Die Linke hat Sehnsucht nach Lafontaine
26.12.2011 | 14:10 Uhr 2011-12-26T14:10:00+0100
BerlinLinksfraktionschef Gregor Gysi schlägt Oskar Lafontaine für eine Führungsrolle im Bundestag vor. Der Saarländer könne "selbstverständlich" wieder eine hohe Position unter den Linke-Abgeordneten übernehmen, sagte Gysi in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd. Während Berlins Linke-Chef Klaus Lederer und die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler sich ähnlich äußerten, mahnte Bundesparteivize Sahra Wagenknecht, eine Führungsdebatte bringe die Partei jetzt nicht weiter.
Gysi betonte sein gutes Verhältnis zu Lafontaine. "Noch nie haben Sie etwas von mir gegen ihn gehört, umgekehrt genauso wenig, selbst wenn es Ärger gab", sagte er. In seiner derzeitigen Position als Fraktionschef im Saarland sei Lafontaine "ein bisschen unterfordert", urteilte Gysi. Eine Rückkehr des 68-Jährigen an die Parteispitze erklärte er jedoch für unwahrscheinlich. Gysi erinnerte an die Zeit von 2005 bis 2009, als er gemeinsam mit Lafontaine den Linke-Abgeordneten vorgestanden hatte: "Wir haben damals als Fraktionsvorsitzende eine gute Arbeitsteilung gefunden und wir kommen gut miteinander aus."
Ohne Lafontaine keine Linke
Lederer, sagte über Lafontaine: " Ich wünsche mir, dass er die Linke gemeinsam mit Gregor Gysi in die nächste Bundestagswahl führt." Lafontaine werde gebraucht, "er ist ein politisches Schwergewicht", sagte Lederer. Wissler betonte, sie wünsche sich "natürlich", dass Lafontaine wieder eine größere Rolle spielt. Ohne ihn "wäre das Projekt Linke nicht möglich gewesen".
Wagenknecht wiederum, die mit Lafontaine liiert ist, dämpfte die Gerüchteküche über dessen Comeback. Der saarländische Fraktionschef habe sich "erfreulicherweise in den letzten Monaten wieder verstärkt in die Bundespolitik eingebracht, was von sehr vielen Mitgliedern begrüßt wird". Sie forderte ihre Partei jedoch eindringlich auf, eine erneute Führungsdebatte zu vermeiden. Es wäre für viele Menschen "schlicht nicht nachvollziehbar", wenn die Linke mitten in der europäischen Krise Personaldiskussionen führe, sagte Wagenknecht.
Zu möglichen eigenen Ambitionen auf den Parteivorsitz sagte sie: "Ich habe zwei wirklich zeitaufwendige Funktionen als stellvertretende Vorsitzende sowohl in der Partei als auch in der Fraktion. Ich will jetzt alles dafür tun, dass ich diese Funktionen gut ausfülle." Wagenknecht war im November zur ersten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Zu Gysi habe sie "inzwischen ein sehr gutes Verhältnis", sagte sie.
Keine Mitgliederbefragung zur Personalentscheidung
Sowohl Wagenknecht als auch Gysi sprachen sich gegen eine Befragung der Mitglieder zur künftigen Parteispitze aus. Wagenknecht erklärte, laut Satzung sei nur eine unverbindliche Befragung möglich. "Es hat sich gezeigt, dass die große Mehrheit der Landesverbände eine solche Mitgliederbefragung zur Parteispitze ablehnt, denn sie würde uns jetzt monatelang zur Selbstbeschäftigung zwingen", sagte sie.
Gysi sagte, er unterstütze die Idee, bis Mitte Januar einen Vorschlag für eine kooperative Führung auszuarbeiten. Damit sei man die Personaldiskussion los. Lederer verlangte einen Personalwechsel an der Parteispitze. Die Linke brauche eine "breite Führung, die vertrauensvoll miteinander arbeitet, weiblicher, moderner, jünger", sagte er. Die Linke wählt im Sommer 2012 auf einem Parteitag in Göttingen eine neue Führungsspitze - die jetzige Doppelspitze Gesine Lötzsch und Klaus Ernst gilt vielen in der Partei als schwach: Lötzsch hatte sich mit diversen Äußerungen zur DDR-Vergangenheit ins Kreizfeuer öffentlicher Kritik laviert, Klaus Ernst ging es um Fragen des Lebensstils und Finanzen. (dapd)
16:09
Wären Lafontaine, Gysi oder Wagenknecht in der CDU, wären sie längst Kanzler/in, und die CDU hätte die absolute Mehrheit. Gut, das sich alle drei Visionäre niemals mit einer Partei von vorgestern abgeben würden.
