Drogen nicht verharmlosen – von T. Schumacher
03.08.2010 | 18:19 Uhr 2010-08-03T18:19:00+0200Zurückdrehen ist schon jetzt ein markantes Merkmal der neuen Landesregierung: was Schwarz-Gelb geändert hat, bringt Rot-Grün wieder auf den alten Stand. Nun stellt auch der Justizminister im Kampf gegen illegale Drogen alles auf Anfang. Künftig dürfen Kleinkonsumenten etwas mehr Haschisch oder Marihuana mit sich führen, ohne Strafe fürchten zu müssen. Den Besitz von Heroin und Kokain hebt Thomas Kutschaty leicht über die alte Null-Toleranz-Grenze, die vor allem politischen Symbolwert hatte.
Dass es die Grünen waren, die in den Koalitionsverhandlungen die Anhebung der Eigenbedarfsgrenze durchsetzten, überrascht nicht. Schon 2007, als die CDU ihre Gangart gegen illegale Drogen verschärfte, schimpften sie über den „Schritt in die Steinzeit”. Jetzt hat es die grüne Gesundheitsministerin Barbara Steffens selbst in der Hand, Aufklärung und Prävention zusammen mit ihrem SPD-Kollegen voranzutreiben. Darauf sind wir gespannt.
14:24
In der Tat, es hätte Wichtigeres gegeben, als die o.a. Entscheidung. Sie hat jedoch den Vorteil, sie kostet nur wenig Zeit und Aufwand und kann die Exekutive und Judikative schnell entlasten.
Damit aber die Relationen deutlich werden, hier nur zwei willkürlich heraus gegriffene Zahlen bezügl. legaler Drogen:
In Deutschland jährlich 74 000 Alkoholtote, lt. Lausitzer Rundschau, 140 000 Tote durch Rauchen in Deutschland ( lt. Welt Online)30.05. 2007 jährlich.
Tablettenabhängige lt. Deutschlandradio, Gerd Glaeske von der Universität Bremen, geschätzte 1,9 Mio. Abhängige. Sterberate: nicht bekannt.
Da nimmt sich die Zahl Sterbefälle (1331 Drogentote 2009 lt. DW Word ), die im Zusammenhang mit illegalen Drogen stehen, gering aus.
Bitte nicht mißverstehen: jeder Tote ist einer zuviel!
Es drängt sich angesichts dieser Zahlen auf, wirksame Maßnahmen auch gegen „legale“ Drogen zu treffen, oder gönne ich schon wieder dem Einen sein „Zigarettchen“ und dem Andern sein „Bierchen“ nicht????
14:09
Vorsicht: der Genuss vermahlener Karyopsen von Triticum aestivum kann wegen der enthaltenen Klebereiweiße zu schweren Gesundheitsschäden durch allergische Reaktionen führen und sollte daher verboten werden!
Hört sich gefährlich an (und ist es für die Betroffenen auch). Daran möchte ich zeigen, was der Gebrauch von Sprache ausmacht. Wer sich jetzt wieder schwer bedroht von so etwas fremdklingendem fühlt sollte sich mal informieren: hier geht es um gemahlene Weizenkörner, also ganz banales MEHL !
13:55
Lieber Theo Schumacher, Kommentare wie den Ihren darf man sich besser ersparen, wenn man nur eine Meinung, aber offensichtlich weder juristisch noch zum inhaltlichen Thema tatsächlich Kenntnisse hat! Allmählich sinkt die WAZ- Gruppe wirklich auf Bild- und Stammtisch- Niveau, aber das steigert sicher die Auflage ...
13:46
Tschulligung für die Rechtschreib- und grammatikalischen Fehler in #21, sollte heißen: sehr vernünftige Rückkehr usw.
Im Automaten gibt es dann eben Schokoladenzigaretten, aber nur in 5er Packs, weil Schokolade Karies erzeugt und den Serotoninhaushalt beeinflusst.
Wer interessiert ist, kann ja mal (ohne allzu großen wissenschaftlichen Anspruch) die Wikipedia zu Cannabis, Cannabis als Medizin, etc. lesen, außerdem sollte man wissen, dass der alte Begriff Knaster oder starker Tobak nichts anderes meint als das Rauchen von Hanf.
Wir sollten auch lieber von Hanf als von Cannabis sprechen, allein das würde der Thematik das für viele so Exotisch-Bedrohliche nehmen und zur Versachlichung beitragen.
