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Rüstung

Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur

07.06.2011 | 15:44 Uhr
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
Die Bundeswehr setzt auf den Schützenpanzer „Puma“, der von einem Konsortium um Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und die Rheinmetall AG gebaut wird. Deutschlands Rüstungsfirmen gehören zu den größten Waffenexporteuren. Foto: ddp

Stockholm.Deutschland gehört zu den drei größten Exporteuren konventioneller Waffen. Der Anteil der Bundesrepublik an den Exporten weltweit lag zwischen 2006 und 2010 bei elf Prozent. Deutlich mehr Waffen exportierten die USA und Russland mit einem Anteil von 30 beziehungsweise 23 Prozent. Dies geht aus dem Jahresbericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI hervor. Größter Abnehmer deutscher Rüstungsprodukte ist Griechenland, dessen Militärausgaben angesichts der Wirtschaftskrise in der Kritik stehen.

Trotz aller Abrüstungsankündigungen stehen weltweit noch mehr als 5000 Atomwaffen zum Einsatz bereit. Eine erkennbare Abrüstung sei auch künftig unwahrscheinlich, da die Atomstaaten ihre Arsenale modernisierten, sagte SIPRI-Vizechef Daniel Nord.

Die acht Atommächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan und Israel verfügen dem Bericht zufolge zusammen über mehr als 20.500 atomare Sprengköpfe. Dies seien zwar über 2000 Sprengköpfe weniger als noch im Jahr 2009. Doch mehr als 5000 der heute noch verfügbaren Atomsprengköpfe könnten jedoch jederzeit eingesetzt werden, 2000 von ihnen befänden sich in „hoher Alarmbereitschaft“.

Abrüstung unwahrscheinlich

Die Aussichten auf eine tatsächliche atomare Abrüstung seien entgegen allen internationalen Beteuerungen düster, erklärte SIPRI. Die fünf offiziellen Atommächte - Großbritannien, China, Frankreich, Russland und die USA - seien entweder dabei, neue Atomwaffensysteme zu stationieren, oder hätten dies geplant. Die gesunkene Zahl der Sprengköpfe werde von Investitionen in neue Atomtechnologie quasi ausgeglichen.

Die USA und Russland, die sich mit dem neuen START-Abrüstungsvertrag einer Verkleinerung ihres Atomwaffen-Arsenals verpflichtet haben, sind laut SIPRI im Besitz eines Großteils der heute noch verfügbaren Atomsprengköpfe. Russland verfügte demnach im Januar 2011 über 11.000 Stück, die USA über 8500. Auf russischer Seite seien rund 2400 einsatzbereit, auf US-Seite 2150. Das START-Abkommen begrenzt diese Zahl auf je 1550.

Gefahr durch Nordkorea

Die größte atomare Bedrohung stellten aber Indien und Pakistan dar, sagte SIPRI-Vizechef Nord. Die Lage sei besonders gefährlich, weil die verfeindeten Nachbarländer ihre Arsenale immer weiter ausbauten. Südasien sei der „einzige Ort auf der Welt“, wo es heute noch einen Wettlauf mit Atomwaffen gebe. Aber auch von Nordkorea, das laut SIPRI vermutlich genug Plutonium für eine kleine Zahl von Sprengköpfen produziert hat, geht demnach Gefahr aus. Den Iran hingegen führt das Friedensforschungsinstitut nicht auf seiner Liste mit potentiell gefährlichen Ländern.

Das zur Hälfte vom schwedischen Staat finanzierte SIPRI-Friedensinstitut ist seit 45 Jahren auf die Erforschung von Konflikten, auf Waffenkontrolle und Abrüstung spezialisiert. In seinem diesjährigen Bericht stellte es auch den wachsenden Wettkampf um knapper werdende Ressourcen als Auslöser für Konflikte heraus. Als ein Beispiel wurden darin die Kämpfe um Mineralien in der Demokratischen Republik Kongo genannt. Dieser Konflikt habe auch eine globale Komponente, da vermutlich „in jedem unserer Handys Mineralien aus dem Kongo sind“, sagte SIPRI-Vize Nord. (afp)

DerWesten

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Kommentare
26.10.2011
11:53
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von Danny09 | #16

Ohje...

wer sein Wissen schon aus Linksgerichteten bis Linksextremen Zeitungen wie der Jungen Welt bezieht dem ist nicht mehr zu helfen.

Die werden nicht umsonst vom Verfassungsschutz beobachtet.

Das sagt zugleich auch schon alles über die Qualität der Aussagen dieses Propagandablättchen aus.

