Das aktuelle Wetter NRW 1°C

Parteien

CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Rüttgers ab

05.09.2010 | 18:07 Uhr
CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Rüttgers ab

Krefeld.Der Wirtschaftsflügel der NRW-CDU hat seine Landeskonferenz in Krefeld zu einer Abrechnung mit der bisherigen Parteiführung unter Jürgen Rüttgers genutzt.

Neben dem anhaltenden „Stolperstart“ der Bundesregierung seien für die schweren Verluste bei der Landtagswahl „hausgemachte Gründe“ verantwortlich, kritisierte der Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT), Hartmut Schauerte.

Der frühere Wirtschafts-Staatssekretär grenzte sich deutlich von Noch-Parteichef Jürgen Rüttgers ab: „Es war ein Fehler, alles auf Rüttgers zu setzen.“ Statt die wirtschafts- und finanzpolitische Bilanz der Regierung herauszustellen, habe man der SPD-Ikone Johannes Rau nachgeeifert, klagte Schauerte: „Wer Rau in die eigene Ahnengalerie aufnimmt, darf sich nicht über den Erfolg der leiblichen Enkel wundern.“

Laschet nahm Rüttgers in Schutz

Indirekt warf Schauerte Rüttgers und Generalsekretär Andreas Krautscheid vor, einen Mitgliederentscheid über den neuen CDU-Landeschef behindert zu haben: Es habe für den Vorschlag eines Basisvotums „nur Steine gegeben“. Schauerte kritisierte, dass sich Krautscheid für Ex-Integrationsminister Armin Laschet als neuen Parteichef ausgesprochen habe: „Der Landesvorsitzende schlägt seinen Generalsekretär vor und nicht umgekehrt.“

Laschet nahm dagegen Rüttgers und Krautscheid in Schutz. Jahrelang habe es in den Parteigremien keine Kritik gegeben, „auch nicht von Landesvorstandsmitglied Schauerte“. Es gehöre allerdings zur Wahlanalyse, dass sich die CDU künftig andere Vorbilder suchen müsse.

Röttgen als Favorit

Laschets Konkurrent um den Vorsitz, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, gilt trotz unterschiedlicher Positionen in der Energiepolitik als Favorit des Wirtschaftsflügels und bekam in Krefeld starken Applaus. Gleichwohl distanzierte sich die Mittelstandsvereinigung teils klar von der Bundesregierung.

Anstelle der geplanten Bankenabgabe solle die Wiedereinführung der Börsenumsatzsteuer geprüft werden. Gegen die Bankenabgabe sprachen sich in einer Diskussion zudem Michael Breuer (Rheinischer Sparkassen-Präsident), Hans-Bernd Wolberg (WGZ Bank) und Thomas A. Lange (National-Bank) aus.

Tobias Blasius

Facebook
 
Kommentare
06.09.2010
13:40
CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Rüttgers ab
von Pit01 | #4

#1
Rüttger war sogar Grottenschlecht. Er hat sich in eine Rolle gdrängt, die ihm nicht zustand. Etwa sich auf Johannes Rau zu berufen, Arbeiterführer etc. Er müsste ganz, ganz kurze Beine dafür haben.

06.09.2010
12:20
CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Rüttgers ab
von onderdrum | #3

Den Umweltlügner wollen wir nicht. Die Basis wird sich gegen ihn entscheiden. Und Rüttgers hat die größten Fehler gemacht: Warum wurde seine Regierung schon nach der Probezeit von 5 Jahren wieder abgewählt??? Die Argumentenliste wäre hier zu lang. Gescheitert ist Rüttgers an der Bürgerfremde. Und weil er kein Gegengewicht in Berlin ausgeübt hat.

06.09.2010
09:07
CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Rüttgers ab
von breilohn | #2

Es wird doch wohl kein gestandenes CDU Mitglied den Umweltjanky Röttgen wählen.

06.09.2010
08:41
CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Rüttgers ab
von kpdhagen | #1

Rüttgers war gar nicht schlecht! Für die Wahlschlappe in NRW sind in erster Linie die Laienspieler in Berlin verantwortlich!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3655007/create

Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...
72 Kommentare 72
Die Linke hat Sehnsucht nach Lafontaine
Parteien
Der Chef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, will Oskar Lafontaine wieder in einer Führungsrolle in der Partei sehen - und bekommt dafür viel Beifall aus der Partei. Sahra Wagenknecht brejmst allerdings: Eine Führungsdebatte bringe die Partei jetzt nicht weiter, meint sie.
35 Kommentare 35