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Die meisten Mängel hat die Beleuchtung

26.10.2011 | 16:57 Uhr

Berlin (dapd). Jeder siebte Bus in Deutschland fällt beim TÜV zunächst durch: Knapp 14 Prozent hätten ihre Plakette erst nach einem Werkstatt-Besuch erhalten, teilte der TÜV-Verband am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Bus-Reports 2011 mit. Ausgewertet wurden die Ergebnisse von 50.000 Hauptuntersuchungen, die für Busse jährlich vorgeschrieben ist. Dabei wurden Mängel an fast jedem zweiten Bus (45,5 Prozent) festgestellt.

In 13,8 Prozent der Fälle ging es um erhebliche Mängel, die einen Werkstatt-Besuch erforderlich machten. Geringe Mängel wiesen 30,5 Prozent auf. Aus dem Verkehr gezogen werden musste jeder 500. Bus (0,2 Prozent), also rund 100 Fahrzeuge.

Besonders häufig beanstandet wurden Mängel an der Beleuchtung (19,4 Prozent). Es folgten Fehler an Motor und Antrieb (5,2 Prozent), an der Vorder- und Hinterachse (5,0 Prozent) und Rost an tragenden Teilen (4,9 Prozent). Die Bremswirkung war bei 4,0 Prozent aller Busse eingeschränkt, bei 2,6 Prozent stellte der TÜV ein zu großes Lenkungsspiel fest. Mängel bei der Fahrgastsicherheit, zum Beispiel defekte Notausstiege oder fehlende Feuerlöscher, wurden bei 2,4 Prozent der Fahrzeuge registriert.

Je älter ein Bus ist, umso öfter traten erhebliche Mängel auf. So lag die Beanstandungsquote in diesem Bereich bei einem einjährigen Bus bei 4,5 Prozent, nach sieben Jahren hatte sie sich fast verfreifacht (12,4 Prozent). Bei 20-jährigen Bussen registrierten die Experten in 26,9 Prozent der Fälle erhebliche Mängel. Die in Deutschland zugelassenen Busse haben ein Durchschnittsalter von 8,8 Jahren. Befördert werden im Jahr 5,5 Milliarden Passagiere.

Busse blieben das sicherste Verkehrsmittel, betonte Klaus Brüggemann vom TÜV-Verband. Die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen seien hoch. So müsse der Fahrer vor der Abfahrt eines Busses bestimmte Kontrollen durchführen. Die hohe Zahl vermeidbarer Mängel beispielsweise bei der Beleuchtung sehe er allerdings als Indiz dafür, "dass diese Abfahrtskontrollen nicht so ganz ernst genommen werden". Auch Öllecks im Motorraum, die ein hohes Brandrisiko beinhalteten, seien bei einer solchen Kontrolle erkennbar. "Das sollte eigentlich nicht zu einer Mängelquote von 12 Prozent führen."

Busse müssen in Deutschland jedes Jahr zur Hauptuntersuchung und ab dem dritten Jahr viermal jährlich zu einer Sicherheitsüberprüfung. Der TÜV rief Busunternehmen auf, gerade bei älteren Fahrzeugen rechtzeitig Instandhaltungsarbeiten vorzunehmen. Verbraucher wiederum, die eine Busreise planten oder organisierten, sollten die Angebote genau prüfen und nicht nur auf den Preis achten. Sicherheit gebe es nicht zum Nulltarif. "Wenn der Einzelne immer weniger bereit ist, für einen hohen Qualitätsstandard Geld auszugeben, spart er am Ende auch an der Sicherheit."

Statistisch gesehen sei das Risiko, mit einem Pkw zu verunglücken, um ein Vielfaches höher, sagte Brüggemann. Aber schwere Busunglücke der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass im Falle eines Unfalls häufig viele Tote und Schwerverletzte zu beklagen seien. Im Juni 2007 waren auf der Autobahn zwischen Magdeburg und Halle 13 Menschen bei einem Busunglück ums Leben gekommen. Gut ein Jahr später, im November 2008, starben bei Hannover 20 Menschen, als ein Bus in Flammen aufging und komplett ausbrannte.

dapd

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