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Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich

01.04.2011 | 09:30 Uhr
Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich
Ist grad auf Staatsbesuch in China und hat ziemlichen Ärger in seiner Heimat: FDP-Parteichef Guido Westerwelle steht möglicherweise vor der Abwahl vom Parteivorsitz.

Berlin.   Das FDP-Parteipräsidium will in der Frage zur Zukunft von Parteichef Westerwelle offenbar Gas geben. Laut einem Medienbericht soll die Entscheidung um eine Woche vorverlegt werden, auf kommenden Montag. Ein Führungswechsel ist umstritten.

Die FDP-Spitze erwägt angeblich, bereits am Montag über die künftige Führungsmannschaft zu entscheiden. Es sei denkbar, dass das Parteipräsidium schon am 4. April und nicht, wie bislang geplant, am 11. April über eine inhaltliche und personelle Neuaufstellung berate, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag unter Berufung auf Parteikreise. Der unter Druck stehende Parteivorsitzende, Außenminister Guido Westerwelle, wollte sich am Rande seines China-Besuches in Peking nicht zur Lage seiner Partei äußern.

In FDP-Führungskreisen hieß es laut „Süddeutscher Zeitung“, die Frage müsse so schnell wie möglich gelöst werden, denn die anhaltende innerparteiliche Diskussion erschwere inzwischen die Arbeit der FDP-Minister im Kabinett und destabilisiere so die schwarz-gelbe Bundesregierung. Westerwelle sei bereit, sein Vorsitzendenamt auf dem Bundesparteitag in Rostock im Mai abzugeben, wenn sich ein geeigneter Nachfolger fände. Er wolle aber auf alle Fälle Außenminister bleiben.

Ob es tatsächlich zu einem Führungswechsel in der Partei und Neubesetzungen von Ministerposten kommt, ist nach Aussagen führender FDP-Politiker aber völlig offen, wie es weiter in dem Bericht heißt. Zwar gibt es demnach heftige interne Kritik an Westerwelle, die sich nach dem schlechten Abschneiden der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen in immer neuen öffentlichen Rufen nach neuem Personal äußert. Doch es sei unklar, ob die beiden aussichtsreichsten Anwärter auf seine Nachfolge - Generalsekretär Christian Lindner und Gesundheitsminister Philipp Rösler - jetzt schon zu einer Kandidatur bereit seien. „Es gibt keinen Mangel an Fackelträgern, sondern an Leistungsträgern“, habe ein Mitglied der Führungsmannschaft die Lage beschrieben.   

Zastrow stützt Westerwelle

Der sächsische FDP-Vorsitzende Holger Zastrow stärkte derweil Westerwelle den Rücken. „Ich vertraue auf Guido Westerwelle“, sagte Zastrow am Freitag im Deutschlandfunk. Dieser habe in den vergangenen Jahren immer das richtige Gespür entwickelt und die FDP „vom Mief“, eine Klientelpartei zu sein, befreit. „Gerade wir in Ostdeutschland haben sehr von ihm profitiert“, sagte Zastrow.

Im Moment laufe es zwar nicht gut, räumte Zastrow ein. Westerwelle habe aber die „Chance verdient“, auch ein Konzept für die nächsten Jahre zu entwickeln. „Was sich vor allem ändern muss, ist, dass wir uns breiter aufstellen müssen“, sagte er weiter. Der FDP-Chef brauche ein Team, das auch die Lücken fülle, die er im Moment - gerade in der Funktion als Außenminister - nicht füllen könne.

„Wir können so nicht weiter machen“

„Einen Kopf zu fordern, ist immer leicht“, sagte Zastrow. Er glaube aber, dass dies an dem Problem vorbeigehe. „Wir müssen sehen, wie wir die Partei strategisch aufstellen.“ Jetzt zu versuchen, „die FDP grün anzupinseln“, sei zumindest mit der sächsischen FDP nicht zu machen, sagte er mit Blick auf den Kurs in der Atompolitik.

Dagegen ging FDP-Bundestagsfraktionschefin Birgit Homburger auf Distanz zum Parteichef. „In der Tat können wir nicht so weiter machen wie bisher. Wir müssen alles auf den Prüfstand stellen, sowohl inhaltlich wie personell“, sagte Homburger der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Wenn sie von „alles“ spreche, meine sie damit selbstverständlich auch den Parteivorsitzenden. Homburger kündigte an, sie selbst wolle auch in ihrer Funktion als FDP-Landesvorsitzende in Baden-Württemberg weitermachen. „Ich wurde massiv gebeten, jetzt nicht von Bord zu gehen“, sagte Homburger. Weder als FDP-Landeschefin noch als FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag stehe sie als „Bauernopfer“ für einen Verbleib Westerwelles an der Parteispitze zur Verfügung.

