Eine Schande – von Theo Schumacher
28.07.2010 | 19:27 Uhr 2010-07-28T19:27:00+0200Wer und was die Tragödie bei der Loveparade wirklich ausgelöst hat, ist auch nach dem gestrigen – vorläufigen – Bericht des Innenministers nicht hundertprozentig klar. Die Duisburger Polizei hatte kaum Zeit, alle Fakten zusammenzutragen. Die erhobenen Vorwürfe geben vor allem ihre Sicht der skandalösen Ereignisse wieder. Auch die Stadt und der Veranstalter werden noch angehört werden müssen. Und das Verhalten der Polizei wird weiterhin zu hinterfragen sein.
Dennoch verfestigt sich der böse Verdacht, dass die Organisation zu keinem Zeitpunkt einer Mega-Veranstaltung vom Schlage der Loveparade gewachsen war. Um die Raver-Party mit ihren handfesten wirtschaftlichen Interessen und dem erhofften Image-Gewinn für Duisburg gegen jede Kritik durchzupauken, wurden schwerwiegende Bedenken ignoriert und grobe Sicherheitsmängel in Kauf genommen. Das alles, wie es aussieht, mit behördlicher Erlaubnis.
16:32
#5
Sie haben völlig recht.
Erst Hosianna: Druck von den Verantwortlichen der Kulturhauptstadt, von der Landesregierung, der Opposition und auch von den Medien; nunmehr: Kreuzigung.
Warum hat die WAZ als der Medienträger im Ruhrgebiet nicht vorher massiv auf die bereits bekannten und zu erwartenden Probleme hingewiesen? Auch mitschuldig??!!
Die Berichterstattung ist sehr oft einseitig und genau zielgerichtet.
10:31
Wenn es so ist, dass die Menschen am Ende der Rampe / am Ausgang zum Gelände stehen blieben, und wie ein Pfropf den Rückstau in die Rampe und den Tunnel bewirkten, muss man sich auch die Frage stellen, aus welchem Grunde sie sich nicht bewegten. Dass die Musikwagen sie nicht mitzogen, war Fehlplanung. Dass der Veranstalter sie nicht durch Ordner („Pusher“) zum weiterlaufen bewegte, war ein Fehler im Einsatz, oder (wenn es nicht genügend Ordner gab) Profitgier gegen die vorgegebenen Regeln. Aber dass die Teilnehmer selbst, gerade erst der Enge in Tunnel der Rampe entkommen, nicht an die Nachfolgenden dachten, und einfach stehen blieben – wie ist das zu erklären ? Zeigt sich hier eine Mentalität, welcher Feiern sofort und um jeden Preis wichtiger ist, als auch nur die geringste Verantwortung für das, was nachfolgt ?
10:27
sollte sich die waz sich nicht selber an die nase fassen.sie hat doch diesen druck mit aufgebaut!
09:25
Es ist doch mehr als schäbig, wenn nun von der Polizeiführung über das Verhalten der einzelnen kleinen grünen Würstchen vor Ort diskutiert wird und ob deren Verhalten richtig war. Es geht doch um die Führungskreise der Polizei die diesem Gesamtkonzept nicht widersprochen haben.
Statt das der Chef mal seine eigene Rolle überprüft, werden die Mitarbeiter (schein-)geprüft. Find ich zum kotzen.
08:39
Herr Baumann,
auch auf einem Rosenmontagszug ist zuerst der Veranstalter für den ordnungsgemäßen Ablauf zuständig. Das gilt für jede Veranstaltung. Die Polizei ist anwesend um einzugreifen, wenn es darum geht Maßnahmen zu treffen, die von Gesetzen her nur durch Beamte getroffen werden dürfen.
08:10
Die Aussage des Innenministers Auf dem Veranstaltungsgelände ist allein der Veranstalter zuständig verstehe ich nicht. Ist beim Rosenmontagszug die Polizei auch nicht zuständig? Wurde die Love Parade klammheimlich zu einer geschlossenen Veranstaltung wie bei einem Rockkonzert? Dies wurde im Vorfeld jedenfalls nie so dargestellt. Ich dachte immer, dass es eine freie Open Air Veranstaltung sei. Wie war das beim Stillleben auf der A40? Auch keine Polizei zuständig?...
07:56
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06:40
Was ist das eigentlich für eine Art Journalismus, die hier bei derWesten.de betrieben wird? Informiert man sich eigentlich wirklich, recherchiert man tatsächlich - und wenn ja, welche Quellen nutzt man?
Da wird mal schnell formuliert: Die Duisburger Polizei hatte kaum Zeit, alle Fakten zusammenzutragen. Tatsache ist aber doch, dass nicht die Duisburger Polizei die Ermittlungen zur LP führt sondern eine andere Behörde, nämlich Köln. Dort müssen also Fakten zusammengetragen werden und nicht in Duisburg...
Ebenso wird behauptet: Und das Verhalten der Polizei wird weiterhin zu hinterfragen sein. Grundsätzlich stimmt dies natürlich, gleichwohl wäre eine Formulierung, die zum Ausdruck brächte, dass die Entscheidungen der *Führung der Polizei* hinterfragt werden müsse anstatt pauschalisierend die (gesamte) Polizei an und für sich zu benennen, nicht nur richtiger sondern zudem auch Zeichen eines kompetenten Journalismus.
21:21
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