Brandermittler durchforsten Aachener Wohnhaus
19.01.2012 | 16:38 Uhr 2012-01-19T16:38:39+0100Nach der Brandkatastrophe mit drei toten Kindern in Aachen hat am Donnerstag im Wohnhaus die Suche nach der Brandursache begonnen. Nachdem die stark einsturzgefährdete Doppelhaushälfte abgestützt werden konnte, durchkämmten Sachverständige in akribischer Kleinstarbeit das Gebäude. Ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen das Feuer entfachte, war weiter unklar.
Aachen (dapd-nrw). Nach der Brandkatastrophe mit drei toten Kindern in Aachen hat am Donnerstag im Wohnhaus die Suche nach der Brandursache begonnen. Nachdem die stark einsturzgefährdete Doppelhaushälfte abgestützt werden konnte, durchkämmten Sachverständige in akribischer Kleinstarbeit das Gebäude. Ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen das Feuer entfachte, war weiter unklar. Die jungen Eltern standen weiter unter Schock und waren nicht vernehmungsfähig, sagte eine Polizeisprecherin.
Die 29-jährige Mutter und der 27-jährige Vater sollen erst befragt werden, wenn sich ihre Lage stabilisiert habe. Die zwei, vier und fünf Jahre alten Jungen waren am Mittwoch bei dem Brand ums Leben gekommen. Die Eltern konnten sich und das einjährige Baby noch aus dem Haus retten. Ein weiterer Sohn (8) und eine Tochter (9) waren zum Brandzeitpunkt in der Schule.
Derweil werden die Rufe nach einer landesweit verbindlichen Rauchmelderpflicht lauter. "Es ist nachgewiesen, dass Rauchmelder Menschenleben retten", sagte der Geschäftsführer des nordrhein-westfälischen Feuerwehrverbandes, Christoph Schöneborn, am Donnerstag im dapd-Interview. In NRW sei momentan nicht einmal jeder vierte Haushalt mit dem Gerät ausgestattet. Neun Bundesländer hätten mittlerweile eine Rauchmelderpflicht erlassen. NRW hinke hinterher.
Ob in dem Haus in Aachen ein Brandmelder installiert wurde, war am Donnerstag noch unklar. "Die meisten Brandtoten sterben nicht an den Verbrennungen, sondern an den Atemgiften", sagte Schöneborn. Durch einen Rauchmelder würden Betroffene frühzeitig geweckt. Die Überlebenschance sei eindeutig höher. Die drei Kinderleichen in Aachen waren unter einem Fenster entdeckt worden.
Mit einem Thesenpapier will der Feuerwehrverband in Kürze an alle Landtagsabgeordneten appellieren, eine Vorschrift in NRW einzuführen. Bundesweit sterben jährlich etwa 500 Menschen bei Bränden, rund 5.000 Menschen werden schwer verletzt.
dapd