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Hochschule : Die Uni-Blogger: "Das Leben findet draußen statt"

Campus, 04.11.2008, Fabienne Piepiora

Duisburg. Astrid Menz und Sinan Sat sind die neuen Blogger an der Uni Duisburg-Essen. Ein Politikwissenschaftler und eine Germanistin werden über ihr Dasein und ihre Arbeit an der Hochschule berichten.

Astrid Menz engagiert sich beim Uni-Projekt "Kulturaffäre". Auch sie wird zukünftig wöchentlich als Bloggerin für die WAZ-Hochschulseite über ihr Leben an der Uni informieren. Foto: WAZ, Andreas Mangen Foto: A.Mangen / waz

Glückwunsch: Sinan Sat hat die ersten Wochen an der Uni hinter sich gebracht - und sich nicht verlaufen. "Ohne Wegweiser wäre das aber sicherlich schwierig geworden", gibt der 20-Jährige zu. Er hat sich für Politikwissenschaften eingeschrieben, "weil wir zu Hause schon immer politisch interessiert waren und ich so vielleicht einen Beitrag zur Integration leisten kann", hofft der Gelsenkirchener. Damit ist es in der Realität nicht weit her: Wenn er abends mit Freunden um die Häuser zieht, gehen sie lieber ein Bierchen trinken als in die Disco - als Deutscher mit türkischen Wurzeln kommt Sinan Sat nämlich nur selten in die Partytempel. "Natürlich sagt keiner direkt, dass das etwas mit meiner Nationalität zu tun hat, aber auffällig ist das schon."

Mit Duisburg hat sich der "Ersti" inzwischen angefreundet, dabei hatte er früher die gleichen Vorurteile wie Auswärtige und dachte, dass die Stadt grau und von Industrie geprägt sei. "Ich finde, hier tut sich eine ganze Menge. Gelsenkirchen ist hingegen eine tote Stadt." Dabei seien gerade die Gegensätze zwischen grünen Lungen und der Industriekulisse so spannend. Das Wasser gebe der Stadt zusätzlich Flair. Die unterschiedlichen Ecken Duisburgs und die Mentalität der Menschen entdeckt der eingefleischte Schalke-Fan als freier Mitarbeiter bei der WAZ.

Dafür, dass die Studenten mehr von der Stadt mitbekommen, setzt sich auch Astrid Menz ein. Sie engagiert sich beim Projekt "Kulturaffäre", bei dem engagierte Kulturwissenschaftler mit den Duisburger Philharmonikern eine Konzert-Reihe für junge Menschen konzipiert haben. "Ich bin eine der Wenigen, die nicht Kulturwirt studieren", erklärt die Rheinhauserin. Sie ist angehende Germanistin und will bald ihren Abschluss machen. Klassische Musik sei eigentlich nicht so ihr Ding, stattdessen findet sie es interessant, für ein Projekt Öffentlichkeitsarbeit zu machen. "Wir haben uns mal mit Kostümen und einem Bett vor der Mensa postiert und auf die Reihe aufmerksam gemacht", erinnert sich die 26-Jährige.

Die Studiengebühren verdient Astrid Menz bei einer Netzwerkagentur. Dort betreut sie die Online-Community, pflegt Daten ein und recherchiert Beiträge. Nicht nur der Nebenjob ist in Essen - um ihre Fächer zu Ende studieren zu können, muss die Germanistin zwischen den Uni-Standorten pendeln. "Das ist natürlich unpraktisch. Aber mit zwei Fächern geht das noch einigermaßen." In den kommenden Beiträgen will sie erzählen, wie es ihr in der Schlussphase an der Uni ergeht. "So langsam wird es Zeit fertig zu werden. Durch die ganzen Projekte weiß ich: Das Leben findet da draußen statt."

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