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Experten suchen die Dioxin-Quelle

09.01.2011 | 21:13 Uhr
Experten suchen die Dioxin-Quelle

Essen.Im Auftrag der NRW-Landesregierung suchen nun Experten nach der ursprünglichen Quelle der Dioxin-Verunreinigungen im Futtermittel. Gleichzeitig dürfen 3000 der zuvor 4000 gesperrten Höfe die Produktion wieder aufnehmen.

Im Skandal um Dioxin im Tierfutter hat NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) jetzt Toxikologen auf die Spur des Giftes angesetzt. Experten des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes in Münster sollen in einem Gutachten klären, woher die Dioxine stammen. „Wir betreten mit dieser aufwändigen Analyse absolutes Neuland“, sagte ein Ministeriumssprecher dieser Zeitung.

Wie und wo das Gift in die Futterfette kam, gibt den Ermittlern Rätsel auf. Insbesondere der chemische „Fingerabdruck“ der gefundenen Dioxine wirft Fragen auf: „Diese Verbindungen haben die Experten seit vielen Jahren nicht mehr gesehen“, sagte Frank Seidlitz, Sprecher des NRW-Ministeriums.

Kosten und Zeitdauer der Untersuchungen seien noch nicht abzuschätzen. Doch die Ergebnisse der Analysen dürften den Ermittlern der Staatsanwaltschaft wertvolle Hinweise geben. In deren Visier steht die Firma Harles und Jentzsch aus Schleswig-Holstein, von der die giftverseuchten Futterfette stammten.

Weiter Rätsel um Herkunft

An welcher Stelle die Dioxine in die Futtermittelkette gelangten, ist immer noch ein Rätsel. Als unwahrscheinlich gilt, dass die Gifte vom Biodiesel-Hersteller Petrotec stammen, da bei der Produktion des Energieträgers Dioxine eigentlich nicht anfallen. Als mögliche Quelle der Verschmutzung kommt nun altes Frittierfett in Betracht.

Die Folgen des Dioxin-Skandals bedrohen weiterhin die Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe, auch wenn am Wochenende die meisten der 4000 betroffenen Betriebe wieder freigegeben wurden. Niedersachsen ließ 3000 Höfe wieder öffnen, Nordrhein-Westfalen zwölf milcherzeugende Betriebe. 115 Agrarbetriebe in NRW standen am Sonntag noch unter Dioxin-Verdacht.

Am Dienstag soll NRW-Minister Remmel im Bundestag im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über den Dioxin-Skandal berichten. „Es gibt momentan kein Indiz dafür, von einer Entwarnung zu sprechen“, sagte sein Sprecher. Er verwies auf neue Funde von extrem hohen Dioxinwerten in den Fetten der Firma Harles und Jentzsch. Am Wochenende meldeten die Behörden erneut, dass in den Fetten der Dioxin-Grenzwert teils über das 70-fache überschritten worden sei.

Jürgen Polzin

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Kommentare
11.01.2011
04:19
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von Hygieia | #11

Warum werden die landwirtschaftlichen Betriebe eigentlich schon freigegeben, wenn man noch nicht weiss, woher das Dioxin stammt?

Uns warum wird nach 14 Tagen Durchsuchungen und Verprobungen immer noch so getan, als ob nicht gefunden wurde, woher das Dioxin stammt?

Es müssen doch nun genug Proben analysiert worden sein? Was sollen wir Verbraucher nicht wissen?

Müssen wir erst zu Totalverweigerern aller tierischen Produkte werden, damit wir die Wahrheit gesagt bekommen? Nebenbei gesagt: es kann sich auf die Gesundheit ausserordentlich positiv auswirken eine Zeit lang kein Fleisch zu essen und keine Milch zu trinken. Danach will man mit diesen Gewohnheiten gar nicht wieder anfangen.

Abgesehen davon danken es uns die Milchkühe, die jedes Jahr ein Kalb bekommen müssen, das ihnen dann sofort weggenommen und in Plastikiglus mit Fischmehl anstatt Muttermilch gefüttert wird, damit wir Milch trinken können. Wenn das Kalb nicht aufgrund von ekelhaften EU-Prämien über die Grenze geschafft und getötet wird. Früher hiess die Prämie Herodes-Prämie nach einem ausserordentliche brutalen Herrscher, wurde aber nach fünf Jahren widerlichster Tierquälerei abgeschafft.
Wer möchte schon so genau wissen, wie es Kälbern, Kühen und anderen Produktionsmitteln heute ergeht, bevor sie im Minutentakt getötet und im Akkord von spezialisierten Trupps aus dem Ausland zerstückelt werden.

Wenn diese Tiere auch noch ganz legal mit Futtermitteln gefüttert werden dürfen, die Reste aus der Bio-Dieselproduktion enthalten, ist das ein weiterer Grund nie wieder mit dem Fleischessen anzufangen.

10.01.2011
11:26
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von wolkenreiter | #10

Bundesverbraucherschutzministerin Aigner, für Industrie,Handel,und Firmen...ja,nach viel Luft kommt auch der dumme.notwendige u.lästige Verbraucher.Aussage Aigner(SZ)Die Futtermittelwirtschaft müsse nicht nur aktiv zur Aufklärung der Geschehnisse beitragen, sondern konkrete Vorschläge auf den Tisch legen, wie sich solche Fälle in Zukunft vermeiden lassen. Diese Vorschläge werde sie kritisch prüfen. Es muss geklärt werden, wo Lücken sind.
Selten so gelacht.

