Das Debakel mit dem ARD-„Hochzeitsschiff“
04.02.2011 | 06:43 Uhr 2011-02-04T06:43:00+0100
Essen. Es war wie eine gruselige Mischung aus „Loveboat“ und „Traumhochzeit“: Mit dem „Hochzeitsschiff“ ließ die ARD am Donnerstagabend ein schon totgeglaubtes TV-Format vom Stapel – und ging damit grandios unter.
Wer glaubt, die Ehe hätte etwas mit Liebe, Vertrauen und Treue zu tun, der irrt gewaltig. Zumindest, wenn man den Machern der ARD-Show „Das Hochzeitsschiff“ Glauben schenken darf. Denn erfolgreich in der Ehe kann offenbar nur sein, wer gut Walzer tanzt, sich mit einem Stadtplan in Rom zurechtfindet und beim Zubereiten von Tintenfisch gekonnt den Kochlöffel schwingt.
Diese Prüfungen mussten vier heiratswillige Paare bestehen, die bei der Spielshow auf einem Kreuzfahrtschiff quer durchs Mittelmeer gekarrt wurden und um den ersten Preis – eine Hochzeit an Bord – kämpfen mussten. Als „Stiftung Ehetest“, also eine Prüfung auf Herz und Nieren der Liebe der Paare zueinander, war die Sendung von Moderatorin Kim Fisher großspurig angekündigt worden. Leider war die Show dann doch nur ein langweiliger Abklatsch ehemals großer Showformate.
Dabei wecken Hochzeitsshows doch eigentlich per se rührselige Erinnerungen an Sendungen wie Linda de Mols „Traumhochzeit“ oder die „Flitterhochzeit“ mit Michael Schanze. Wer denkt nicht gern an die guten alten Zeiten zurück, als Verlierer noch Beinahe-Gewinner waren und Schanze sie mit seinem allseits beliebten Standardsatz „Doch verlieren ist für euch nicht bitter, hier kommt unser Bobby Flitter“ von der Bühne schickte.
An Bord kam keine rechte Stimmung auf
Eigentlich hatte das „Hochzeitsschiff“ also alles, was das Zuschauerherz begehrt: ein einstmals erfolgreiches Konzept, die grandiose Szenerie des Mittelmeers und Kandidaten, die sich freiwillig vor der Kamera zum Affen machen. Trotzdem wollte an Bord irgendwie keine rechte Stimmung aufkommen.
Ob das aber an den hyperventilierenden, gesichtslosen Kandidaten, an den langweiligen Spielen, die künstlich zur „Nagelprobe für jede Partnerschaft“ hochstilisiert wurden, oder an der nerv tötenden Moderatorin (der „Lotsenfrau ins Glück“) lag, lässt sich nach diesem Show-Debakel schwerlich sagen. Und sogar manchem eingefleischten Romantiker dürften bei so gruseligen Sprüchen wie „Die Sonne versinkt golden wie ein frischgekaufter Ehering“ vor Schreck die Chips im Hals stecken geblieben sein.
Sinnloses Geschwafel und pseudo-spannende Prüfungen
Und so verkam die Show zu einem unendlich zähen, einschläfernden Mix aus sinnlosem Geschwafel und pseudo-spannenden Prüfungen, die Linda de Mol nicht mal von ihrer funkensprühenden Hochzeitstorte herunter gelockt hätten. Ist die Zeit der Hochzeitsshows also einfach abgelaufen? Ist das Publikum heutzutage viel zu sehr auf ekliges Dschungelgetier getrimmt , als dass bei schlichten Emotionen vor dem Traualtar Spannung aufkommen könnte? Eins steht jedenfalls fest: Die ARD sollte ihr „Hochzeitsschiff“ schnellstmöglich vor den nächsten Eisberg setzen – und demnächst lieber den privaten Sendern das Feld der seichten Unterhaltungsshows überlassen.
17:01
Im ARD Brennpunkt wurde zuvor der mögliche und erfreuliche Umbruch des Morgenlandes - für mich - höchst interessant skizziert. Was folgte war - für mich - weniger erfreulich, aber nicht der Untergang des Abendlandes. Viele Menschen werden ihre Freude daran gehabt haben und blieben auf dem Programmplatz, ich habe zunächst um-, später ausgeschaltet. Ich hätte eine solche Sendung auch nicht unbedingt in der ARD erwartet, aber Interessen hinsichtlich des Unterhaltungsmediums Fernsehen sind nun einmal vielfältig und glücklicherweise wird versucht diese zu bedienen. Wäre übrigens mal interessant zu wissen, welche Sendungen der ein oder andere, von den Gesetzen des Marktes offensichtlich unbeleckte, Eiferer sich so ansieht im TV.
16:20
Solch eine Sendung zur besten Sendezeit während in Nordafrika mit dem Epizentrum Ägypten gerade etwas passiert, wass noch erheblichen Einfluss auch auf unser Leben im Westen haben wird! Der eigentliche Auftrag der Öffentlich-rechtlichen ist ein anderer.
15:46
@24 von oldbaer
Solch eine Sendung gehört zu den Privaten.
Eben nicht.
Das Privatfernsehen kann so etwas besser. Bei RTL wäre die Sache sicher nicht niveauvoller, aber zumindest unterhaltsamer geworden.
14:27
Diese Sendung taugte nicht mal als Nebenbei-Berieselung. Solch eine Sendung gehört zu den Privaten. Also liebe ARD: Bitte keine weiteren Folgen!
13:04
da hilft nur abschalten! damit tut sich dieTUI noch nicht mal einen gefallen.Demnächst kommt AIDA denn Phoenix haben wir schon zuviel Schleichwerbung
12:58
Zu 20:
Klare Ausdrucksweise und Beherrschung der deutschen Rechtschreibung.
12:57
so ist das, leute die anderer meinung nicht leiden können platzen vor wut und führen dann ihr eigenes niedriges niveau ein.da hilft nur eins ruhig bleiben.last uns weiter tratschen er regt sich jetzt über den duden auf.alles verkehrt da drin.
12:29
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12:25
Ich konnte keinen Unterschied zwischen diesem Müll, und dem Müll der bei den Privaten produziert wird, erkennen. Außer dem, dass für die Privaten hier immer reichlich die Werbetrommel in Form von angeblicher Berichterstattung betrieben wird.
12:16
Also ich habe das geschaut, aber nur weil ich mich über die schöne Sizilianische Landschaft und die Aufnahmen aus Rom gefreut habe. Worum ging es denn in der Sendung überhaupt...??