Die Schau des Adolf Sauerland - von R. Oppers
15.08.2010 | 14:46 Uhr 2010-08-15T14:46:00+0200Drei Wochen nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg mit 21 Toten und über 500 Verletzten gibt OB Adolf Sauerland noch immer keine Antwort auf die Fragen seiner Verantwortung. Ein jammervolles Schauspiel, meint NRZ-Chefredakteur Rüdiger Oppers.
Duisburg ist auch drei Wochen nach der Loveparade-Katastrophe ohne Führung, ohne Gesicht, ohne Stimme. Dabei gebietet der Duisburger Oberbürgermeister, Repräsentant einer der ärmsten Städte in NRW, über eine Pressestelle, dazu über einen persönlichen Sprecher und nun auch noch einen kostspieligen PR- und Imageberater – und alle schweigen. Stattdessen inszeniert Adolf Sauerland ein schäbiges Spiel um seine Person. Auf Kosten der Steuerzahler versucht er, seinen Ruf zu retten. Im exklusiven Interview fürs Fernsehen gibt er aber noch immer keine Antwort auf die drängenden Fragen nach der moralischen und politischen Verantwortung. Er redet lieber über sich selbst.
Was uns da geboten wird, ist ein jammervolles Schauspiel: Adolf Sauerland in der Rolle des Opfers. Wollte sich der Duisburger Oberbürgermeister der Öffentlichkeit stellen, würde er eine Pressekonferenz geben und allen Medien Rede und Antwort stehen. Stattdessen macht er aus der Tragödie eine TV-Schau. Von Verantwortung noch immer keine Spur. Eigentlich sollte ein Oberbürgermeister Garant für Recht und Ordnung sein. Aber Sauerland kennt vor allem Selbstgerechtigkeit.
Es gibt noch andere Scheinheilige
Seine Verdrängungstaktik ist nicht ohne Erfolg: Mittlerweile diskutiert man in der Öffentlichkeit intensiv darüber, ob er angemessen versorgt aus dem Amt scheiden kann. Es ist aber nicht die Rede davon, wie es um die Opfer steht. Was wird den Eltern noch gegeben, denen ein Kind genommen wurde?
Erneut kündigt Herr Sauerland seine Mitwirkung bei der Aufklärung der Ereignisse an. Das ist keineswegs eine freiwillige oder gar lobenswerte Leistung. Die Staatsanwaltschaft wird sie ihm ohnehin abfordern, ob er Oberbürgermeister ist oder nicht, macht keinen Unterschied.
Aber Adolf Sauerland ist nicht alleine. Es gibt andere Scheinheilige. Wenige Wochen nur ist es her, dass unter dem „Label“ Kulturhauptstadt 2010 zur Loveparade eingeladen wurde, die auch den Ruhm des Prestige-Projekts „Zwanzigzehn“ mehren sollte. Manager der Kulturhauptstadt standen parat, um den Millionen-Besucherrekord stolz der Presse zu präsentieren. Eine dreiste, vorab vereinbarte Lüge, die nun sogar das schweigsame Stadtoberhaupt eingestanden hat. Absurde Zahlen, gefälscht auf Wunsch der Vermarkter. Gespenstisch ist, dass Stadt und Veranstalter willfährig bereit waren, die Öffentlichkeit zu täuschen. Auch die Kulturhauptstadt-Macher müssen sich fragen lassen, ob sie sich selbst zum Teil dieser Heuchelei gemacht haben.
Es reicht nicht aus, solchen Großveranstaltungen nur ein „Label“, eine Marke, aufzukleben. Als Gastgeber hat man auch Pflichten. Eingeladen haben viele zu diesem Totentanz. Die Verantwortlichen sind betroffen, aber eben nicht verantwortlich. So ist das in Duisburg: 21 Menschen sind tot, und niemand, wirklich niemand, ist schuld.
17:47
NRZ-Chefredakteur Rüdiger Oppers schreibt u.a., Adolf Sauerland inszeniert ein schäbiges Spiel um seine Person. Auf Kosten der Steuerzahler versucht er, seinen Ruf zu retten. Was uns da geboten wird, ist ein jammervolles Schauspiel: Adolf Sauerland in der Rolle des Opfers. Sauerland kennt vor allem Selbstgerechtigkeit. Aber Adolf Sauerland ist nicht alleine. Es gibt andere Scheinheilige.
