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Bremsspuren am Arbeitsmarkt

28.06.2012 | 11:21 Uhr

Die Sorgen um die Eurozone und die sich abschwächende Konjunktur machen sich langsam auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen sank im Juni zwar noch leicht, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Normalerweise gibt es im Juni jedoch eine weitaus stärkere Belebung auf dem Arbeitsmarkt.

Düsseldorf (dapd-nrw). Die Sorgen um die Eurozone und die sich abschwächende Konjunktur machen sich langsam auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen sank im Juni zwar noch leicht, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Normalerweise gibt es im Juni jedoch eine weitaus stärkere Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Und auch der Vergleich zum Vorjahr fiel diesmal negativ aus.

Insgesamt waren im Juni in NRW knapp 727.500 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 0,4 Prozent weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote stagnierte sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr bei 8,0 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen sogar um 0,9 Prozent. Für die Vorsitzende der BA-Geschäftsführung in NRW, Christiane Schönefeld, hatte sich diese Entwicklung abgezeichnet. "Wir haben schon in den vergangenen Monaten gesehen, dass die Dynamik des NRW-Arbeitsmarktes nachlässt", sagte sie. Schon die Frühjahrsbelebung sei in diesem Jahr schwächer ausgefallen als noch im Vorjahr. Ursache sei zum einen die schwächere konjunkturelle Entwicklung. Zum anderen brächten arbeitsmarktpolitische Maßnahmen weniger Entlastung.

Unter anderem waren zuletzt die Bedingungen für den Gründungszuschuss verschärft worden. Daher ist die Zahl der Anträge für diese Unterstützung nach Angaben einer BA-Sprecherin gesunken. Potenzielle Gründer, die sich den Weg in die Selbstständigkeit dadurch nicht mehr zutrauen, bleiben nun eher arbeitslos.

Auch auf dem bundesweiten Arbeitsmarkt sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni nur noch leicht. Im Vergleich zum Mai ging sie um 46.000 auf 2,809 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.

Bereinigt um saisonale Effekte ergibt sich jedoch ein düstereres Bild: Danach stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juni im Vergleich zum Vormonat um 7.000.

"Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es im Juni Anzeichen einer schwächeren Entwicklung", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. Die Zahl der arbeitslosen Menschen sei nicht nur weniger stark gesunken als im Juni üblich. Auch die Arbeitskräftenachfrage sei schwächer. Positiv ist jedoch nach wie vor die Entwicklung der Erwerbstätigkeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die laut Weise weiter deutlich im Plus liegt.

NRW-Chefin Schönefeld sieht durchaus auch Licht in der Arbeitsmarktstatistik. Die Entwicklung verlaufe weiter auf einem hohen Niveau, sagte sie. Anlass zur Sorge gebe es derzeit noch nicht.

dapd

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