Lost in Deutschland
Die Sache mit den Zahlen
02.12.2009 | 23:01 Uhr 2009-12-02T23:01:00+0100Warum ist eine englische „billion“ nicht mit der deutschen Billion gleichzusetzen? Brian Melican hat die Antwort.
Es wird in Deutschland viel darüber geredet, wie wichtig es sei, gute Englisch-Kenntnisse zu haben. Ohne Englisch, heißt es, bleiben einem die besten Jobs, die spannendsten Aufgaben und die höheren Gehaltsbereiche verwehrt. Was auch stimmen dürfte.
Englisch braucht man aber auch oft ausgerechnet da, wo man es nicht erwartet hätte. Wenn ich zum Beispiel als Deutscher eine deutsche Zeitung lese. Denn viele wichtige Impulse kommen aus dem Englisch-sprachigen Raum: und nicht jede Redaktion kann auf gute Übersetzungsressourcen zurückgreifen.
Da muss also der Deutsche in der Schule aufgepasst haben. Dann merkt er sofort, dass die Bevölkerung Indiens keine „1,1 Billionen“ betragen kann, wo sich die gesamte Weltbevölkerung doch hartnäckig unter der 7-Milliarden-Schwelle hält – um einen der eklatantesten Übersetzungsfehler zu erwähnen, der mir je aufgefallen ist.
Ein verbreiteter Übersetzungsfehler
Das kommt, weil eine „billion“ auf Englisch nicht mit der deutschen Billion gleichzusetzen ist, sondern lediglich einer Milliarde entspricht. Spätestens seitdem sich Bastian Sick des Themas angenommen hat, dürfte die Falle jedoch vielen bekannt sein. Solche Fehler werden also wohl weniger häufig begangen – und in jedem Falle häufiger erkannt.
Bleibt aber natürlich die Frage, warum es in der Mathematik – die eigentlich eine eher internationale, verständliche Sprache darstellt – zu so einem grundlegenden Widerspruch kommen konnte?
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