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Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz

07.07.2011 | 19:15 Uhr

Nun dürfen Paare, die Eltern sein möchten, feststellen lassen, ob ihre in einer Petrischale verschmolzenen Zellen Erbkrankheiten enthalten. Falls ja, werden diese Zellen nicht in den Mutterleib eingesetzt. Gut für die Eltern, denen spätere Abtreibungen so erspart bleiben. Gut für gesunde Kinder, die sonst nicht gezeugt worden wären. Und dennoch inkonsequent. Weshalb?

Erstens: Weil diese „Einheit“, die man weder respektlos „Zellhaufen“ nennen möchte, aber eben auch „Leben“ kaum nennen kann, einen größeren Schutz genießt als Embryos im Mutterleib. Die können aus anderen als medizinischen Gründen „weggemacht“ werden.

Zweitens: Weil der Gesetzgeber, welcher die PID nicht allgemein zulässt, auch die Spirale verbieten müsste. Denn diese verhindert nicht die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, nur deren Einnistung in den Uterus.

Drittens: Weil, wer behindertes Leben auf keinen Fall benachteiligen will, auch die vorgeburtliche Diagnostik verbieten müsste. Wird eine Behinderung festgestellt, bleibt eine Abtreibung zwar nicht erlaubt, aber straffrei.

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Kommentare
08.07.2011
16:40
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von ruehreifueralle | #10

Ein guter Kommentar bringt Sachlichkeit in eine emotionale Debatte ohne taktlos oder gefühlskalt zu sein. Das ist Herrn Reitz - meiner bescheidenen Meinung nach - hier gelungen. (Ein Tag, den ich in meinem Kalender markieren werde :-) )
Vielen Dank!

08.07.2011
14:21
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von YAYAYAY | #9

wann Leben ursächlich beginnt

Hui ... dazu gibt es einige Hypothesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Evolution
Da gibt es einen Einstiegspunkt zum lesen.

Nachdem das erste mal das Kopier mich-Programm ausgeführt wurde, war der Rest bis zu dem wie wir uns und unsere Cousins um uns herum heute beobachten können ein Kinderspiel.

08.07.2011
10:59
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von kilminster | #8

Was unfrau schlicht ignoriert ist die Tatsache, dass Die Kirche nur unter ihren Anhängern einen Anspruch auf die absolute Wahrheit erheben kann.

Wer ihr nicht angehört muss auch nicht ihre Ansichten teilen.
Und wer Andersdenkenden vorwirft sie würden sich vom Menschen entfernen, also unmenschlich sein beweist nur seine eigene Menschenverachtende Intoleranz


Nebenbei, es ist selten genug, dass ich einen Kommentar von Herrn Reitz gut finde, aber dieser hier gehört dazu.

08.07.2011
09:36
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von unfrau | #7

Wir Menschen sind Lebewesen, die aus der Verbindung von Ei- und Samenzelle entstanden sind. Die Kirche ist konsequent, wenn sie sich eindeutig hierzu bekennt.
Derjenige entfernt sich von uns Menschen, wenn er nicht dazu Stellung nimmt, wann Leben ursächlich beginnt.

08.07.2011
08:27
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von DrDr | #6

Was für ein schwacher Kommentar. Wenn man etwas zu PID zu sagen hat, sollte man das nicht im 1., 2., 3.-Stil machen, sondern vielleicht etwas differenzierter und ausführlicher argumentieren.

08.07.2011
00:47
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von joergel | #5

Wieso inkonsequent? Wer Abtreibungen von lebensfähigen behinderten Kindern bis kurz vor der Geburt erlaubt, wenn die Mutter sich mit der psychischen Belastung überfordert fühlt, handelt doch nur konsequent, wenn er die Einnistung eines solchen Embrios in die Gebärmutter, soweit medizinisch möglich, verhindern läßt.
Allenfalls wäre das Verbot von Abtreibungen nach dem Motto: Mein Bauch gehört mir, bei Verbot der PID konsequent.
Seltsam ist nur, das die, die sich früher für Abtreibungen wann immer die Mutter es will, stark gemacht und durchgesetzt haben, heute die entschiedensten Gegener der PID sind...

08.07.2011
00:24
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von Sparbier | #4

P.S. : Auf die Sache mit der Spirale muss man erstmal kommen....Respekt!

08.07.2011
00:22
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von Sparbier | #3

Zumindest dokumentiert dieser Kommentar, dass die Beschäftigung mit dem schwierigen Thema PID beim Betrachter offenbar zu äußerst diffusen Argumentationsansätzen führen kann.

07.07.2011
23:06
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von Bernd-Bruns | #2

Die Logik, Herr Reitz, das müßten Sie doch als Journalist längst begriffen haben, ist mit dem herrschenden verlogenen Politiksystem nicht kompatibel. Es gilt hier zu Lande nur die schlichte Gesetzmäßigkeit der politischen Opportunität. Immerhin: die verlogenen und weltfremden amtlichen Christen-Repräsentanten haben sich abstimmungsmäßig nicht durchsetzen können. Da bleibt noch ein kleiner Raum für die Freude von bürgerlichen Beobachtern unserer politischen Realitäten.

07.07.2011
19:53
Das PID-Gesetz ist inkonsequent – von Ulrich Reitz
von adeD | #1

Während der Bundestags-Debatte wurde man den Verdacht nicht los, dass die PID-Gegner bei der Abtreibung die Uhren zurückstellen wollen.
Diesen Verdacht teile ich nicht. So outete sich als eine der heftigsten Gegnerin der PID Frau Nahles von der SPD. 2009 wurde diese in einem Interview gefragt: Halten Sie Abtreibung für eine Sünde, Frau Nahles? Ihre Antwort: Nein. Aber ihr muss eine gründliche Gewissensentscheidung vorausgehen.
Diese absurde Ungleichbehandlund von PID und Abtreibung findet man bei vielen Politikern. Eine vernünftige Erklärung dafür habe ich noch nicht gehört.

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