08.06.2011
15:28
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von allgemeinbildung | #15

US-Geologen haben in Afghanistan einem Zeitungsbericht zufolge riesige Mineralvorkommen mit einem Schätzwert von fast einer Billion Dollar entdeckt. Die Vorräte an Kupfer, Lithium, Eisen, Gold und Kobalt reichten aus, um das von Kriegen und Bürgerkrieg zerstörte Land zu einem der weltweit führenden Rohstoff-Exporteure zu machen, sagte der US-Kommandeur für die Region, General David Petraeus, der New York Times vom Montag.
http://sueddeutsche.dehttp://www.sueddeutsche.de/politik/afghanistan-usa-finden-riesige-mineralvorkommen-1.958929

Petraeus übernahm (....) am 2. Juli 2010 in Kabul das Kommando der ISAF. Vor kurzem äußerte sich Petraeus beeindruckt von vorbildlichen Einsätzen der deutschen Soldaten, die das Kriegshandwerk verstehen und erwähnte in dem Zusammenhang auch seinen großen Respekt vor den großen deutschen Generälen des ersten und zweiten Weltkriegs.“
http://de.wikipedia.org/wiki/David_Petraeus

»Deutschland ist bereit, als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens und staatlicher Souveränität zur Wahrung seiner Sicherheit das gesamte Spektrum nationaler Handlungsinstrumente einzusetzen«, sagte Thomas de Maizière. »Dies beinhaltet auch den Einsatz von Streitkräften.« Zu den »Bedrohungen«, die eine »Gefährdung für Sicherheit und Wohlstand« darstellen, gehöre auch die »Rohstoffknappheit« und die Unsicherheit der Handelswege. Wegen solcher Aussagen mußte letztes Jahr noch ein Bundespräsident zurücktreten.
http://www.jungewelt.de/2011/05-19/027.php?sstr=Bundeswehrreform

08.06.2011
14:13
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von allgemeinbildung | #14

Während in Afghanistan die »Gefallenen«-Raten steigen, schickt die Bundeswehr hierzulande jetzt Kinder aufs Schlachtfeld – wenn auch nur »zum Spaß«. Neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit probierten die bayerischen Gebirgsjäger beim Tag der offenen Tür ihrer Kaserne in Bad Reichenhall aus. Im Rahmen des »Kinderprogramms« wurde den Kleinen Gelegenheit gegeben, unter ein Tarnnetz zu krabbeln und ausgestattet mit Waffenattrappen eine Miniaturstadt ins Visier zu nehmen– ganz wie die großen Heckenschützen. In der Szenerie, die der von Miniatureisenbahnlandschaften ähnelt, wiesen die Gebäude Beschädigungen durch Beschuß und Brände auf. (...) Ein besonderes Händchen hatten die – erwachsenen– Soldaten bei der Benennung des Miniaturstädtchens: »Klein-Mitrovica«. Das richtige Mitrovica in Serbien war schon 1943 von Bad Reichenhaller Gebirgsjägern heimgesucht worden, die dort zur »Partisanenbekämpfung« eingesetzt waren. 1942 meldete die SS den Bau eines Internierungslagers »nach dem Muster der deutschen Konzentrationslager«, in das »Partisanenverdächtige« eingesperrt werden sollten.

Auch in der jüngsten Vergangenheit machte die Stadt im Norden der Provinz Kosovo unselige Erfahrungen mit ausländischen Militärs: Unter den Augen westlicher KFOR-Truppen führte im Herbst 1999 ein kosovo-albanischer Mob ein Pogrom im Roma-Viertel der Stadt durch. Dabei waren rund 1000 Häuser zerstört und 8000 Roma vertrieben worden.
aus: Junge Welt, Wochenendausgabe 4./5. Juni 2011
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

08.06.2011
13:47
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von allgemeinbildung | #13

Korrektur: Alter Wein in neuen Schläuchen!

08.06.2011
13:47
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von allgemeinbildung | #12

Nach dem Kriegsende 1945 gab es in Deutschland eine gesellschaftliche Grundströmung, deren Anknüpfungspunkt die Forderung Nie wieder Krieg war. Dazu gehörten auch Überlebende der KZ und zurückgekehrte Emigranten. Auch die Alliierten hatten als zentrale Voraussetzung für die Entnazifizierung Deutschlands dessen Entmilitarisierung festgelegt.

Innerhalb von wenigen Jahren allerdings entschied sich die Bundesrepublik Deutschland, die mittlerweile als westlicher Bündnispartner fest im Ost-West-Konflikt integriert war, zur Wiederbewaffnung. Nach einem Gesetz zur Wiederaufrüstung 1950 und dem Beitritt zur NATO 1955 baute Verteidigungsminister Franz Josef Strauß die Bundeswehr wieder auf. Vorher aber musste das Grundgesetz geändert werden, um die Wehrhoheit der Bundesrepublik festzustellen. Ab 1956 galt die allgemeine Wehrpflicht. Ende der 50er Jahre beschloss die Adenauer-Regierung die Atombewaffnung der BRD. Gegen diese Wiederaufrüstung regte sich breiter gesellschaftlicher Protest, der später in die Friedensbewegung mündete.

www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/Friedensgeschichte/ooyen .html
Helmut Müller: Schlaglichter der deutschen Geschichte, S. 355 ff.

