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EADS steigert Gewinn unter neuer Führung von Enders deutlich

27.07.2012 | 13:36 Uhr
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Der neue EADS-Chef Tom Enders treibt sein Programm zur Gewinnsteigerung trotz neuer Millionenlasten bei den Top-Modellen schnell voran: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS steigerte auch mit Hilfe besserer Wechselkurse den Nettogewinn im ersten Halbjahr auf fast 600 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum nur 109 Millionen Euro waren.

Amsterdam/Hamburg (dapd). Der neue EADS-Chef Tom Enders treibt sein Programm zur Gewinnsteigerung trotz neuer Millionenlasten bei den Top-Modellen schnell voran: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS steigerte auch mit Hilfe besserer Wechselkurse den Nettogewinn im ersten Halbjahr auf fast 600 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum nur 109 Millionen Euro waren. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 24,9 Milliarden Euro, wie der Konzern am Freitag in Amsterdam mitteilte. Der Kurs der EADS-Aktie stieg nach der Veröffentlichung um fast sechs Prozent.

Der Konzern mit Töchtern wie Airbus, Eurocopter und dem Raketenhersteller Astrium erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von zehn Prozent und deutlich steigenden Gewinnen. "Der Konzern erzielte in den ersten sechs Monaten gute Ergebnisse, unsere Finanzkennzahlen bestätigen die anhaltende Dynamik", erklärte der neue EADS-Vorstandsvorsitzende Enders.

Der Deutsche hatte Anfang Juni den Posten übernommen. Er will die Gewinne des Konzerns nachhaltig erhöhen und den Abstand zum Airbus-Konkurrenten Boeing verkleinern.

Allerdings läuft längst nicht alles rund, vor allem bei der mit Abstand wichtigsten Tochter Airbus: Die Auslieferung des Langstreckenflugzeugs A350 wurde zum wiederholten Mal verschoben und soll nun in der zweiten Jahreshälfte 2014 erfolgen. Der Konzern verbuchte dafür 124 Millionen Euro Rückstellungen. Zurzeit laufen die Arbeiten am ersten flugfähigen Exemplar. Airbus bringt etwa die Hälfte des EADS-Gewinns.

Beim größten Konzernmodell A380 stiegen die Belastungen wegen der technischen Probleme an den Flügeln auf 181 Millionen Euro. Hier gibt es seit Ende des vorigen Jahres Ärger mit den Klammern, die die Flügelhaut am Unterbau halten. Viele Kunden sind verärgert, weil schon ausgelieferte Flugzeuge für Reparaturen am Boden bleiben müssen. Laut Enders will Airbus in Zukunft wieder auf Flügel vollständig aus Metall setzen, statt auf solche mit Kohlefaseranteil. "Das ist bewährte Technik", sagte Enders.

Rückenwind erhielt Enders durch den schwachen Euro: Flugzeuge werden weltweit vor allem in Dollar gehandelt, der Verfall des Euro stärkt damit die Konkurrenzfähigkeit von Airbus.

Bis zu 650 Bestellungen für Flugzeuge

Die Kunden lassen sich von den schlechten Nachrichten aus der Technik aber nicht abschrecken: Airbus wird in diesem Jahr voraussichtlich rund 580 Zivilflugzeuge ausliefern, einschließlich 30 der auch in Hamburg gebauten A380. Die Zahl der Bestellungen soll sich zwischen 600 und 650 Flugzeugen bewegen und so die Zahl der Auslieferungen übersteigen. Insgesamt hat Airbus 4.388 Flugzeugaufträge im Bestand.

Allerdings sagte Enders, er habe "leichte Zweifel" am Ziel der 30 A380. "Wir haben ein Problem mit den Flügeln", das behindere auch die Bestellungen. 2013 werden die Auslieferungen deshalb unter 30 Stück fallen.

Enders sagte, von der geplanten Verlagerung der EADS-Zentrale von den bisherigen Standorten Ottobrunn bei München und Paris an den Airbus-Hauptsitz in Toulouse sei nur "eine zweistellige Zahl" von Mitarbeitern betroffen. Enders will EADS-Zentralfunktionen nach Toulouse verlagern, um die Bürokratie zu straffen.

Bei den Airbus-Schwestern Eurocopter und Astrium lief es auch rund: Die Gewinne stiegen deutlich. Nur die Rüstungstochter Cassidian meldete einen leichten Gewinnrückgang.

dapd

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