Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Nachrichten

Deutschbanker Jain stützt Merkel und lobt Spanien

12.06.2012 | 22:58 Uhr
Foto: /dapd/Steffi Loos

Der neue Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, hat sich hinter den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt und vor Gefahren in Griechenland gewarnt.

Berlin (dapd-hes). Der neue Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, hat sich hinter den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt und vor Gefahren in Griechenland gewarnt. "Defizitfinanzierung ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg für Europa", sagte er am Dienstagabend bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Hauptstadt beim CDU-Wirtschaftsrat. "Eine 'Sparpolitik' zu vertreten, bedeutet ganz einfach, der Realität mutig ins Auge zu blicken." Zwischen Wachstum und Sparen zu wählen, sei der falsche Ansatz - "und einer, den sich niemand leisten kann".

Gleichzeitig warnte Jain vor einer Verschlimmerung der Lage in Griechenland. "Es bestehen nach wie vor Risiken. Ein systemisches Ereignis hätte weitreichende und langfristige Folgen nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt. Es steht viel auf dem Spiel."

Die Eurozone lobte Jain hingegen für ihre Spanien-Hilfen. Die am Wochenende eingeleiteten Maßnahmen zur Rettung der Banken des Landes seien ein weiteres Beispiel "für eine gut konzertierte Reaktion auf ein Problem, das uns zuletzt alle alarmiert hat".

Der Banker fügte hinzu: "Es gibt nur einen einzigen Weg nach vorn, nämlich den Abbau von Defiziten. Zumal niemand von Kernländern der Eurozone verlangen kann, die Schulden ihrer Nachbarn bis zum Sankt Nimmerleinstag zu finanzieren." Gleichzeitig deutete er Verständnis für Wachstumsinitiativen an: "Sicher, es besteht durchaus Spielraum für die richtigen Wachstumsmaßnahmen, beispielsweise Strukturreform des Arbeitsmarktes und bei der Altersvorsorge, Liberalisierung von Schlüsselindustrien oder Investitionen in Infrastruktur", sagte er.

Die künftige Entwicklung Europas beurteilte Jain zuversichtlich. "Wir durchleben eine der schwersten Finanzkrisen seit Bestehen des modernen Europas." Ihr Ausgang sei zwar noch offen. "Ich bin mir aber sicher, dass sich Europa erholen und sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen kann", sagte er. "Wir sind heute stärker als noch vor einem Jahr." Jain begründete dies mit der Stärkung der Euro-Institutionen, den Aktionen der Europäischen Zentralbank (EZB), mit dem Fiskalpakt und dem Europäischen Stabilitätsmechanismus.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Aus dem Ressort
Brutale Räuber schneiden 29-Jährigem in Leipzig die Haare ab
Überfall
Erst traten und schlugen sie ihn, dann klauten sie ihm die Lederjacke und sein Bargeld und schließlich wurden ihm auch noch die langen Haare abgeschnitten. Ein 29-Jähriger wurde am Montag Abend von vier Tätern besonders rabiat misshandelt, wie die Polizei berichtet. Der Mann kam ins Krankenhaus.
AfD-Kundgebung geht in Bottrop in lautem Pfeifen unter
Europawahl
Spitzenkandidat Prof. Bernd Lucke hielt eine Rede bei der Europawahl-Kundgebung der Alternative für Deutschland in Bottrop. Doch seine Rede auf dem Kirchplatz an der Cyriakuskirche ging im lauten Pfeifen von Gegendemonstranten unter. Der AfD wird vorgeworfen, rechtspopulistische Argumente...
Verfolgte Homosexuelle können Recht auf Asyl haben
Asylpolitik
Schwule und Lesben können auf Asyl in EU-Ländern hoffen - vorausgesetzt, ihnen drohen in ihrem Heimatland schwere Strafen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Es ging um drei homosexuelle Männer aus afrikanischen Ländern, in denen auf Homosexualität mit Gefängnis bestraft wird.
Polizei findet Brandsätze bei Razzia gegen Linksextremisten
Kriminalität
Bei einer Razzia gegen Linksextremisten hat die Berliner Polizei in einem linksalternativen Wohnprojekt Brandsätze, Pyrotechnik und Stacheldraht gefunden. Erst im Juni hatten etwa 40 Vermummte in Kreuzberg Polizisten attackiert, zuvor hatten Unbekannte Fassaden von Jobcentern beschädigt.
Zu viele Protestanten - Orte müssen auf Feiertag verzichten
Mariä Himmelfahrt
Der 15. August 2014 wird in drei bayrischen Gemeinden ein Tag wie jeder andere sein: Denn Mariä Himmelfahrt ist dann dort kein gesetzlicher Feiertag mehr. Grund: Der letzte Zensus hat ergeben, dass in den Kommunen inzwischen mehr Protestanten als Katholiken leben.