„Dioxin ist in allem und überall“
03.01.2011 | 17:51 Uhr 2011-01-03T17:51:00+0100
Essen. Schon wieder Dioxin in Eiern und Fleisch: Verbraucherschützer fordern, dass die Namen der betroffenen Betriebe veröffentlicht werden. Zudem halten sie die Grenzwerte für zu lasch. Doch einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben.
Schon wieder Dioxin in Eiern und Fleisch: Verbraucherschützer fordern, dass die Namen der betroffenen Betriebe veröffentlicht werden. Zudem halten sie die Grenzwerte für zu lasch. Doch einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben.
Wieder ist Dioxin in Hühnereier und Fleisch gelangt, auch in NRW wurden Legehennen- und Putenmast-Betriebe vorsorglich geschlossen. Teilweise überschreiten die Proben das Vierfache der zulässigen Grenzwerte. Doch was bedeutet das für die Verbraucher? Können sie im Supermarkt noch sorglos zu Eiern und Putensteaks greifen?
Seit dem 23. Dezember gelte für die betroffenen Höfe ein Vermarktungsverbot, sagt Peter Schütz, Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Das heißt: Sie dürfen keine Produkte mehr an den Handel liefern. „Doch was davor passiert ist, können wir natürlich nicht mehr nachvollziehen. Da ist ein Loch entstanden, das sich nicht stopfen lässt“, sagt Schütz.
In NRW gebe es jedoch Hunderte von Eier- und Geflügelbetrieben. „Eine Verbraucherwarnung auszusprechen, wäre derzeit übertrieben“, sagt Schütz. Doch das könne sich schnell ändern, da das Ausmaß der Dioxin-Fälle noch völlig offen sei.
„Regeln viel zu lasch“
„Die Bevölkerung müsste unverzüglich über die betroffenen Betriebe informiert werden“, fordert Christiane Groß, Sprecherin der Verbraucher-Organisation Foodwatch. Doch Namen rückt das NRW-Verbraucherschutzministerium vorerst nicht heraus. Nur soviel verrät Schütz: Ein Bio-Hof ist nicht dabei. „Wenn die Namen von Produkten und Herstellern nicht genannt werden, bleibt der Verbraucher beim Einkauf natürlich völlig orientierungslos“, sagt Groß.
Foodwatch beklagt zudem, dass einzelne Futtermittel-Zutaten nicht auf Dioxin überprüft würden. „Die derzeit geltenden Regeln sind viel zu lasch. Sie laden geradezu zur Vergiftung ein“, sagt Groß. Die Verbraucherschützer fordern daher verpflichtende Dioxin-Tests für Futtermittel-Hersteller. Nicht nur Stichproben, sondern jede Charge der Futter-Zutaten müsste untersucht werden. So hätten auch die aktuellen Fälle verhindert werden können, ist Groß überzeugt.
Darüber hinaus sollten die Futtermittel-Hersteller für Dioxin-Einträge in die Nahrungskette haften, sagt Groß. Es sei an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, die Regelungen entsprechend zu ändern.
Auch die von der EU festgesetzten Grenzwerte für Giftstoffe in Lebensmitteln seien allgemein zu hoch, sagt Groß. Bei der Festlegung spielten neben dem Gesundheitsschutz vielfach ökonomische Interessen eine Rolle. So würden etwa bei stark dioxinbelasteten Lebensmitteln wie Aal oder Leber die Grenzwerte einfach höher angesetzt, anstatt die Produkte vom Markt zu nehmen.
„Dioxin ist in allem und überall“
Dioxin in Lebensmitteln kann Menschen krank machen, darin sind sich Behörden und Verbraucherschützer jedoch einig. Die Gefahr besteht nicht akut, sondern tritt mit der Zeit auf. Den Großteil der Dioxine nimmt der Mensch über die Nahrung zu sich, etwa zwei Drittel davon über Fleisch und Milchprodukte. Die Stoffe lagern sich vor allem in Fett-, Leber- und Hautgewebe an und werden nur langsam abgebaut. Langfristig kann Dioxin Krebserkrankungen hervorrufen. Auch das Immunsystems, Nervenleitungen und der Hormonhaushalt werden geschädigt.
Doch einen hundertprozentigen Schutz könne es nicht geben, sagt Schütz vom Landesumweltamt. „Das Wirtschaftswachstum in den 60er und 70er Jahren hat einen Schub an globaler Umweltverschmutzung gebracht. Seitdem ist Dioxin in allem und überall“, sagt Schütz. „Damit müssen wir leben.“
14:30
Zum Kommentar zu go veggie:
In tierischen konventionellen Produkten sind dennoch normalerweise mehr Schadstoffe enthalten als in pflanzlichen, da Futtermittel meist importiert werden und sich so Spritzmittel, die bei uns u. U. gar nicht mehr erlaubt sind, im Fleisch anreichern können. Dioxin ist auch nach Ansicht von Fachleuten (Fernsehbeitrag heute) vor allem in tierischen Lebensmitteln zu finden - und wie giftig das ist, haben wir ja wohl gerade alle gelernt. Zudem findet man nur das, wonach man sucht und die Kontrollen sind äußerst lasch. zudem kann man gar nicht so viele Tests machen, wie es Substanzen gibt - und oft weiß man gar nicht, wonach man suchen soll, da nicht alle global eingesetzten Mittel bekannt sind.