Das sind nur einige wenige Sätze aus einem aktuellen Kommentar der WAZ. Ich sehe seit drei Wochen in einer tendenziösen Berichterstattung der WAZ den Missbrauch der Pressefreiheit. Seit dieser Zeit erfolgt auf Seiten der WAZ eine Kampagne und Hetzjagd auf Oberbürgermeister Sauerland durch Überspitzung und unscharfer die Wertung nicht von den Informationen trennenden Berichterstattung. Dies gilt über den Kommentar hinaus insbesondere für die so genannte Berichterstattung der WAZ durchgehend in Sachen Loveparade.
Ich werde daher mich beim Deutschen Presserat über die WAZ beschweren, die sich zur Einhaltung des Pressekodex verpflichtet hat.
Ziffer 9 – Schutz der Ehre
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.
Ziffer 13 – Unschuldsvermutung
Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt auch für die Presse.
Wen wundert es dann, dass im folgenden Kommentarbereich nach dem Hetzartikel der WAZ sich folgender Eintrag findet:
#18 von R. Leng , am 15.08.2010 um 17:30 warum der immer noch um seine zweite Rente kämpft ist mir ein Rätsel. Die erlebt der doch sowieso nicht. Er wird (hoffentlich, und da bin ich mir aber auch sicher) XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX hier gelöscht, weil durch Morddrohung strafrechtlich relevant.
Ich sehe die Berufsethik verletzt und werde daher das Beschwerdeverfahren anstoßen.
17:47
Der Artikel stellt zur recht fest: Niemand ist Schuld! Wir sind ja nicht mehr im Mittelalter: Wenn die Kuh tot umfällt, muss sie nicht zwangsläufig verhext sein.
Wie der Amerikaner sagt: Shit happens.
Komplexe Abläufe gehen halt 999 mal gut und einmal schief. Mit ein bisschen Glück (oder weniger Pech) wäre es auch in Duisburg anders gelaufen.
Jetzt irgendeinen Sündenbock auszugucken ist einfach nur peinlich bis idiotisch.
17:44
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17:41
#17 - natürlich ist es möglich, Strafanzeige zu stellen und es haben ja auch bereits Leute getan, nicht nur in Bezug auf Herrn Sauerland - die Staatsanwaltschaft ist aber unabhängig davon bereits seit dem Tag nach der Loveparade mit Ermittlungen der Gesamtsituation tätig.
Und hat bisher (angeblich/scheinbar) noch keine Anhaltspunkte gefunden, die eine Person oder Position unter Anklage stellen könnte. Noch immer wird (nach meinem Wissensstand) ausschließlich gegen Unbekannt ermittelt.
Das weißt darauf hin, dass die Befürchtungen vieler Bürger sich eventuell bewahrheiten - dass wirklich Verantwortliche ungeschoren davon kommen, während es einige, kleine untergeordnete Angestellte geben wird, die am Ende den Kopf hinhalten müssen.
17:36
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17:35
@Paulchen
Die Wiederholung ihres dümmlichen Kommentars macht es nicht wahrer :)
17:32
ohne schreibfehler:
es ist wohl möglich eine strafanzeige gegen herrn sauerland wegen verschleierung einer straftat zu stellen. dann muss die staatsanwaltschaft tätig werden. keinen der beteiligten sollte man davon kommen lassen. aber das volk will nicht in seiner ruhe gestört werden und ist vergesslich.
17:30
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17:28
es wohl möglich eine strafanzeige gegen herrn sauerland wegen verschleierung einer straftat zu stellen. dann muss die staatsanwalt tätig werden. keien der beteiligten sollte man davon kommen lassen. aber das volk wiill nicht in seiner ruhe gestört werden und ist vergesslich.
17:19
Nach dem Beitrag von Herrn Oppers ist mir jetzt alles klar. Der Sauerland ist schuldig. Was brauchen wir noch Untersuchungen und Richtersprüche?