Die schlimmste Lüge – von Dietmar Seher
27.07.2010 | 19:10 Uhr 2010-07-27T19:10:00+0200Die 20 Todesopfer von Duisburg haben Brustquetschungen erlitten. Daran sind sie gestorben. Die Mitteilung der Ministerpräsidentin, gestützt auf den Obduktionsbericht, wird die frischen Wunden der Angehörigen der Toten erneut aufreißen. In Trauer. Und wohl in ohnmächtiger Wut.
Denn Duisburgs Stadtspitze und der Polizeivize haben die Familien über die Todesursache getäuscht. Sie haben die Öffentlichkeit unverschämt angelogen. Sie haben in der Pressekonferenz am Sonntag erklärt, dass das Unglück nicht passiert sei, weil es im Tunnel zu eng war, sondern weil „einige hinter dem Tunnel versucht haben, schneller auf das Gelände zu gelangen“. Dort seien sie abgestürzt. Der Panikforscher Schreckenberg ergänzte: „Es gibt Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten.“
Nichts davon stimmt. Die Opfer wurden zerquetscht. Die Äußerungen waren der Versuch, alle Verantwortung für die Katastrophe von sich abzuleiten und den Toten zu geben. Sozusagen: Die waren selbst schuld! Die Obduktion hat den Versuch als Täuschungsversuch entlarvt. Herr Dezernent, Herr Polizeichef, Herr Professor: Können Sie den Angehörigen noch in die Augen sehen?
20:18
@Seher: Wenn Sie Herrn Polizeiinspekteur Wehe heute aufmerksam zugehört haben, dann müssten Sie doch eigentlich merken, dass Sie am ehesten zu denen gehören, die die Opfer mit unsauberer Meinungsmache verhöhnen. Leider erlebt man bei Journalisten immer öfter, dass ohne saubere Rechercheergebnisse einseitige Meinungsmache betrieben wird. Wann treten Sie zurück?
15:34
@ #13 (Schnuffie):
Polizei und Feuerwehr sind doch ganz offensichtlich an der Planung und Vorbereitung der LP beteiligt gewesen - allerdings ohne, dass man auch auf sie gehört hätte... :-(
Die Entscheidung, ob und wie die Veranstaltung stattfinden durfte, lag aber nun mal nicht bei der Polizei oder der Feuerwehr!!! Und ob es am politischen Druck lag, dass im Vorfeld noch nicht einmal die Warnungen nicht an die Öffentlichkeit drangen, sollte im Rahmen der nun anstehenden Ermittlungen wohl festgestellt werden können...
15:29
Ergänzung zu meiner vorherigen Beitrag:
Offensichtlich hat Herr Seher hier nicht Bericht erstattet sondern kommentiert, das habe ich zunächst überslesen. meinbe Kritik in Bezug auf eine einseitige Berichterstattung relativiert sich somit.
Allerdings berichtigt auch ein Kommentar dessen Schreiber nicht dazu, auf derart niedrigem Niveau Stimmung zu machen, wie es hier geschehen ist.
Ein bißchen über den Tellerand hinauszuschauen, von dem aus man die Welt betrachtet, und erst zu denken, bevor man (einen Kommentar) schreibt, schadet vom Grundsatz eher ganz sicher nicht. Oder?
15:18
Ich frage mich nur; warum hat niemand dem Herrn Sauerland und seinen Mitarbeitern die Mitbeteiligung verweigert?
Damit meine ich z. Bsp. : die Polizei, die Feuerwehr!
Jetzt sich hinzustellen und zu sagen, wir haben schon immer Bedenken gehabt reicht nicht. Hätten sie es nicht unterbinden sollen? Oder liegt es nur an Herrn Sauerland?
15:12
Sehr geehrter Herr Seher!
Ihre extrem einseitige Berichterstattung und Meinungsmache ist nicht nur - wie schon vom Vorschreiber erkannt - unterstes Bildzeitungsniveau sondern schlicht und ergreifend unverschämt!
Mit welchem Recht erlauben Sie es sich, dem Duisburger OB und dem Polizei-Vize vorzuwerfen, dass sie die Menschen bewusst und gewollt getäuscht haben, indem sie nur wenige Stunden nach dem Unglück mit dem (bißchen) Wissen, was sie zu diesem Zeitpunkt hatten, an die Öffentlichkeit gingen, die zu diesem Zeitpunkt jegliche Information dringlichst einforderte?
Ihre Behauptung ist - mit Verlaub - unsachlich und entbehrt jegliches journalistische Feingewühl. Ich dachte, als als Leser Ihrer Zeitung hätte man dieses doch wohl erwarten können, oder nicht?
Und nicht, dass wir uns missverstehen:
Ich möchte die Herren, die da recht kleinlaut in der Pressekonferenz vor sich hin stotterten, beileibe nicht in Schutz nehmen - allerdings haben auch sie das Recht auf eine objektive und neutrale Berichterstattung! Aber genau die vermisse ich in den letzten Tagen in vielen Medien immer mehr - so auch in derWesten.de... :-(
13:31
Nun lassen Sie aber mal die Kirche im Dorf, Herr Seher! Keine 19 Stunden nach der Tragödie wurden durch die Medien vehement Antworten eingefordert. Antworten, die es zu diesem frühen Zeitpunkt noch gar nicht geben konnte. Also haben die Verantwortlichen das geäußert, von dem sie zum fraglichen Zeitpunkt ausgingen und lagen damit nach heutigem Wissen wohl falsch. Den kleinen Halbsatz Nach jetzigem Stand... ignoriert Ihr Kommentar leider völlig und bemüht sich statt dessen, den (berechtigten) Volkszorn weiter zu schüren. Das ist Bildzeitungsneveau, Herr Seher!
Ich gehe davon aus, dass es viel schlimmere Lügen gab, dass es Schuldige gibt und dass all dies durch die auf Hochtouren laufenden Ermittlungen restlos ans Licht kommen wird. Hetzkommentare wie dieser sind dabei aber ebenso wenig hilfreich, wie vorzeitig eingeforderte Antworten und sie helfen weder den Opfern, noch den Hinterbliebenen.
13:27
selbst wenn die Toten gestürzt sind, so war der Ausweg über die Treppe doch nur ein Akt der Hilflosigkeit aus dem Chaos zu entkommen, nicht um schneller auf dem Gelände zu sein. Hunderte private Handyvideos sind doch wohl Beweis genug.
13:03
mal davon abgesehen, dass die ganze PK am sonntag mittag für die tonne war, fand ich es tatsächlich schon sehr frech, ohne obduktion zu behaupten, dass alle toten gestürzt sind.
und #1, ich denke man kann ganz gut sagen, ob jemand erdrückt oder erst gestürzt udn dann erdrückt wurde. beim sturz wird es noch andere verletzungenen gegeben haben, die eine quetschung nicht erreicht.
11:59
Und wieviel Lügen werden uns diese Personen noch auftischen, um straffrei davon zukommen?
11:41
@ K. Stannies
Sie haben wahrscheinlich noch nicht in einer nach allen Seiten drängenden Menschenmenge
gestanden.
Ich schon,
man wird ganz einfach gedrückt, gequetscht und verliert das Bewußtsein man stürzt und wird zertreten wenn man Pech hat.
Ich hatte zum Glück nur Rippenprellungen.
Also , Ihre Vermutungen sind auch vorschnell und pietätlos
gegenüber den Verstorbenen und Verletzten.