Ex-Arbeitsminister Scholz möchte Hamburger Bürgermeister werden
19.02.2011 | 12:37 Uhr 2011-02-19T12:37:00+0100
Hamburg. Olaf Scholz ist der klare Favorit im Rennen um das Bürgermeisteramt in Hamburg. Claudia Roth sieht bei der Bürgerschaftswahl gute Chancen für eine rot-grüne Regierung. Einen Alleingang der SPD wollen die Grünen verhindern.
Olaf Scholz ist der klare Favorit im Rennen um das Bürgermeisteramt in Hamburg. Der SPD-Spitzenkandidat liegt in den Umfragen so weit in Führung , dass nur noch Wenige am Sieg der Sozialdemokraten bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag (20. Februar) zweifeln. Scholz profitiert davon, dass dem erst seit einem halben Jahr amtierenden Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) die Bekanntheit in der Bevölkerung fehlt. Also strahlt Scholz mit provokanter Gewissheit - auch weil sein aktueller Zuspruch komfortabel über dem der SPD im Bund liegt.
Mit einem einzig auf ihn zugeschnittenen Wahlkampf klopft der 52 Jahre alte Politprofi an der Rathaustür. Nur selten empfing er bundespolitische Prominenz, konzentrierte sich stattdessen auf seine Bürgerreihe „Olaf Scholz im Gespräch“. „Die Zustimmung wächst“, sagt Scholz im dapd-Interview und begründet dies damit, dass „die CDU zehn Jahre die falsche Politik gemacht hat“.
„Ich würde mich wieder so entscheiden“
Am 14. Juni 1958 in Osnabrück geboren, ging der Kaufmannssohn in Hamburg zur Schule und studierte Rechtswissenschaften. „Ich habe mich früh politisch engagiert. Mein Ziel war es jedoch, Rechtsanwalt zu werden“, sagt Scholz. Er sei gerne Anwalt gewesen, und nun sei er gerne Politiker. „Ich habe all das immer mit großer Begeisterung getan und würde mich wieder so entscheiden“, gesteht Scholz, der seit 1975 SPD-Mitglied ist.
Immer an seiner Seite steht seine Frau Britta Ernst, ebenfalls SPD-Politikerin. Natürlich bleibe momentan weniger Zeit für Zweisamkeit. „Ich habe in meinem Leben immer viel gearbeitet und dennoch viel Wert darauf gelegt, private Momente zu finden. Das ist uns immer gut gelungen und das wird uns auch in Zukunft gelingen, ob nun beim Wandern oder beim Kinobesuch“, sagt Scholz.
Auch fehlt dem Sozialdemokraten etwas, wenn er nicht regelmäßig joggen kann: „Ich bin kein Asket, aber schon jemand, der versucht, gesund zu leben.“ Seit er vor zehn Jahren mit dem Laufen angefangen habe, seien Sportarten wie Skilanglauf hinzugekommen, worüber sich seine früheren Sportlehrer sehr wundern würden, schmunzelt Scholz.
Als „Scholzomat“ verspottet
Politisch bekannt wurde er 2001, als er Hamburger Innensenator unter Ortwin Runde (beide SPD) wurde. Scholz erhielt allerdings kaum Gelegenheit zum Glänzen, weil die SPD die Wahl verlor und sich fortan gegen Ole von Beust (CDU) positionieren musste. Und während die Genossen tief zerrüttet ihre Wunden leckten, machte Scholz in Berlin Karriere. Zwar blieb er von 2000 bis 2004 Landeschef, doch beförderte ihn der damalige SPD-Bundeschef Franz Müntefering 2002 zum SPD-Generalsekretär und 2005 zum parlamentarischen Geschäftsführer. Scholz gilt seither als Organisationstalent und Strippenzieher, als fleißig und zielstrebig. Doch in jenen frühen Berliner Jahren wird er wegen seiner oft monotonen Rhetorik auch als „Scholzomat“ verspottet, worüber er heute gelassen lächelt.
2007 wurde Scholz Bundesarbeitsminister in der großen Koalition und feilte klug an seinem Profil. Nach dem Ende von Schwarz-Rot in Berlin kehrte er 2009 als Landeschef nach Hamburg zurück. „Wenn ich mir meine eigene politische Laufbahn so anschaue, dann sieht sie sehr wechselhaft aus“, sagt Scholz. Zur Freiheit gehöre, dass nicht immer alles planbar sei. „Ich wollte immer das, was ich gerade gemacht habe, gut machen - ein sehr handwerklicher Ansatz.“ Seine Zukunft sieht Scholz erst einmal in Hamburg.
Grüne wollen mitmischen
Auch die Grünen gehen mit großer Zuversicht in die Hamburg-Wahl. „Wir wollen zweistellig werden und eine Alleinregierung der SPD verhindern“, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Die Chancen für eine rot-grüne Koalition seien gut. Eine „sozial-ökologische“ Politik werde es nur mit den Grünen geben, nicht aber mit der SPD allein.