19:15
Lafontaine, Gysi und Wagenknecht,
jede/r einzelne könnte die politische Kompetenz von CD/CSU, Fdp oder Spd aufwiegen.
Wenn die dann noch die Chance hätten Politik in Dland (mit) zu bestimmen, ein großer Schritt für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie.
19:09
Irgendwie kann ich mich immer des Eindrucks nicht erwehren, dass das alles Ironie ist, was Sie da von sich geben.
Aber gut, nehmen wir mal an, dass Sie das Ernst meinen. (was mir Leid täte)
Wenn Sie schon meine Forderung, sich mit den politischen Ansichten der Linken zumindest mal inhaltlich auseinanerzusetzen, zuviel ist, haben SIe aber ein merkwürdiges Demokratieverständnis.
Ich bin weder Kommunist noch Mitglied der Linken, aber ich halte diese Partei angesichts des politischen Einheitsbreis der übrigen Parteien derzeit für unverzichtbar, da die SPD nach Hartz IV etc auf dem Gebiet der Sozialpolitik leider ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.
Wir haben in Deutschland ein politisches System, das es uns trotz aller Schwächen erlaubt, uns eine eigene politische Meinung zu bilden und diese auch zu äußern. Von daher ist es immer wieder erschreckend, wieviele Menschen sich mit der durch die Medien verbreiteten Mainstream-Meinungen zufrieden geben.
Also: Einfach mal selber denken, auch wenns anstrengend ist.
18:50
Dummberger und der Linker Genosse zeigen hier einhellig auf welchen Niveau diese Leute diskutieren...genauso wie Parteistrategenb ihnen das beigebracht haben......Brüder zur Sonne und Freiheit.........
Schließlich muß man das Banner von Luxenburg und Engels hochhaltewn...da kommen Wagenknecht und lafo zur richtigen Zeit...darum werden die Beiden in den Medien bei und in ihrem Auftreten mittlerweile auch als Duplikate der Luxenburg u. Engels so genannt.....die heraufbeschworene Nostalgie läßt grüßen......die Genossen freuen sich......
@Murphy
Von Ihren bisherigen Kommentaren ausgehend habe ich Sie bislang für sozial ausgewogen gehalten. Dass Sie nun allerdings beigehen und sozial eingestellte Kommentatoren als niveaulose Leute hinstellen ist wohl der Ihrigen Dummheit anzulasten.
Wie Sie selbst allerdings Ihre Kommentare mitsamt den Deutschfehlern gestalten habe ich Ihnen bislang noch nicht vorgeworfen, was ich nun hiermit mache und zugleich mit Nachdruck darauf hinweise. Darauf hinweise, weil Sie in diesem Moment soetwas von niveaulos kommentieren, das man fast der Meinung sein, kann dass Sie eher dem braunen Spektrum angehören.
17:28
"Wenn Sie sich heute noch mit Themen der FDP beschäftigen, beweist es meine Meinung über Sie. Sie vergeuden Ihre Zeit mit untergehenden Parteien."
So schrieben Sie in Kommentar #11
Und Sie sammeln sogar noch die Mitgliederstatistik einer Ihrer Meinung nach untergehenden Partei.
Wissen Sie, ob ich die politische Aussage einer Partei richtig oder falsch finde, mache ich nicht von der Mitgliederentwicklung abhängig.
Das mögen Sie anders sehen. Ich wünsche Ihen auf jeden Fall schon mal viel Spaß mit den Piraten.
17:04
Aber, aber, so sehen die Mitgliederzahlen der am 04.02. 1990 gegründeten PDS aus.
Bei der Altersstruktur, heutiges Durchschnittsalter über 62 Jahre, sind dann bis 2025 auch die letzten alten Mitglieder verschwunden und die Neuen lohnt dann nicht mehr zu zählen.