Mehrheit der Deutschen sieht Westerwelle verantwortlich für FDP-Krise

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bescheinigte Westerwelle zwar „ein gutes Gespür für die Lage der Partei“. Zugleich sagte die bayerische FDP-Vorsitzende dem „Münchner Merkur“ (Freitagausgabe): „Keiner sollte an seinem Posten kleben. „Es gehe aus ihrer Sicht aber um mehrere Positionen. „Wir machen es uns zu leicht, wenn wir einen Sündenbock oder ein Bauernopfer suchen, dem man alles zuschiebt.“ Auf die Frage, ob Westerwelle auch als Außenminister in Frage stehe, sagte sie: „Nein, wir reden jetzt nur über die Erneuerung der Parteispitze.“

Nach Auffassung der meisten Bürger ist der Parteichef hauptverantwortlich für die Krise der Liberalen. 65 Prozent aller Befragten nannten den Vizekanzler in einer Forsa-Umfrage im Auftrag des „Handelsblatts“ (Freitagausgabe) als Hauptschuldigen. Nur 21 Prozent weisen die Verantwortung Wirtschaftsminister Rainer Brüderle zu. 17 Prozent nennen Gesundheitsminister Rösler. (dapd)


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Kommentare
01.04.2011
21:08
Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich
von karlosdallos | #22

Ja Gu i do , das ist wahre Dekadenz.

Da setzen Dich die Leute,
die DU in Position gesetzt und in
lebenslange Pension befördert hast,

vor die Tür.

Das ist Echter Liberalismus
- da gilt sonst Nichts mehr.

01.04.2011
17:08
Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich
von sanjo | #21

Der geschmeidige Außenminister wird bald auf Nummer Null zurückgesetzt.Ein Versager hoch drei.Erbärmlicher gehts nimmer.

01.04.2011
16:50
Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich
von volantis | #20

Nur zu, soll die FDP Rösler zum Nachfolger von Westerwelle wählen., dann wird sich die Talfahrt der Partei noch weiter beschleunigen. Und ich habe gedacht, die FDP kann nicht tiefer sinken, aber wenn ich höre, wer sonst noch als Westerwelles Nachfolger gehandelt wird, dann habe ich mich wohl geirrt.

01.04.2011
16:14
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von klarsicht0815 | #19

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01.04.2011
15:30
Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich
von demokratischundsozial | #18

Es liegt nicht an Westerwelle, sondern an der FDP. Angetreten ist sie als Steuersenkungspartei. Davon ist nichts übrig geblieben, weil es nicht in die politische Situartion paßte. Die FDP, die das nicht einsehen wollte, machte sich lächerlich. Dann kam die *********-Affaire, danach spielte Westerwelle den Anit-Hartz-IV-Rambo. Seit der NRW-Wahl ging es mit der FDP bergab. Dann kam noch dkie Laufzeitverlängerung der AKW hinzu.

01.04.2011
15:11
Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich
von kuesters | #17

Das Schiff FDP säuft immer schneller ab.
Die Stammbesatzung mit Westerwelle, Brüderle, Niebel und Homburger....
sind meiner Meinung nach nicht mehr haltbar und auch vollkommen inkompetent.
Also Ergo alle weg und zwar schnellstens, sonst gehen die Rettungsboote mit unter.

Aber die CDU ist auch nicht besser aufgestellt mit Frau Merkel.
Man, Man haben wir einen Lobbyisten-Haufen als Regierung.
Diese Caos-Truppe kann man allesamt nicht mehr ernst nehmen.

01.04.2011
13:48
Druck auf Westerwelle in der FDP erhöht sich
von de_waarheid | #16

Guido Westerwelle wird sich nicht im Amt des Parteivoritzenden halten können. Herr Lindner hat zwar eine Qualifikation darüber, wie man mit Pech Firmen in die Pleite treibt. Ob das ausreicht eine Splitterpartei nach vorne und damit über die 5 % Hürde zu bringen, bleibt abzuwarten.

01.04.2011
13:44
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von wohlzufrieden | #15

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01.04.2011
13:31
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von marwang | #14

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01.04.2011
12:52
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von wohlzufrieden | #13

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