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Loveparade

Experte verteidigt Sicherheitskonzept

25.07.2010 | 09:45 Uhr
Experte verteidigt Sicherheitskonzept

Duisburg.Mit Toten und Verletzten fand die Loveparade in Duisburg ein tragisches Ende: Die Ursachenforschung dreht sich vor allem um das Sicherheitskonzept. Panikforscher Schreckenberg verteidigt die Maßnahmen der Veranstalter.

Die Musik dröhnte noch bis nach 23.00 Uhr durch die Straßen von Duisburg. Während Hunderttausende ausgelassen unter freiem Himmel bei der Loveparade feierten, waren 18 Menschen am Rande der Veranstaltung bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. In den umliegenden Krankenhäusern lagen weitere Verletzte im kritischen Zustand und waren Hunderte Verletzte ambulant behandelt worden.

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Laut Teilnehmern war die Lage vor Ort zeitweise grotesk: In einer Zone zwischen zwei Tunneln, die zum Festivalgelände führen, waren Kriminaltechniker hinter Sichtblenden mit der Untersuchung der Leichen beschäftigt, während auf dem Festivalgelände weiter große Party angesagt war. Der Krisenstab der Stadt Duisburg hatte sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Loveparade nicht abzubrechen.

Surreale Szenen

Nach dem Ende der Parade drängte sich durch den Hauptausgang eine gutgelaunte Menge, viele hatten eine Bierflasche in der Hand. Als eine junge Frau beim Verlassen das Festivalgeländes von Reportern auf die Tragödie angesprochen wurde, war sie fassungslos. „Davon haben wir überhaupt nichts mitbekommen“, rief sie völlig entsetzt. Andere waren ebenfalls erschüttert, wollten auf Reporterfragen aber nicht antworten.

Ein Festivalbesucher sagte: „Das war keine Loveparade, hier gab es einfach zu viele Regeln zu beachten.“ Manche hatten über Handy von ihren Verwandten von der Tragödie erfahren.

Schnell wurden Stimmen laut, die angesichts der Tragödie mit 18 Toten das Sicherheitskonzept für die Loveparade kritisierten. „Zu wenig Platz für zu viele Leute“, war von einem jungen Mann über die Loveparade zu hören, zu der nach ersten Schätzungen rund 1,4 Millionen Menschen gekommen waren.

Der Panikforscher Michael Schreckenberg verteidigte derweil das Sicherheitskonzept, an dem er selbst beteiligt war. Der Tunnel, in dem es zur Massenpanik gekommen war, sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte Schreckenberg im WDR-Fernsehen. Nach seinen Aussagen waren im Vorfeld der Loveaparade viele mögliche Notfälle durchgespielt worden. „Es gibt aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten“, meinte er.

Laut Schreckenberg hatten kurz vor dem Unglück mehrere Loveparade-Teilnehmer ein Gitter überrannt und waren eine Treppe hochgelaufen. Dabei seien einige gestürzt. „Im Sicherheitsplan war“, so Schreckenberger, „nicht vorgesehen, dass Menschen von oben herunterfallen.“

Es ist aber geschehen - und mündete in eine Tragödie. Der französische DJ David Guetta - einer der Hauptstars der Loveparade hatte wegen des Unglücks seinen Auftritt abgesagt. „Was heute geschehen ist, ist herzzerreißend und noch nie dagewesen“, schrieb Guetta auf seiner Twitter-Seite. Er rief seine Fans auf, den Heimweg anzutreten und sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Katastrophe vom Samstag wird womöglich das Ende des einst als Berliner Friedensdemonstration begonnenen Raver-Treffens bedeuten.

DerWesten

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Kommentare
08.08.2010
21:08
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von wolfgang klein | #187

Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-

www.loveparade2010doku.wordpress.com

25.07.2010
17:23
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von anders | #186

Ich hoffe bei der geplanten Demo auf viele Teilnehmer am kommenden Samstag vor dem Rathaus in Duisburg!

25.07.2010
17:11
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von DanBe33 | #185

Sehr geehrter Herr Sauerland, Herr Schaller, Herr Rabe und Herr von Schmeling,
mein Respekt und mein Beileid gehört den Hinterbliebenden der Oper der Loveparde 2010 in Duisburg. Weltweit wurde die heutige Pressekonferenz zu den 19 Toten der Loveparade verfolgt. Ihre Erklärungen zu lauschen war ein trauriges Drama. Die Loveparade zwischen eine Autobahn und den Bahngleisen zu sperren mit nur einem Zugang durch einen Tunnel. Nicht die jungen Menschen waren schuld an jener Panik. Sie sind dort lediglich hinein gedrängt worden. Als verantwortliche Veranstalter sollten Sie sich nun auch wie erwachsene Verhalten und die Konsequenzen in vollem Umfang tragen. Ich weiß, dass Sie nicht strafrechtlich für den Tod von 19 Menschen zur Verantwortung zu ziehen sind, aber moralisch sind Sie es für mich. Ich wünsche Ihnen ein beschauliches und ruhiges restliches Leben mit der Erinnerung an den 24.07.2010.

25.07.2010
16:57
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von Christian B. | #184

Das Menschen sich senkrecht aus diesen Hexenkessel befreit haben, ist Folge der schlechten Planung bzw. der schlechten Umsetzung des Planes. Keinesfalls die Ursache für das Unglück.

Was die Ursache war, muss abgeklärt werden: die Planung, die Umsetzung?

Das aber ein Millionenpublikum einzig durch diesen einen Ein- UND Ausgang kommen sollten, ist für jeden Laien höchst fragwürdig.

