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Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu

08.06.2010 | 14:17 Uhr
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
Immer mehr Mitarbeiter in der IT-Branche klagen über Erschöpfung.

Essen.Erschöpfung und Burnout in der IT-Dienstleistungsbranche nehmen zu. Eine Studie der Uni Duisburg-Essen zeigt: Nur jeder dritte IT-Spezialist hält den Druck am Arbeitsplatz locker aus.

Nur noch 37 Prozent der befragten IT-Spezialisten glauben, ihre Tätigkeit sei auf Dauer durchzuhalten. Lediglich 29 Prozent können nach der Arbeit problemlos „abschalten“, wie eine aktuelle Untersuchung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen zeigt.

Im BMBF-geförderten Projekt „Demografischer Wandel und Prävention in der IT-Wirtschaft“ befragten die IAQ-Wissenschaftler in sieben IT-Unternehmen unterschiedlicher Größe 331 Mitarbeiter.

Sie fanden heraus: Burnout trifft offenbar nicht alle in gleichem Maße. Die Forscher identifizierten fünf Risikogruppen: Bei den „Projekteinsteigern“ – meist Berufsanfängern im Projekteinsatz – hätten bereits 57 Prozent hohe Burnout-Werte, während dies bei lediglich 13 Prozent der gleichaltrigen Trainees der Fall ist. In den Altersgruppen zwischen 30 und 50 Jahren haben die „Aufsteiger in neue Position“ häufig mit Problemen der Rollenfindung und mangelnder Vorbereitung auf die neuen Aufgaben zu kämpfen, stellt das IAQ fest. Die „Mobilen Beschäftigten“, oft ‚Grenzgänger‘ zwischen Kunden- und IT-Unternehmen, zeigten ebenfalls zu 67 Prozent hohe Werte. Bei den 40- bis 60-Jährigen seien insbesondere die „Mehrstelleninhaber“ und die „Multi-Projektmanager“ betroffen.

Wegen des demografischen Wandels nimmt nach Angaben der Wissenschaftler auch in „jungen“ Innovationsbranchen wie dem IT-Bereich die Zahl der älteren Mitarbeiter zu: Zwischen 1999 und 2009 stieg der Anteil der über 50-Jährigen von 12,5 auf 18,5 Prozent, während der Anteil der 25- bis 39-jährigen Beschäftigten von 55,9 auf 41,8 Prozent sank. „Angesichts der zunehmenden Intensivierung der Arbeit in dieser Branche ist es fraglich, ob die Beschäftigten ihr Rentenalter schädigungsfrei erreichen werden, wenn sich die Entwicklung so fortsetzt.“, sagt Projektleiterin Anja Gerlmaier.

DerWesten

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Kommentare
10.06.2010
07:24
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
von Argus | #8

Der Innovationsdruck hat zu einer Beschleunigung des Lebens geführt, der eine natürliche Lebensweise mit angemessener Anspannung und Entspannung die Menschen vernichtet, nicht nur in der IT-Zunft.

10.06.2010
05:53
Blockierter Kommentar.
von DietmarKalaschnikow | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.06.2010
05:52
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
von Erbeck | #6

zu # 1 , Hugh : Sehr guter Beitrag - eigentlich Druckreif !!

08.06.2010
21:22
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
von sich-Fragender | #5

Der Druck ist ähnlich wie bei Ärzten und die Verantwortung auch...

08.06.2010
20:43
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
von mausefritzchen | #4

http://www.youtube.com/watch?v=xTorchdVl5c
muss es wohl sein: Pigor und Eichhorn, Nieder mit IT

08.06.2010
20:21
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
von mausefritzchen | #3

Alles zum Thema: http://www.youtube.com/watch?v=xTorchdVl5c&feature=email

08.06.2010
18:09
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
von Der Sauer | #2

Das entspricht auch meiner Erfahrung. Allerdings ist der Druck auf Trainees ebenso hoch. Es stellt sich erst einmal die Frage wie diese Studie durchgeführt wurde. Ich kann mir kaum vorstellen, das grade Trainees wahrheits gemäß Auskunkt geben, da diese ja unbedingt die Aussicht auf eine Anstellung im Vordergrund sehen und nicht von Trainee zu Trainee hoppen möchten. Ich kenne aus meinen zahlreichen Projekten viele ausgebrannte Menschen, die zu immer mehr Leistung getrieben werden (egal mit welchen Mitteln). Das geht i.d.R. zu Lasten der Gesundheit. Es sollte einmal darüber nachgedacht werden, dass Mitarbeiter nicht mit Betriebsmitteln gleichzusetzen sind.

08.06.2010
15:00
Burnout-Gefahr in der IT-Branche nimmt zu
von Hugh | #1

Hallo,

Druck gibt es überall - keine Frage.

Es wird immer so bleiben, solange Entscheider ihr Handeln nicht an der Logik und Berechenbarkeit und auch der Nachhaltigkeit orientieren.Es wird ja ein konkretes Ergebnis mit IT erwartet und daher müssten dann auch alle hierfür notwendigen und verhältnismässigen Handlungen erfolgen.

Das ist meist unbequem, zeitaufwändig und damit kostspielig - dies will im Prinzip nicht jeder, das Wunschergebnis aber wohl.

Keine Testungen, riesiger und zum Teil künstlich aufgebauschter Zeitdruck sorgen denn nun auch für die vielen unschönen Fehler und zum Teil Totalversagen in diesen Umgebungen (bis zur nächste Messe, sofort, billiger ich will die gewohnten (falsch errechneten) Werte wieder sehen, weil es schon immer so war usf.)
.

Ganz schlimm kann es enden, wenn ein Entscheider eine fixe Idee versucht mit der Brechstange umzusetzen, die in einigen Fällen nicht ansatzweise ein seriöses Ergebnis leisten kann. So werden unglaublich viele Ressourcen für Randthemen gerne investiert und an dem Hauptthema gerne dann eingespart.
Schlimm auch wenn Entscheidungen aus PC-Zeitschriften-Wissen und aus der Beurteilung von heimischen Privatrechner aus motviert sind. Diese Fehler kann man oftmals hintenheraus nicht mehr kompensieren.

Mangelnde Kenntnis und Information, was IT überhaupt leisten kann, rundet das Ganze dann ab. (fehlende Prozesse, die Grundlage für eine EDV Umsetzung fehlen oder sind unzureichend, unlogische und uneinhaltbare Anforderungen oder eben die Beschneidung zwingend notwendiger Anforderungen, Sparzwang, Dickkopf haben so manches IT Projekt schon von Grund auf zum Scheitern gebracht).

IT ist eben nicht in erster Linie ein schönes AUto, in das man setzt, Schlüssel umdrehen und es fährt so wie man will.
Unglaublich schwer, das nicht IT-affinen Menschen wirksam nahe zu bringen.
Glücklich kann man da nur mit vertrieblichen Einstellungen werden evtl und dann geht die gewohnte Spirale wieder von vorne los...

Insofern wundert mich, dass es nur 37% sind von leider nur 7 befragten Unternehmen/IT Mitarbeitern (damit ist diese Studie nur eine kleine Empirik in meinen Augen und nur schwer verwertbar).

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