Folge ich den Gedanken von Linker-Genosse #27,
Zitat:
Auf die Linke bezogen kann ich Ihnen aus eigenem Wissen sagen dass die meisten Mitglieder, die noch aus der ehemaligen SED-Partei stammten, zwischenzeitlich verstorben sind.
Zitat Ende:
hat der Sensemann bei den Mitgliedern der PDS überdurchschnittlich oft zugeschlagen.
• 1990: 285.000
• 1991: 172.579
• 1992: 146.742
• 1993: 131.406
• 1994: 123.751
• 1995: 114.940
• 1996: 105.029
• 1997: 98.624
• 1998: 94.627
• 1999: 88.594
• 2000: 83.478
• 2001: 77.845
• 2002: 70.805
• 2003: 65.753
• 2004: 61.385
• 2005: 61.489
• 2006: 60.338
http://de.wikipedia.org/wiki/Partei_des_Demokratischen_Sozialismus
Was stand denn in dem ersten Satz meines Kommentares?
Dass Sie natürlich beigehen und die Wörter im Mund verdrehen war nicht anders zu erwarten. Zu erwarten war auch nicht dass Sie, wenn Sie schon aus Wikipedia zitieren, nur das lesen und niederschreiben möchten, was Sie gerade oberflächlich vorgefunden haben.
Hier aber noch andere Hinweise:
Zitate aus Wikipedia:
Von den ehemals 2,3 Millionen Mitgliedern der SED traten rund 95 Prozent aus und wurden nicht Mitglieder der späteren PDS bzw. Linkspartei
Dies wurde bereits von mir angemerkt.
Und nun das weitere Zitat aus Wikipedia:
Einer Studie zufolge jedoch waren 2003 über 70 Prozent der Mitglieder über sechzig Jahre alt. Als Folge davon schlossen sich teilweise Gebietsverbände zu größeren Einheiten zusammen, um handlungsfähig zu bleiben.
Wo habe ich etwas falsches behauptet, wenn ich schreibe dass die meisten Mitglieder verstorben sind? Ich hoffe Sie benötigen Ihre Goldwaage auch in Ihren eigenen Interessen.
Nun können Sie als ewiggestriger wieder Ihren Sermon ablassen.
16:45
"Sinkpflug"
Der ist gut und passt zum "Nie-wo" Ihres ganzen Beitrags.
16:30
Hier kann man genau nachlesen, wie die Kaderschmiede der SED oder PDS oder Die Linke geschult wurde.....richtig nachvollziehbar....unvergleichlich.....wir die Weltverbesserer und die dummen Anderen.....naja, was soll man auch sagen / schreiben wenn die Partei nur diese Parolen den Mitgliedern eingehämmert hat........
Umsonst merken die Menschen hier im Land endlich.....große Klappe und nichts dahinter.....nachzulesen an der Prozewntpunkten....die im Sinkpflug sind.....
16:27
@DKWF12
Unmittelbar nach der Wende traten sehr viele Mitglieder aus der SED aus und nicht der PDS bei.
Auf die Linke bezogen kann ich Ihnen aus eigenem Wissen sagen dass die meisten Mitglieder, die noch aus der ehemaligen SED-Partei stammten, zwischenzeitlich verstorben sind. Diese Zahl übertrifft leider die Zahl der Neuzugänge.
Wie schon von einem anderen Kommentator treffend geschrieben, auch andere Parteien haben entsprechende Rückgänge zu verkraften.
Den Vergleich den Sie hier allerdings mit Vereinen ziehen wollen, der hinkt nicht nur, er ist darüber hinaus absolut falsch angebracht, weil es ein Unterschied ist ob ich einem Verein beitrete oder einer Partei. Auch sprechen dort die Mitgliederzahlen bei der Unterscheidung zwischen Kindern und Erwachsenen eine andere Sprache. Sie werden also in Vereinen mehr Kinder und dafür weniger Erwachsene als Mitglieder antreffen.
Schon einmal darüber nachgedacht?
16:07
Ok, wenn Sie halt nur über Mitgliederzahlen schreiben wollen:
Die SED war die alles beherrschende Regierungspartei der DDR.
Dei Linke ist eine kleine Oppositionspartei.
Muss ich da wirklich erklären, warum die weniger Mitglieder haben?