Ein Bankkonto für jeden EU-Bürger
18.07.2011 | 14:55 Uhr 2011-07-18T14:55:00+0200
Brüssel. Wer kein Konto hat, kann keine Rechnungen per Dauerauftrag bezahlen und kein Gehalt überwiesen bekommen. Die EU-Kommission will dafür sorgen, dass dieses Problem gelöst wird: Jeder EU-Bürger soll das Recht auf ein Bankkonto bekommen.
In Europa soll bald jeder Erwachsene problemlos ein einfaches Bankkonto eröffnen können. Das strebt die EU-Kommission an. Zu so einem Basiskonto gehöre eine Geldkarte, aber nicht das Recht, es zu überziehen, teilte die EU-Behörde am Montag in Brüssel mit. Nun müssten die EU-Staaten dafür sorgen, dass die Bankbranche Bürgern Basiskonten zu „angemessenen Kosten“ zur Verfügung stelle.
In Europa besitzen sieben Prozent der Verbraucher kein eigenes Konto – also etwa 30 Millionen Erwachsene. Sechs bis sieben Millionen von ihnen dürften die Banken laut Schätzungen ein Konto verweigert haben. Ihr Alltagsleben sei daher „schwierig und teuer“, so die EU-Kommission. Diese Menschen könnten weder monatliche Rechnungen per Dauerauftrag bezahlen noch ihr Gehalt auf ein Konto überwiesen bekommen.
Nur jeder zweite Bulgare ein Konto
In Finnland und Dänemark besitzt jeder Erwachsene nach EU-Angaben ein Bankkonto. In Deutschland sind es – wie in Österreich, Belgien, Schwedens oder Frankreich 99 Prozent. In Bulgarien haben lediglich 49 Prozent ein Konto und in Rumänien 53 Prozent.
Banken verwehren jemandem ein Konto aus mehreren Gründen. Manche Institute verlangten Einkommensnachweise oder einen Wohnort im betreffenden Land. Manchmal missfalle ihnen die Kredit-Vorgeschichte desjenigen, der ein Konto eröffnen wolle. Auch die Erwachsenen, die zeitweise im EU-Ausland leben – als Rentner, um zu studieren oder zu arbeiten -, hätten oft Schwierigkeiten, dort ein Konto zu bekommen.
Banken müssen Gebühren und Servicekosten für bestehende „normale“ Konten aus Sicht der EU-Kommission viel verständlicher für Bürger aufschlüsseln. Bisher seien Kontoauszüge zu unübersichtlich, monierte Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier. Das erschwere es Bürgern, Kontokosten verschiedener Banken zu vergleichen und ein günstiges Institut zu wählen. Bis Mitte September erwartet Barnier von Europas Banken Vorschläge, wie sie Gebühren und Kosten klarer darstellen wollen. Von den bisher eingegangenen Vorschlägen sei er „enttäuscht“. Falls die Banken nicht stärker für Gebühren-Klarheit sorgten, werde die EU sie per Gesetz dazu verdonnern.
Basiskonten sollen innereuropäischen Handel stützen
Die europäischen Staaten sollen binnen sechs Monaten bestimmen, wie ein solches Basiskonto in ihrem Land aussehen könnte. Sie sollen festlegen, wie hoch die Kontoführungsgebühren maximal sein dürfen. Die EU-Kommission prüft nach einem Jahr die Fortschritte bei Basiskonten. Ist sie dann nicht zufrieden, will sie den Ländern verbindliche Gesetzesvorgaben machen.
Die EU-Kommission möchte mit ihren Konto-Vorschlägen den innereuropäischen Handel stärken. „Der Zugang zu einem Basiskonto ist eine der Prioritäten unseres Binnenmarkt-Gesetzes“, sagte der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier. Banken sollten aber unterbinden, dass Konten eventuell zur Geldwäsche oder zur Terrorismus-Finanzierung dienten.
09:53
Wie soll man mit einem Basiskonto den innereuropäischen Markt stärken?
07:44
Weiß die EU-Kommission eigentlich nicht, dass die Sparkassen jedem Menschen ein Konto geben müssen? Hartz IV Empfänge haben ein Konto. Man muss doch nur am letzten Tag des Monats mal zur Bank sehen dann kann man sehen was bei der Bank los ist und teilweise auch erkennen wer dort Geld abholt.
19:16
Toll, das gilt in Deutschland schon seit Jahren und trotzdem hält sich keine Bank dran.
17:22
In der EU leben wir auch in einer Solidargemeinschaft und alle Länder retten sich gegenseitig. Wer mehr ausgibt als er einnimmt (auf Staatsebene) läßt sich retten. Genau das hatten ihre Gründer nie gewollt und so etwas kann nie funktionieren. Auch eine Umschuldung der Griechen wird daran nichts ändern.
Ein Konto der EU-Kommission soll doch nur ablenken (siehe Sparlampe).
17:00
Auch vielen Personen mit festem Wohnsitz wird das Eröffnen eines Kontos verweigert.
Das geht schnell, das man zum unerwünschten Kunden wird, manche Bank kündigt das Konto und alle Kredite gemeinsam mit Eingang des ersten Arbeitslosengeldes..
Aussicht auf ein neues Konto?
Bei den Banken nicht mal nur als Habenkonto zu bekommen, bei der Sparkasse oft nur unter Auflagen, die zusätzlich Gebühren kosten.
16:38
Ich halte es für vollkommen legitim, einer Person ohne festen Wohnsitz das Eröffnen eines Kontos zu verweigern.
16:31
Die EU-Kommission möchte mit ihren Konto-Vorschlägen den innereuropäischen Handel stärken. „Der Zugang zu einem Basiskonto ist eine der Prioritäten unseres Binnenmarkt-Gesetzes“, sagte der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier. Banken sollten aber unterbinden, dass Konten eventuell zur Geldwäsche oder zur Terrorismus-Finanzierung dienten.
Welch ein Schwachsinn. Noch nie was vom GWG gehört? Das ist in Deutschland gesetzlich geregelt.
15:44
Das Problem liegt u. a. daran, dass nicht selten Wohnungseigentümer, privat oder Anlagegesellschaften, 100e Kilometer weit weg ihren Sitz haben. Jeden Monat hinfahren und barzahlen geht für viele nicht, vor allem nicht für lohngedumpte Zeitarbeiter...
Übrigens, auch Hartz IV wird gewöhnlich unbar ausgezahlt.
Ich würde erstmalig der EU- Kommision Beifall zollen, wenn hier wirklich eine Lösung geschaffen würde, da man heutzutage ohne Konto praktisch nicht mehr existieren kann.
15:38
Wo ist das Problem, Löhne und Gehälter lassen sich auch problemlos bar auszahlen, das Übel droht bei Bareinzahlungen, auf Fremdkonten, die zT mit 8 Euro Gebühren der Kreditinstitute berechnet werden.
Wenn die Banken ihre EC Kartennutzer nicht abkassieren dürfen, zocken sie die Einzahler auf diesem Wege ab.