Die Züge in NRW haben wieder freie Bahn
23.08.2010 | 17:47 Uhr 2010-08-23T17:47:00+0200
Essen.Aufatmen im Bahnverkehr: Fahrgäste im gesamten Ruhrgebiet haben wieder freie Fahrt. Am Montag hatten die Verspätungen in Fern- und Nahverkehr Zehntausenden von Reisenden zum Teil lange Wartezeiten beschert.
Bahnreisende im gesamten Ruhrgebiet haben wieder freie Fahrt. Nachdem die Bahn AG die beschädigte Oberleitung auf der Revier-Hauptstrecke Duisburg-Essen-Bochum-Dortmund nach mehrstündigem Einsatz gegen 16 Uhr repariert hatte, rollen seit 17 Uhr fast alle Züge wieder fahrplanmäßig. Tagsüber hatten die Verspätungen in Fern- und Nahverkehr Zehntausenden von Fahrgästen auf den Bahnsteigen zum Teil lange Wartezeiten beschert.
Der Grund für den Fahrgast-Ärger: In Wattenscheid waren am Sonntagabend nach einem Gewittersturm Äste auf die Oberleitung gefallen. Ein Abellio-Zug der Linie RB 40 konnte nicht mehr rechtzeitig gebremst werden – die beschädigte Leitung fiel auf die Wagen. Die 35 Fahrgäste waren in dem Zug eineinhalb Stunden gefangen, weil zunächst der Strom abgestellt und die Fahrzeuge geerdet werden mussten. Verletzt wurde bei den Unglück niemand.
Die Auswirkungen des Oberleitungsschadens bekamen am Montag die Fahrgästen überall im Revier zu spüren. Die Bahn AG leitete den Fernverkehr zwischen Dortmund und Essen über Herne und Gelsenkirchen um. Dadurch fuhren fast alle IC- und ICE-Züge mindestens 15 Minuten hinter ihrem Fahrplan her. Bochum Hbf war vom direkten Fernverkehr abgehängt. Im Nahverkehr gab es auf vielen Linien Verspätungen zwischen 15 und 30 Minuten. Selbst auf Strecken, die durch den Oberleitungsschaden nicht direkt betroffen waren, kam der Fahrplan - wie auf der S9 von Haltern nach Wuppertal – aus dem Takt. An der Unglücksstelle in Wattenscheid wurde der Nahverkehr eingleisig vorbeigeführt, was aber ebenfalls zu Verspätungen führte.
10:46
In der guten alten Dampflokzeit waren die Seiten der Bahnstrecken in der Regel nicht mit Bäumen oder Sträuchern bewachsen. So u. a. zu sehen auf vielen alten Bilder. Dafür sorgten viel Hände von Bundesbahnmitarbeitern und Unmengen von Pflanzengiften. Grund war vor allem die Vermeidung von Böschungsbränden bei Funkenflug.
Heute dagegen sieht es rechts und links der Strecken in der Regel wie in einem Urwald aus. Und dass es im Urwald immer mal wieder zu Astbruch kommt, liegt in der Natur der Sache.
Auf jeden Fall gibt es die Bahnmitarbeiter von damals nicht mehr in der gleichen Anzahl, zum Glück aber auch die Unmengen von versprühten Pflanzengiften nicht mehr.
Fazit: Bahn (aus wirtschaftlichen Interessen) und Bahnreisende (leider) leben mit dem Risiko von Oberleitungsschäden.
18:53
Mann o mann, ihr verbohrten Nörgler... Kaum ist mal wieder eine Störung bei der Bahn, für die die Bahn nichts kann, wird wieder gewettert und gehetzt, was das Zeug hält. Dabei sind die Ursachen solcher Störungen von Menschen gemacht, nämlich die durch den Klimawandel stärker gewordenen Gewitter (Unwetter). Wem die Bahn nicht passt, braucht sie ja nicht zu benutzen. Es wird in Deutschland niemand gezwungen, die Bahn zu benutzen. Steigt doch am besten aufs Auto um, ihr Nörgler. Kein Unternehmen hat so zu leiden, wie die Bahn, aber mit Staatsbetrieben kann man es ja machen.
16:38
Das die Verspätungen der Nah- und Fernverkehrszüge ärgerlich sind kann ich gut nachvollziehen. Aber ich finde das unmöglich, wie hier teilweise auf die Bahn rumgehackt wird. Dass Äste auf die Gleise fallen und dadurch die Oberleitung beschädigen ist bei Unwettern nicht zu vermeiden.
Und gerade bei Bochum wo viele Züge verkehren ist es doch wohl klar, dass so ein Vorfall sich auf dem Gesamten Zugverkehr auswirkt.
07:59
ICE hatten eine Verspätung von 15 Minuten,
ist ja glatt eine Verbesserung gegenüber dem
Normalfall.
Na denn, bis zur nächsten Flickschusterei,
Voraussicht war noch nie Ding der Bahn.
Als nächstes fallen ja wieder überraschend die bösen bösen Blätter, die dann die Züge unerwartet stoppen.
05:34
bald kommt wieder die zeit, in der unerwartet von den ästen, die noch nicht im draht hingen, das laub jahreszeiten bedingt der erdanziehung folgt...
nicht das es dann jemanden überrascht
01:21
Leute fahrt täglich mit der S9 Richtung Haltern und zurück, dann wisst ihr was Anschluss heißt.
00:39
#1 Nö, Einspruch! Unter der Gewinnsucht des -zum Glück- verhindertenBörsengängers Mehdorn wurde die Infrastruktur der ehemaligen Bundesbahn gnadenlos vernachlässigt und alles an die Wand gefahren. Die Personalkapazität und Infrastruktur wurden beschnitten, dass dieses Desaster vorhersehbar war. Nur nicht bei den unfähigen, betriebsfremden Bahnvorständen und unseren schlafmützigen Politikern der Kabinette unter Kohl, Schröder und Merkel. Im November 1972 fegte auch ein Orkan über Europa hinweg. Aber die Bahn hatte seiner Zeit nicht im Ansatz die Probleme, wie sie heute ein im Vergleich dazu mildes Gewitterlüftchen heraufbeschwört...
23:44
Am falschen Ende wird gespart. Viele Verspätungen, Ausfälle und Umleitungen sind hausgemacht. Nicht nur die Technik in den Zügen als solches muss o.k. sein, auch das wichtige drumherum, wie die Trassenführung, Baumbeschnitt und Streckenpflege.
Warten wir bis zur nächsten Panne.
Höhere Gewalt kann ich hier nicht wirklich sehen.
Michael Beckmann
22:43
Häufige Oberleitungsschäden durch umstürzende Bäume und abbrechende Äste weisen auf eine völlig unzureichende Streckenwartung durch die DB hin, haben also überhaupt nichts mit höherer Gewalt, aber alles mit Schlamperei und falscher Sparpolitik der DB zu tun.
21:40
Bravo.
Mal eine dickes Dankeschön an die Techniker und Monteure der Bahn, die bei Wind und Wetter schrauben, damit die Fahrgäste wieder reisen können.
Vielen Dank.