Die Hamburger wählen am Sonntag eine neue Bürgerschaft. Bei der jüngsten Wahl in der Hansestadt 2008 hatten die Grünen 9,6 Prozent der Stimmen erreicht. Roth sagte, ein zweistelliges Ergebnis wäre für die Grünen auch an sich ein Erfolg. Ziel sei aber, eine „Alleinherrschaft“ der SPD abzuwenden. Dafür würden die Grünen bis zur letzten Minute in Hamburg kämpfen.
Roth sagte, die rot-grüne Zusammenarbeit funktioniere heute völlig anders als vor einigen Jahren. „Stilprägend“ sei hier die Koalition in Nordrhein-Westfalen, wo SPD und Grüne eine „Politik auf Augenhöhe“ machten. „Da rappelt es auch mal im Karton“, sagte Roth. Aber es gebe Vertrauen und einen respektvollen Umgang miteinander.
In Hamburg sei der Wahlkampf zwischen SPD, Grünen, aber auch der CDU sehr fair verlaufen - „ohne Dreck, Unterstellungen oder Gerüchte“. In Baden-Württemberg dagegen mache CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus einen „hoch unanständigen“ Wahlkampf und fahre auch persönliche Attacken gegen die Grünen. Die Baden-Württemberger wählen am 27. März einen neuen Landtag. Die Grünen sind dort im Rennen um den Posten des Ministerpräsidenten. (dapd)
01:22
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19:30
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18:43
Egal wie man wählt...am Ende siegt die Partei mit den meisten Aufsichtsräten...man darf ruhig kotzen!!!
18:33
Noch hat Hamburg nicht gewählt. Zwar glaube ich auch, dass es für SPD und Grüne reichen wird. Aber das Ergebnis der SPD könnte durchaus bei 40 % statt bei 46 % liegen.
18:10
#5 von rotezhora: Noch viel schlimmer käme es, wenn die nächsten BTW rot/grün gewinnen würden. (Die noch größere Katastrophe wäre natürlich schwarz/gelb). Olaf Scholz plant nämlich, die Vermögensgrenze für Hartzer ganz aufzuheben. Im Gegenzug soll deren Vermögen im Renten-Eintrittsfall verrentet werden. Heißt im Klarext: Haben sie z B Beispiel eine Kapitallebensversicherung, die bei Renteneintritt 50.000 Euro beträgt, so können Sie damit nicht etwa dringend notwendige Anschaffungen tätigen, die sie während ihrer Arbeitslosigkeit nicht anschaffen konnten, sondern bekommen ihr Geld Häppchenweise mit 100 oder 200 Euro monatlich zur Rente dazu. Sterben sie dann trotziger weise nach fünf Monaten, waren die ganzen Jahrzehnte langen entbehrungsreichen Einzahlungsjahre umsonst. Der dumme Deutsche Michel hat immer noch kapiert, das die sogenannte sPD lediglich die soziale Beruhigungstablette des Kapitals ist. Gute Nacht, Deutschland.
17:39
#4
von wohlzufrieden
Na dann kann man den Hamburgern ja nur noch ein herzliches Beileid mit ihrem Olaf wünschen !
16:34
#3 von rote zora: Er war und ist nicht nur glühender Verehrer von Hartz IV sondern von Ihm stammt auch die Idee, Hartzern die ins Krankenhaus müssen, den Regelsatz zu kürzen, da sie ja im Krankenhaus Essen bekommen. Das die Leute dafür jeden Tag im Hospital aus dem eigenen Portmonee zuzahlen müssen, dafür reichte seine Intelligenz offenbar nicht.
15:50
War der Olaf als Bundesarbeitsminister nicht auch ein glühender Anhänger der von Schröder erfundenen Agenda 2010 mit all seinen negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung ?
13:03
Weder hat er ein Programm für ein ewiges Paradies in der Tasche, noch einen Goldesel in Blankenese noch kann er zaubern - er kocht auch nur mit Wasser und kann sich - wie schon so oft auch in anderen Bundesländern bei Rot-Grün - auch nur den unausweichlichen Realitäten stellen; sein Wahlerfolg ist einzig, daß sich die CDU wieder einmal unnötig selbst demontiert hat, und auf eine soziallistische Einheitsschule mit wohlwollender Gleichmacherei kann das Hamburger Bürgertum auch gut und gerne verzichten, Eliten benötigen wir, eine kein Abiturienten, mit mit Ach und Krach soeben durchkommen ...
12:53
Ob der Rechte Flügel des Kapitals, die cDU, oder der Linke Flügel des Kapitals die so genannte sPD regiert, ist völlig gleichgültig.