Charlotte Roche über Magersucht und Alkohol
08.08.2011 | 09:26 Uhr 2011-08-08T09:26:00+0200
Hamburg.Bestsellerautorin Charlotte Roche hat in ihrem neuen Buch eine tiefe Lebenskrise verarbeitet. Sie sei magersüchtig gewesen und habe an Angstzuständen gelitten, sagte Roche in einem Interview. Zudem verarbeitet sie in dem Buch den Tod ihrer Brüder.
Bestseller-Autorin Charlotte Roche (“Feuchtgebiete“) kann nur in Extremen leben. „Ich habe Depressionen, Angstzustände, alles, ein Problem jagt das nächste“, sagte die 33-Jährige dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Wenn ich keine Magersucht habe, bin ich Alkoholikerin. Letztes Jahr habe ich aufgehört zu trinken. Ich muss alles immer extrem machen.“ Ihre Therapeutin habe ihr „schon ganz oft das Leben gerettet. Ganz im Ernst.“
Das Verfassen von Romanen begreift Roche auch als Medizin. „Wahrscheinlich muss ich Bücher schreiben, weil ich sonst wirklich verrückt würde“, sagte sie. Ihre Therapeutin habe zwar dringend davon abgeraten, ihr Debüt „Feuchtgebiete“ und nun am Mittwoch (10. August) den Nachfolger „Schoßgebete“ zu veröffentlichen. Für die Schublade könne sie aber nicht schreiben, sagte Roche: „Weil ich geliebt werden will.“
Ihren Lebensstil empfindet die 33-Jährige als „total anstrengend.“ „Wenn ich eine Wahrheit entdeckt habe, muss ich die sofort umsetzen.“ Nach der Lektüre des Buchs „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer habe sie beschlossen, nie wieder Fleisch zu sich zu nehmen. „Ich bin dann wie ein Taliban. Ich hab’ mir sogar das Cover des Buchs auf den Puls meines linken Handgelenks stechen lassen.“
Roche schreibt über Tod ihrer Brüder
In ihrem neuen Roman setzt sich die Autorin erstmals öffentlich mit dem Autounfall auseinander, bei dem vor zehn Jahren auf dem Weg zu ihrer Hochzeit ihre drei Brüder getötet wurden. „Ich habe bis heute nicht getrauert, kein bisschen“, sagte Roche. Jetzt aber müsse dieser Unfall aus dem Weg geräumt werden: „Das ist wie ein Tumor, der entfernt werden muss.“ Über fast 90 Seiten habe sie „das Protokoll des Horrors“ in ihrem Kopf niedergeschrieben.
Trotz des riesigen Erfolgs ihres Erstlingswerks kommt sich die einstige „3 nach 9“-Moderatorin als Autorin „eher wie eine Hochstaplerin“ vor. „Nichts klingt schön in meinen Büchern. Ich schreibe, wie ich spreche. Ich bin keine Schriftstellerin.“ Trotz der „unglaublichen Angst“ vor der eigenen Courage will Roche sich ihren Lesern offenbaren und etwa Sex so beschreiben, wie sie ihn praktiziere. „Vielleicht gibt mir die Öffentlichkeit etwas, was ich als Kind nicht hatte: Aufmerksamkeit, Liebe“, sagte sie. (dapd)
19:40
Charlotte Roche schreibt ihre Bücher weil sie geliebt werden will. Aber wird sie für ihre spezielle Art zu schreiben geliebt? Dafür polarisiert sie doch viel zu sehr. Und selbst wenn man sie mag...mit Liebe hat das doch nichts zu tun. Viele Künstler suchen Liebe und Anerkennung durch ihre Werke und ihr Tun. Aber die Liebe von Fans - von Lesern u.a. kann doch kein Ersatz für die Liebe sein, die ihnen nur die Menschen aus ihrem realen Umfeld geben können. Ich hoffe Charlotte Roche hat solche Menschen !
17:53
Es ist gut, über Frau Roche zu schreiben und sie zu hören. Viele Menschen haben große Ängste und Probleme, die sie nicht öffentlich machen und denen es Hoffnung macht, daß auch andere, prominentere Persönlichkeiten große Probleme haben, wie sie. Darüber zu lästern sagt viel über die Kritiker selbst aus.
17:10
@16
Ihr Klarname ist aber auch sehr selten!
17:07
WABZ, Sie könnten ja mit gutem Beispiel voran gehen. Ich gehe bereits mit...
16:42
Ob dieses wirklich dummen Kommentare auch alle hier stehen würden, wenn man nur mit seinem Klarnamen kommentieren könnte?
16:09
@Eduard
Wieso Hass? Das sind z.T. gut gemeinte Ratschläge. Scheinbar hat sie niemanden in ihrem Umfeld der ihr mal die Augen öffnet!?
15:55
Ich weiß auch nicht, warum die Welt Bücher wie Feuchtgebiete brauchte, oder warum man sein Privatleben öffentlich in Büchern ausbreiten muss. Aber ich verstehe ebenso wenig, warum das so einen Hass der Kommentatoren auf sich zieht.
Wenn man sich über jede der eigenen Meinung nach unschöne Veröffentlichung im Bereich Buch/Musik/Film aufregen würde, dann wäre das ein Fulltime Job ;-)
15:52
Die Frau ist doch krank, legt sie mal in die Klinikn früher sagte man im Ruhrgebiet: Du kommst nach Grafenberg ... - oder Bedburg-Hau oder Aplerbeck, sind diese Orte schon vergessen?
14:31
Irgendwie ist das ewige Geschreibsel über Flüssigkeiten nur eines, nämlich langweilig.
13:48
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