10.01.2011
10:12
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von wiegemein | #9

Ich fürchte, Nr 5 hat Recht: Die Entsorger entsorgen, indem sie hochbelasteten Müll solange verdünnen, bis er normal abgekippt/verwertet werden kann. Die Entsorgung von Giftmüll ist ein lukratives Geschäft. Sie zu kontrollieren, wäre eine vordringliche Aufgabe!

10.01.2011
07:42
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von Antonietta | #8

Der Dioxin-Skandal zeigt – wir brauchen neben besseren Kontrollen einen grundlegenden Politikwechsel: Weg von Agrarfabriken, hin zur bäuerlichen Landwirtschaft.

10.01.2011
07:38
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von saubär | #7

Im Auftrag der NRW-Landesregierung suchen nun Experten

Unabhängige Experten?

Oder jene die die Entsorgungsbranche nutzt um Gifte so lange zu mit unbelastetem Material, hier Futtermittel, zu mischen bis die Grenzwerte unterschritten werden.

Das was uns Menschen krank macht ist unser krankes System.
Und die Systemhelfer sollen nun die Quelle finden!?

10.01.2011
07:25
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von Rainer N. | #6

Dieser Tage schrieb eine Wissenschaftlerin, dass man vor 10 Jahren und länger gar nicht in der Lage gewesen wäre Dioxin in diesen geringen Mengen nachzuweisen. Ob diese Aussage so richtig ist, mag ich nicht beurteilen. Ich weiß jedoch eins, das Dioxine bei Verbrennungsprozessen entstehen können, in die Umwelt gelangen und sich beispielsweise auch auf den Böden ablagern. Als Quellen kämen Anlagen der Metallindustrie, aus Müllverbrennungsanlagen oder private Kamine in Betracht. Auch wenn in den letzten Jahren, bedingt durch Rauchgasreinigungsanlagen, die Emissionen deutlich abgenommen haben.

„Die illegale Abfallverbrennung im Kamin oder im Garten macht heute den bedeutendsten Anteil der Dioxinemissionen aus. Die wilde Verbrennung von einem Kilogramm Abfall belastet die Umwelt so stark wie die Entsorgung von zehn Tonnen in einer modernen Müllverbrennungsanlage“. (Zitat Wikipedia)

Es ist deshalb kein Geheimnis, dass z.B. Eier aus Hühnerfreilandhaltung mit Dioxin kontaminiert sein können. Aber auch das saftige Gras auf den Weiden oder der Salat aus dem eigenen Garten. Hier sei nur an den Envio-Skandal erinnert.
Geht man jetzt einmal in die Vergangenheit zurück als der Kohlenpott noch zurecht seinen Namen trug, weil z.B. an jeder Ecke ein Fabrikschornstein qualmte, bei der Bahn noch Dampfloks fuhren und obendrein im heimischen Herd alles mögliche verbrannt wurde.
Da gab es noch vielmehr Kleingärtner, von wegen Selbstversorger und so, die zum Teil auch noch Hühner für den Hausgebrauch hielten. Hühner die fleißig im Boden scharrten und alles mögliche aufpickten. Kleingärtner die daneben auch noch ihre Kaninchen hatten oder gar eine Bergmannskuh (Ziege), diese auch ihr Futter, sprich Heu und anderes brauchten. Hinzu kam die Landwirtschaft mit ihren vielfältigen Produkten.
Man wird sich denken können, dass in der damaligen Zeit jede Menge Dioxin in der Umwelt gelandet ist und unsere Nahrungsmittel belastet hat. Nur damals wusste es niemand, weil es noch keine ausgeklügelten bzw. verfeinerten Meßmethoden gab.
Ich will gar nicht wissen, wie hoch und mit was die Eier sonst noch belastet waren, womit das Gemüse gleich von nebenan oder die Milch oder das Fleisch oder oder..
Es ist gut, dass wir heute in der Lage sind Schadstoffe in Lebensmitteln nachzuweisen. Aber daneben wäre mehr Sachlichkeit und Gelassenheit gut, denn Panikmache führt zu nichts und auch nicht wenn tagtäglich über Dioxin berichtet wird. Irgendwann hört niemand mehr hin.

10.01.2011
04:30
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von Meinemal | #5

Nebelkerzenwerfer und Volksverdummer scheinen mal wieder Hochkonjunktur zu haben. Dioxin im Frittenfett ? Absoluter Blödsinn ! Dioxine entstehen bei ca. 800 Grad in Gegenwart einer Chlorquelle und Kupfer als Katalysator. Und das alles im/beim Frittenfett ? Es ist doch klar wie Kloßbrühe, dass irgendein industrieller Entsorger Pflanzenfett genutzt hat, damit seine hohen Entsorgungskosten für dioxinhaltige Reststoffe wegfallen. Nur wer ? Aber da Arbeitsplätze einen höheren Stellenwert haben als die Gesundheit der Bevölkerung, durften wir Normalos wahrscheinlich seit Jahrzehnten diesen industriellen Restmüll lecker ;-) verzehren. Mein Gott, diese raffinöse Gangsterbande aus Politik und Industrie.

10.01.2011
02:42
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von BerndBruns | #4

Dioxine im Frittenfett aus der menschlichen Nahrungskette? WAZ-Redakteure recherchieren Sie!

09.01.2011
22:04
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von apo-andy | #3

Wieso darf Fa. Harles und Jentzsch eigentlich noch produzieren. Ich hätte gedacht, daß die Produktion wenigstens bis zur Klärung der Schweinerei stillgelegt sei. Bei Landwirten, die ja nun garnix dafür können, ist man nicht so gnädig.

09.01.2011
21:58
Experten suchen die Dioxin-Quelle
von KFR | #2

Ich dachte die Quelle sei bekannt und ein bedauerlicher Einzelfall, sodass man nicht weiter informieren und zur Tagesordnung übergehen könne ?

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