Studium : Bachelor und Master bleiben umstritten

Berlin/Essen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht den so genannten Bologna-Prozess auf einem guten Weg. Gemeint ist die Schaffung eines europäischen Hochschulraumes mit vergleichbaren internationalen Abschlüssen (Bachelor/Master) bis zum Jahr 2010.
Im Jahr 1999 hatten 29 europäische Bildungsminister in Bologna eine entsprechende Erklärung verabschiedet.
Mittlerweile seien 75 Prozent der Studiengänge in Deutschland auf die neuen Abschlüsse umgestellt, sagte Schavan gestern im Bundestag. Inzwischen beteiligten sich 46 Länder an dieser Hochschulreform. nach wie vor offen sei die Umstellung der Studiengänge für Juristen und Mediziner auf Bachelor und Master.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte gestern, dass Bachelor-Absolventen in deutschen Unternehmen willkommen seien. Man habe bereits gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Allerdings würden häufig bisherige Studiengänge nur mit einem neuen Etikett versehen, „ohne sich an den Erfordernissen der Praxis zu orientieren”. Zu den vielen Kritikern des Bologna-Prozesses gehört die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Ein Jahr vor dem Abschluss sei die Reform weit von ihren Zielen entfernt, erklärte gestern GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller.
Besonders oft bemängelt wird in letzter Zeit der häufig komplizierte Übergang von einem Bachelor- in ein Masterstudium. Zudem zeigen Studien, dass „Bologna” die Mobilität von Studenten keineswegs gefördert hat. Kritiker bemängeln auch den „Wildwuchs” bei den Studiengängen.






