Die Naivität dann noch ein Gelände zu nehmen, dass allenfalls 300.000 - 400.000 fasst, obwohl vor 2 bzw. 3 Jahren 1,4 Millionen bzw. 1,6 Millionen das Event besucht haben, gibs da noch Worte. Auch ohne die Toten ist das ein ziemlicher Skandal.

Die Loveparade war ein super Veranstaltung, die man organisieren kann, wenn man will, man hätte nur genug Geld und Verantwortung einsetzen müssen. Schade das mit den Menschen auch der Event gestorben ist. Keine Stadt und kein Sponsor wird dieses Fest in absehbarer zeit mehr anfassen.

Zum Abschluss noch zu diesem Panikforscher: Er hat empörende Aussagen getätigt, die er hoffentlich nur missverständlich gemeint hat.

Inwieweit er einen Fehler gemacht hat oder andere (Veranstalter, Polizei, Sicherheitsdienst) seine Hinweise nicht ernst genommen hat, muss die Staatsanwaltschaft prüfen. Die Duisburger Staatsanwaltschaft SOLLTE ABER IHR MANDAT abgeben. Die Gewaltenteilung ist hier doch fragwürdig! Am besten die Düsseldorfer, die Bochumer Staatsanwaltschaft wäre keine gute Wahl.

Es kommt entschieden auf die Presse an, hier mit zu ermitteln.

Mein Bedauern gilt neben den Angehörigen der Toten, auch den vermutlich traumatisierten Gästen dieses Tunnels.

25.07.2010
16:41
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von Das Grauen | #183

Wie richtige Experten sowas planen, findet ihr, wenn ihr beim Spiegel nach Mekka Katastrophenforschung sucht!
Da stehts woe sowas gemacht wird. Mit einem Team aus Experten aus verschiedenen Bereichen, die moderne technische Hilfsmittel nutzen um Menschenströme zu analysieren, zu simulieren, und Lösungen zu finden. Diese Experten haben wir in Deutschland. Ein Herr Schreckenberger, mit seiner abstrusen Theorie, daß es Panik nicht gibt, gehört nicht dazu. Denn wenn man schon das Problem verleugnet, kann man zur Lösung nichts beitragen!

25.07.2010
16:31
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von Das Grauen | #182

Gerde eben gefunden, im Spiegel gibt es einen früheren Artikel, der sich mit Schreckenberg befaßt. Sucht mal nach Panikforschung. Und jetzt haltet euch fest:
Bei einer Massenflucht in Indien starben über 200 Hindus. Ein Duisburger Panikforscher hat 127 ähnliche Fälle untersucht. Sein Fazit: Panik gibt es gar nicht.
Und dieser Nichtpanikforscher war für die Planung einer Großveranstaltung mit bis zu 1,5 Millionen Menschen verantwortlich! Einer, der glaubt, Panik gibt es nicht. Wohl weil nicht sein kann was nicht sein darf. Das war doch ein accident waiting to happen! Unglaublich.

25.07.2010
16:30
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von crusader | #181

Was mich wahnsinnig aufregt, ist die absolut fehlende Sozialkompetenz bei Technokraten / Bürokraten wie Sauerland, Schreckenberg etc.

Diese absolute Gefühlskälte, mit der vorgetragen wurde. Als ob jemand die Messinstrumente bei einem Laboratoriumsversuch abliest...

14 - 16 - 18 - Das Werkstück ist gerissen. Hätte aber nach unseren Berechnungen nicht. Da hat wohl jemand die Versuchsanordnung nicht sklavisch eingehalten. Tja, Laboranten rausschmeißen und gleich den nächsten Versuch starten.

25.07.2010
16:25
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von senso | #180

Panikforscher Michael Schreckenberg verteidigt das Konzept an dem er mit gearbeitet hat und bemängelt das es Menschen gab die Wege gelaufen sind die sie nicht gehen durften. Aus dem Elfenbeinturm heraus kommt so oft Schwachsinn, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob es richtig ist, dass Universitäten mit Steuergeldern subventioniert werden.

25.07.2010
16:19
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von Reykjavik | #179

Die heutige Pressekonferenz der so genannten Verantwortlichen war der blanke Hohn! PKs kurz nach Katastrophen oder Tragödien sind ohne Zweifel schwierig, aber eine solche Pressekonferenz habe ich noch nie gesehen. Die Herren Sauerland, Rabe (ein schlechter Witz!) sowie Schaller und der bebrillte Jüngling hinter ihm haben noch gar nicht begriffen welche Schuld sie auf sich geladen haben! Keiner will es gewesen sein! Hoffentlich werden diese Herren nach Abschluss der Ermittlungen zur Verantwortung gezogen und ihrer gerechten Strafe zugeführt!! Trauriger Gruss von einem vom gestrigen Tage aber auch von der heutigen PK Geschocktem!

25.07.2010
16:18
Experte verteidigt Sicherheitskonzept
von Argon | #178

Schreckenberg, der Name ist Programm.

Ich hoffe mal er verliert seinen Job und landet für die nächsten 10 Jahre hinter Gittern, damit er nicht noch mehr Unheil anrichten kann.

Hunderte Leute haben vorab erwähnt daß das Sicherheits Konzept mit dem engen Zugangstunnel in einer Katastrophe enden muß und so nicht funktionieren kann, aber der Herr Schreckenberg weiß es natürlich besser, er ist ja auch Professor.

Aber offensichtlich ein sehr dummer Professor der intelligenzmässig dem Großteil der Nicht Professoren in der Bevölkerung weit unterlegen ist.

Vielleicht ist das ja ein Problem unserer Gesellschfat, da muß nur irgendwo Professor stehen, dann wird das schon alles stimmen was der Mann sagt, auch wenns noch so hinrissig ist.

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