Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Parteienfinanzierung

CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen

22.10.2010 | 16:56 Uhr
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
Jürgen Rüttgers (CDU). Foto: Henning Kaiser/ddp

Berlin/Düsseldorf.Bei der Finanzierung des CDU-Wahlkampfes 2005 in NRW ging doch nicht alles mit rechten Dingen zu: Die CDU muss eine Strafe zahlen, weil sie ihren Wahlkampf verdeckt finanzieren ließ.

Die CDU muss wegen verdeckter Parteienfinanzierung nachträglich rund 62 000 Euro Strafe zahlen. Das hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am Freitag verfügt.

Danach hatten die Christdemokraten im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf 2005 über die nach außen als parteiunabhängig auftretende Wähler-Initiative „Wähler für den Wechsel“ zugunsten des damaligen Oppositionsführers Jürgen Rüttgers Geld für Zeitungsanzeigen in Höhe von rund 31 000 Euro eintreiben lassen, ohne dies, wie vom Parteiengesetz vorgeschrieben, im Rechenschaftbericht zu dokumentieren.

Als der Vorgang vor der Landtagswahl im Mai dieses Jahres öffentlich wurde, wies die NRW-CDU den Vorwurf der illegalen Parteienfinanzierung zurück. Generalsekretär Andreas Krautscheid betonte damals, es habe stets „eine personelle und finanzielle Trennung“ der CDU zu der Wählerinitiative gegeben. „Steuerrechtlich und parteirechtlich“ sei alles „komplett in Ordnung“ gewesen.

Lammert widerspricht der bisherigen Darstellung der CDU

An der Darstellung wurden Zweifel laut, als E-Mails zwischen dem Organisator der Wähler-Initiative, Tim Arnold, und dem Rüttgers-Vertrauten Boris Berger öffentlich geworden waren. Darin hatten sich Arnold, der bis vor kurzem die NRW-Landesvertretung in Berlin leitete, und Berger im Mai 2005 darüber unterhalten, dass eine 10 000-Euro-Spende des Autozulieferers Hella aus Lippstadt an die Wählerinitiative „als Kosten und nicht als Spende“ verbucht werden müsse. Kurz darauf gab Hella bekannt, besagte Zuwendung an die Initiative als „steuerlich nicht abzugsfähig zu behandeln“ und ließ ihre Steuererklärung beim Finanzamt nachträglich korrigieren.

Bundestagspräsident Lammert konstatiert nun nach rund sechsmonatiger Prüfung das Gegenteil der damaligen NRW-CDU-Auffassung: „Die Partei hatte auf die Organisation und Ausgestaltung der von der Wählerinitiative veranlassten Wahlwerbung in einem Maße Einfluss genommen, dass ihr der Wert dieser durch Spenden von dritter Seite finanzierten Wahlkampfaktionen als Einnahme und zugleich als Spende zuzurechnen war“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.“ Die CDU muss damit die doppelte Summe des nicht verbuchten Betrages an die Bundestagsverwaltung zurückzahlen.

CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid erklärte dazu am Freitag: „Ich habe bei Amtsantritt versprochen, Altlasten solcher Art rasch und gründlich aufzuräumen.“ Mit dem „heutigen Nachzahlungsbescheid“ sei die Angelegenheit in korrekter Art und Weise bereinigt und abgeschlossen worden“.

Dirk Hautkapp

Facebook
 
Kommentare
23.10.2010
08:31
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
von Linker-Genosse | #14

@ElliPirelli... die schnellste Maus von Mexiko......
Mäuse haben wirklich ein kleines Gehirn..... gelle.....
Was hat die Linke mit einem begangenen Betrug der CDU zu tun? Letztendlich kann dieser Betrug auch als Wahlbetrug der CDU gewertet werden.
Sie haben sich in den letzten 20 Jahren noch nicht wirklich mit Politik oder gar dem Osten der Republik befasst.

23.10.2010
01:26
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
von dummberger | #13

@12 von ELLI PIRELLI

Muss man ein Linker sein, um illegale Parteienfinanzierung falsch zu finden?

Sie haben schon ein sehr einfaches Weltbild, gelt?

23.10.2010
01:13
Blockierter Kommentar.
von ELLI PIRELLI | #12

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.10.2010
01:10
Blockierter Kommentar.
von omas garten, von joergel | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.10.2010
22:56
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
von heimar | #10

........ Geld für Zeitungsanzeigen in Höhe von rund 31 000 Euro eintreiben lassen, .......
EINTREIBEN !? Klingt irgendwie nach XY-Ungelöst
Schutzgelder und Schulden werden eingetrieben

22.10.2010
22:32
Blockierter Kommentar.
von Pinatz | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.10.2010
19:36
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
von holmark | #8

Schätze, das hat System in der Partei der Spendenbetrüger und Steuerhinterzieher.

22.10.2010
18:37
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
von dita123 | #7

in korrekter Art und Weise bereinigt und abgeschlossen worden ?????????????????????????????????????????????????????????????????????????
Hallo? Und nu sollen wir das einfach so vergessen?
Da hat die ganze Führungsriege mal zusammen gehalten und gelogen und jetzt wurden sie der Lüge überführt. Ach,das geht so? Solche Leute wollen uns etwas von Gerechtigkeit und Gleichheit erzählen? Es wird Zeit!!!!!! Es gibt Menschen,die gehen an die Öffentlichkeit und gestehen. Ach,ich vergaß,ihr habt ja so ein Vorbild,der mit dem Koffer................

22.10.2010
18:29
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
von sinddiewasdennnoch | #6

Mal sind es jüdische Vermächtnisse, mal kann „Birne“ sich nicht erinnern, die monetären Untaten des „Clubs Der Unbelehrbaren“, dem ja sonst – weshalb eigentlich – „Die Kompetenz“ im Umgang mit dem schnöden Mammon nachgesagt wird sind Legion.
Im Strafrecht kennt man den Begriff des „Wiederholungstäters“ für den im Extrem Sicherungsverwahrung vorgesehen ist…

22.10.2010
18:22
CDU muss 62 000 Euro Strafe zahlen
von orderfans | #5

Krautscheid und Altlasten? Ist er nicht selbst auch eine? Einige Köpfe aus der Rüttgerszeit müssten noch rollen. Wo sind Wüst, Stahl, Dinther???

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3860658/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
Papst Benedikt wird 85
Bildgalerie
Kirche
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...