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Der VRR führt zum 1. Oktober Sozialticket ein

27.01.2010 | 10:10 Uhr
Der VRR führt zum 1. Oktober Sozialticket ein

Dortmund.Ab Herbst soll es ein neues Sozialticket für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) geben. Das verbilligte Ticket soll über andere VRR-Tarife querfinanziert werden, zur Belastung für die kommunalen Haushalte soll es nicht werden. Darauf haben sich CDU und Grüne geeinigt.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) plant zum 1. Oktober die Einführung eines Sozialtickets. Darauf haben sich nach Informationen der „Westfälischen Rundschau“ CDU und Grüne in der Verbandsversammlung geeinigt. Die Kosten für die Fahrpreisnachlässe für Bedürftige sollen durch eine Reform aller VRR-Tarife finanziert werden. Eine Umlageerhöhung und damit eine weitere Belastung der 26 Kreise und Städte des VRR-Gebiets sei nicht vorgesehen, hieß es. Änderungen der Tarife muss aber die Bezirksregierung Düsseldorf genehmigen.

Überforderung für Dortmunds Haushalt

Eine „praktische Lösung ohne viel Verwaltungsaufwand“, stellte Mario Krüger (Bündnis 90/Die Grünen) in Aussicht. Die Tarife des VRR sollen demnach so verändert werden, dass das Sozialticket darin eingebettet ist und die Kosten dafür nicht durch die Städte und Kreise subventioniert werden müssen.

Dies war in Dortmund der Fall: 24 000 Kunden nutzten dort ein Sozialticket, das für 15 Euro im Monat angeboten wurde. Der Stadt kostete das Angebot innerhalb von zwei Jahren 13 Millionen Euro Zuschuss. Angesichts der dramatischen Haushaltssituation hatte die Stadt, mit Stimmen von SPD und CDU, den Preis für die verbilligte Fahrkarte unlängst auf 30 Euro verdoppelt. 4000 Nutzer sind seitdem abgesprungen.

Gegenwind aus Teilen der CDU

Mit der Einführung des Tickets setzten CDU und Grüne im VRR auf den gegenteiligen Effekt: Je attraktiver die Tarife, desto mehr Fahrgäste, desto mehr Einnahmen lautet ihre Formel. Basis soll das Ticket 1000 sein, es soll ab 9 Uhr morgens gelten.

Die Einigung von Union und Grünen im VRR ist in der Landes-CDU umstritten. Kritiker fürchten, dass die Finanzierung bei großer Nachfrage außer Kontrolle gerät. Sie sprechen von einem „finanziell nicht kalkulierbaren Risiko“ und verweisen darauf, dass der VRR schon jetzt der einzige NRW-Nahverkehrs-Zweckverband mit einer kommunalen Umlage ist.

Carsten Menzel

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