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EU verschärft die Haushaltskontrolle

07.09.2010 | 16:11 Uhr
EU verschärft die Haushaltskontrolle
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Brüssel.Die EU verschärft nach der Griechenland-Krise ihre Haushaltskontrolle. Die Chancen für die von Deutschland und Frankreich geforderte Steuer auf Finanz-Transaktionen schwinden dagegen.

Als Konsequenz aus der griechischen Schuldenkrise verschärft die Europäische Union die Haushaltskontrolle. Ab dem kommenden Jahr muss jeder Staat seine nationalen Budgetpläne vorab in Brüssel vorlegen, wie die EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel beschlossen. Die Chancen für die von Deutschland und Frankreich geforderte Steuer auf Finanz-Transaktionen schwinden dagegen.

Die 27 Finanzminister beschlossen am Dienstag in Brüssel ein sogenanntes Europäisches Semester. Danach sollen die EU-Kommission und die EU-Staaten bis Juli jeden Jahres gemeinsame Empfehlungen gegen überhöhte Schulden ausarbeiten, welche die Mitgliedsländer umsetzen sollen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) begrüßte den Beschluss: Damit wüssten die für die Haushaltskontrolle zuständigen nationalen Parlamente künftig genauer, „was ihre europäische Verantwortung ist“.

Verschärfte Aufsicht über Banken und Versicherungen

Die griechischen Rekordschulden hatten Europa zu Jahresbeginn in eine tiefe Krise gestürzt. Die Euro-Länder mussten ein Rettungspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro schnüren. Aber auch andere Länder haben Haushalts-Probleme: Derzeit laufen gegen 24 der 27 EU-Staaten Strafverfahren wegen Verstoßes gegen den europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt.

Die EU-Finanzminister brachten auch eine verschärfte Aufsicht über Banken, Versicherungen und den Wertpapierhandel auf den Weg. Ab dem kommenden Jahr soll es drei mächtige europäische Aufsichtsbehörden geben. Daneben soll als Frühwarnsystem gegen Finanzkrisen ein Risikorat mit Sitz im Frankfurt am Main treten. Dem Vorhaben müssen bis Mitte Oktober noch das Europaparlament und die europäischen Staats- und Regierungschefs zustimmen.

Die Chancen für die Einführung einer Finanz-Transaktionssteuer in Europa sinken dagegen. Die größten Befürworter Deutschland und Frankreich räumten nach einer ersten Debatte im Ministerrat Widerstände ein. Die Einführung einer solchen Abgabe sei nicht sicher, sagte Schäuble. Seine französische Kollegin Christine Lagarde sagte: „Die Steuer ist technisch machbar, aber praktisch schwer umsetzbar, politisch wünschenswert, aber finanziell unsicher“.

In Steuersachen ist Einstimmigkeit notwendig

Bei der Brüsseler Diskussion zeigte sich vor allem Schweden skeptisch. „Wir wollen keine neue Transaktions-Steuer“, sagte Finanzminister Anders Borg. Er warnte vor der Verlagerung betroffener Finanzprodukte in Drittländer. Für einen EU-Beschluss in Steuersachen ist Einstimmigkeit nötig. Europaparlamentarier wie der Grüne Sven Giegold forderten deshalb einen Alleingang der Euro-Länder. Schweden hält weiterhin an der heimischen Krone fest.

Ein größerer Streit zeichnet sich in Europa um die künftige Finanzierung des EU-Budgets ab. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach sich mit Blick auf die nächste Finanzperiode 2014 bis 2020 für eine Stärkung der Eigenmittel aus. Schäuble wies dies kategorisch zurück. „Für eine europäische Steuer mag es eine Zeit geben, jetzt ist sie nicht“, sagte er.

Der britische Finanzminister George Osborne beharrte zugleich auf dem sogenannten Briten-Rabatt, den die anderen Mitgliedstaaten ab 2014 abschaffen wollen. „Wir werden nicht nachgeben“, kündigte Osborne an. Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher hatte 1984 milliardenschwere Ermäßigungen auf die Londoner Zahlungen an die EU durchgesetzt. (afp)

DerWesten

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Kommentare
08.09.2010
07:54
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von nie88 | #10

Eine lächerliche Veranstaltung dies Politmafia Versorgungsstelle...in einigen EU-Ländern sind Separatisten am Werk...und die EU wurde gegen den Willen der Bevölkerung zu dem was sie heute ist...eine Deponie für die Politclowns die in den Ländern nicht mehr tragbar sind...die kommen nur Zahlreich wenn es um die Höhe der Sitzungsgelder geht, Volk hä was ist das?

08.09.2010
07:31
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von B.Schmitz | #9

Die EU ist so etwas von überflüssig, überflüssiger geht es schon nicht mehr. Ob es Kontrollen gibt oder nicht es ist dann nur eine Frage des Geldes das über einiges hinweg gesehen wird.
Geld regiert die Welt.

08.09.2010
01:14
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von allesgratis | #8

Gibt es von dieser EU irgendwann auch mal Entscheidungen ProDeutschland - finanziell gesehen?

07.09.2010
23:58
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von JOGIBAER | #7

Mächtige Aufsichtsbehörden....wenn ich sowas lese....Mächtig BANKROTT wird die EU gehen..da helfen auch keine teuren Behörden mehr!

07.09.2010
20:02
Blockierter Kommentar.
von Elektrosteiger | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.09.2010
19:51
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von ist mir auch | #5

Wie wäre es denn damit, im Zuge der deutschen Haushaltskontrolle mal ein paar Jahre lang die Zahlungen nach Brüssel einzustellen?

07.09.2010
18:46
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von ayberger | #4

Wird in Brüssel dann auch endlich die größte Nettozahler-Funktion Deutschlands gewürdigt, dürfen wir dann weiter drüberschießen oder bekommen wir auch einen Briten-Rabatt?

07.09.2010
18:07
Blockierter Kommentar.
von wadamahada | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.09.2010
17:20
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von Thomas Wohlzufrieden | #2

Hat es denn vor der Krise überhaupt eine Haushaltskontolle gegeben? Und wie hoch ist der Preis jetzt, damit die Kontroller nicht so genau hinsehen?

07.09.2010
16:45
EU verschärft die Haushaltskontrolle
von fragender123 | #1

Warum überrascht mich dieser Artikel nicht im geringsten?

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