Auch in Bezug auf Seuchen trägt das derzeitige System viel zur Förderung derselben bei: Das Problem der MRSA, die jetzt in Krankenhäusern ein ernstes Problem darstellen, ist eit Jahren in Schweineställen bekannt und dort immer noch ungelöst. Resistente Salmonellen und Campylobakter sind vor allem bei Geflügel, z. T. auch bei Schweinen verbreitet. Vogelgrippe kursiert gerade in geschlossenen Ställen - doch man richtete die Verordnung so ein, dass nur im Freiland streng getestet wird, geschlossene Stäle brauchen nur bei Erhöhung der Mortalitätsrate zu melden - eine solche ist aber vor allem bei Enten meist nicht gegeben. Allein die Tatsache, dass dennoch immer wieder Fälle in den geschlossenen Ställen offenbar wurden zeigt, dass es hier eine sehr hohe Dunkelziffer gibt. Doch die Regierung lenkt ab, indem sie den Blick zu Unrecht allein auf Wildvögel lenkt, die sich in seltenen Fällen mal an den ausgebrachten Fäkalien der Geflügeltiere auf den Feldern und in Gewäsern oder auch durch ungesicherte Kadaver anstecken. Was nützt es, wenn man bei den wenigen Freilandhaltungen selbst bei leichten Viren keult, während man im Stall gar nicht erst testet? Hier hat die Lobby ganz offensichtlich sehr gute Arbeit geleistet - zu Lasten der Tiere und Verbraucher!
14:06
Wenn ich mein Altöl in den Gulli schütte, mache ich mich strafbar (zu Recht); wenn ich mein Altöl zu meinem Futter hinzumische ist das in Ordnung?
Das kann doch wohl nicht sein.......
09:06
zu 7
gentechnisch veränderte Saaten für Viehfutter lassen sich meines Wissens schon gar nicht mehr verbieten und sind daher auch erlaubt.
Grund: In den USA ist die Kennzeichung von Genfood verboten. Das wiederum bedeutet, alles was wir von dort einführen, zum Beispiel Futtermais
hier auch verfüttert werden darf. Bei Bioprodukten dürfen bis 10 % Genfutter verwendet werden.
09:03
Wenn die Fa. Harles & Jentzsch jahrelang Reste von Biodiesel aufgekauft und verarbeitet haben,haben die uns bewußt vergiftet.Das ist Körperverletzung und muß dringend bestraft werden.
Oder wird das Ganze auch so gehandhabt,wie seinerzeit der Glykolskandal des Weingutes Pieroth in Rheinland-Pfalz? Da auch ein Vertreter der damaligen Landesregierung in dieser Sache verwickelt war,einigte man sich auf die Zahlung von 1 Mio DM.Das hat man dann aus der Portokasse locker hingeblättert.
08:59
ES SIND NICHT NUR EIER UND GEFLÜGELFLEISCH !
DAS VERSEUCHTE FUTTER IST AUCH IN DER SCHWEINEMAST EINGESTZT WORDEN !
ALSO ACHTUNG AUCH VOR SCHWEINEFLEISCH !
08:52
Ich will wissen ob die Eier in meinem Kühlschrank, die ich bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka o.ä. erwarb nun mit Dioxin belastet sind oder nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Dieses Verbraucherschutzministerium schützt doch vor allen Dingen die Produzenten und Händler!
08:44
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08:31
In anderen Ländern wären die verantwortlichen
Verbrecher schon hingerichtet worden.
08:03
WESTFALEN-BLATT meldet: unter http://tinyurl.com/34qer6v
Dioxin: Höfe in Minden-Lübbecke und Gütersloh gesperrt
Dioxinverseuchtes Geflügelfutter ist möglicherweise auch in landwirtschaftlichen Betrieben der Region zum Einsatz gekommen.
...
Es handelt es sich um Legehennen- und Putenmastbetriebe sowie um fünf weitere landwirtschaftliche Anwesen. Sie alle sollen Futter erhalten haben, dem Fette der Firma Harles und Jentzsch aus Schleswig-Holstein beigemischt worden waren.
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Derzeit wird geprüft, wer die verunreinigten Fette weiterverarbeitet und das Futter wohin geliefert habe. Die Lieferwege sind jedoch komplex: »Wir gehen davon aus, dass neun Futtermittelhersteller mit Fetten der besagten Firma beliefert worden sind«, sagte Ministeriumssprecher Seidlitz.
07:51
Uetersener Nachrichten vom 03.01.2011 20:36
Dioxine im Futter aus Uetersen: Führt die Spur nach Holland?
Skandal Bei Harles und Jentzsch ist man auf der Suche nach der Ursache der Verunreinigung.
www.uena.de/artikel/2909427
In den letzten 7 Tagen schon 296 mal gelesen - zuletzt am 04.01.2011 um 07:46.
Und wir rätselten gestern Abend noch mit unserem Kaffeesatz mit den drei Buchstaben