13:31
Wir richten uns jetzt einfach mal nach den ja allmählich brauchbaren wissenschaftlich erarbeiteten Scores zur Gesundheitsgefährdung, statt den Vorurteilen Ahnungsloser Bild-Leser und rtl-Glotzer zu folgen und erlassen eine Verordnung etwa wie folgt: Maximale Eigenbedarfsmengen: Zigaretten ca.2 Stück (tägl. maximal geduldeter Konsum), ein halbes kleines Glas Bier/Tag oder ein viertel Glas Wein oder 0,02 cl Branntwein/Tag, eine kleine Tasse Kaffee/Tag, max. Besitz Kaffee 100g geduldet, stellen wegen der erwiesenen Gesundheitsgefährdung diese Drogen (was für ein Schwachsinn: Droge bedeutet: getrocknete Substanz; alter Apothekerbegriff, hat nichts mit Rauschmittel zu tun) unter Strafe, also auch unter Verkaufsverbot. Erstens werden wir einen gewaltigen Aufschrei aller Benutzer, also der angeblich Süchtigen erleben, zweitens einen ebensolchen aller Verkäufer und Hersteller, drittens werden wir einen mafiösen Schwarzmarkt schaffen, mitsamt der gesamten Beschaffungskriminalität und nicht vorhandenen Qualitätsprüfung, der Alkohol wird dann gelegentlich etwas Methyl enthalten, Kaffee Torf, weils so ähnlich aussieht, und Jin Ling werden zwei Stück am Bahnhof für ca.15 Euro zu haben sein. Das wird die etwa 80% von ca. 150 Abstimmenden in der heutigen Abstimmung auf der Hauptseite von der Westen, die die sehr vernünftige zu älteren Duldungs- (nicht Straffreiheits-!)grenzen so vehement ablehnen, sicher sehr zufrieden stellen, die Gastronmie wird dann eben Milchshakes aus Magermilch und Gummibärchen an der Theke feilhalten.
Übrigens, @#10, guter und vor allem mal ein sachlicher Beitrag, ebenso wie #12, #13, und #15!
Selten genug, dass in den Blogs hier auch mal sachorientierte Beiträge über Bild-, rtl II- und Stammtisch-Niveau zu finden sind, allein schon dafür danke; auch wenn das an der Meinung der Stammtische nichts ändert.
12:21
@15: super beitrag. genau so siehts aus.
ich frag mich wieso diese regierung nicht thc legalisiert, damit sie die ausgaben für die (total witzlose) verfolgung in steuereinnahmen umwandelt die auf die joints dann zu erheben wäre.
vor 20 jahren hab ich gedacht das würd ich noch erleben aber mittlerweile bin ich da nicht mehr so sicher.
11:41
Der wesentliche Vorteil der Anhebung der straffreien Grenzen liegt darin, dass die Staatsanwaltschaft ihre Tische freischaufeln wird. Bei der Polizei wird sich wenig ändern, da sie weiter auch die Kleinstmengen zur Anzeige bringen muss und somit noch mehr für den Papierkorb arbeitet. Das Ziel der Fahndung, sich auf große Fische zu konzentrieren wird sicher aufgehen, jedoch um den Preis, dass wir in dem Zuchtbecken des Drogenmarktes noch mehr große Fische vorfinden werden. Die Konsumenten könnten von einem Preisverfall ihrer Suchtstoffe profitieren, was wiederum den Rückgang der Beschaffungskriminalität zur Folge haben könnte. Das ist eine durchdachte Strategie der Kriminalitätsbekämpfung, die vielleicht auch in anderen Bereichen der Kriminaliät anzuwenden lohnt. Hut ab!
11:20
Ds große Problem bei Dtogen liegt im Unterschied zwischen Gebrauch und Missbrauch.
Da helfen auch keine Gesetze. Wer das haben will, bekommt es auch.
Aber Gesetze beruhigen ....
10:40
Mann wie arm! In diesem Land wird gesoffen das sich die Balken biegen. Am Wochenende werden Kistenweise Bier und schnaps aus den Supermärkten geschleppt, ein Wochenende ohne Vollrausch ist ja kein cooles Wochenende und Politiker zeigen sich gerne mit einem Maas Bier, ist ja so Volksnah. Unser Problem ist der Alkohol, aber darauf gibts ja Steuern.
09:11
@ 15
Volle Zustimmung. Super Beitrag.