ein schulisches Krisenteam ein. Es wurde von Experten der Niedersächsischen Landesschulbehörde unterstützt.

Auch die evangelische Kirche in der Region will in den nächsten Tagen weiter Gelegenheit zum Gedenken und Trauern um die vier getöteten Kinder bieten. "Das bleibt ein Thema bei uns", sagte die Sprecherin des evangelischen Kirchenkreises Peine, Pastorin Marion Schmager, am Montag der dapd. Bereits am Sonntag sei die Gewalttat in vielen Gottesdiensten aufgegriffen und Kerzen entzündet worden. In der St. Nikolai-Kirche in Groß Ilsede hatten sich bereits am Freitagabend rund 170 Anwohner zu einer Andacht versammelt.

Ob die Kirche eine weitere Trauerfeier ausrichtet, ist noch unklar. Eine Entscheidung darüber könne erst nach Absprache mit den Angehörigen erfolgen, sagte Schmager.

dapd

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