Die Situation heute:
Nach Libyen also Pakistan, Jemen und Somalia: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) rechnet damit, dass die Bundeswehr in Zukunft mit Militäreinsätzen in weiteren instabilen Ländern konfrontiert wird. Wie man Anfragen dieser Art beantworten werde, sei dann eine Frage der Abwägung, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Angesichts der Erfahrungen, die die Bundeswehr in Afghanistan gemacht habe, sehe er aber keinen Grund, solche Einsätze auszuschließen. Deutliche Worte unmittelbar vor der für de Maizière so wichtigen Regierungserklärung zur Wehrreform. Im Bundestag legte de Maizière nach: Es müsse selbstverständlich sein, dass Deutschland in den Vereinten Nationen, der Nato oder der Europäischen Union die internationale Verantwortung übernimmt, die wir uns zutrauen, die man uns zutraut und die man von uns erwartet, sagte de Maizière. Das ist mehr, als es bisher in Deutschland bekannt ist oder wohl auch akzeptiert ist. (...) De Maizière betonte erneut, dass über Auslandseinsätze der Bundeswehr künftig nicht nur nach nationalen Kriterien entschieden werde. Es müssten auch Einsätze aus reiner internationaler Verantwortung möglich sein. Wir bleiben dabei zurückhaltend und verantwortungsvoll in jede Richtung, sagte de Maizière. Sicherheit für Deutschland zu gewährleisten bedeute heutzutage insbesondere, die Auswirkungen von Krisen und Konflikten möglichst auf Distanz zu halten. Dazu gehöre es, sich aktiv an deren Vorbeugung und Eingrenzung zu beteiligen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/de-maizire-erlaeutert-bundeswehrreform-hauptsache-kein-guttenberg-1.1102283

Es hat nun 50 Jahre nach Untergang des 3. Reiches und Kapitulation des deutschen Faschismus und der Wehrmacht gebraucht, damit ein angeblich christlicher Politiker (CDU) erklärt seine Truppen wieder in Feindesland schicken zu können, um dort deutsche Wirtschaftinteressen durch zusetzen und zu sichern. Alter Wein in neuen Schleuchen.

07.06.2011
21:47
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von janka.nbmv | #11

Ich schäme mich für Deutschland. Und Nordkorea als Bedrohung darzustellen ist einfach peinlich. Überhaupt stört mich, wie man (über die Medien) festzustellen, wer darf Atomwaffen haben, und wer nicht!?

07.06.2011
21:42
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von feierabend | #10

Artikel die xte! Alle halbe Jahre der Hinweis darauf. Und wer ändert das wann und wie und wo? Anscheinend regt sich keiner darüber auf - außer ein paar wenige. Wir leben ja auch im bunten Land der Schuldigen, der Täter und Kinder mit vererbter Schuld, im Rechtsstaat, wo Bürger frei wählen dürfen, aber bitte möglichst, ohne etwas zu verändern, gesellschaftlich nicht toleriertes nicht äußern dürfen, im Land der Besserwisser, Marktschreier und mit der höchsten Messlatte für Doppelmoral mit engem Wohnraum, dafür mit größtmöglichster Flexibilität mit höchster Rate mit Menschen mit Scheuklappen und dem berühmten Br.,,, vor dem Ko......
Naja, steigert das Bruttosozialprodukut - oder warum kann ausgerechnet Villa Kunterbunt die hohen Hilfsgelder überall in der Welt großzügig verteilen???????

07.06.2011
20:25
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von hein-tirol | #9

Aha Frau Merkel. Daher weht also der Wind, warum Sie Griechenland so verteidigen (inoffiziell). Offiziell sind Sie natürlich gegen Griechenlandhilfe. Es gilt die Unschuldsvermutung, dass die Regierung Dreck am Stecken hat.

07.06.2011
18:33
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von meinemeinungdazu | #8

Damit sollte sich unser Land schämen. Was wird mit den Waffen gemacht? Es bleibt deutsche Verlogenheit. Weg mit solchen Arbeitsplätzen. Die Menschen werden woanders dringend gebraucht.

07.06.2011
18:22
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur
von Gegenredner | #7

Vielleicht verscherbeln wir ja demnächst auch unsere Atomkraftwerke, nach Afrika oder so, und bauen dann Stromleitungen durch das Mittelmeer. Bei der Politik auf diesem Kontinent durchaus denkbar.

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