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Bochumer Opel-Belegschaft fordert Klarheit für die Zukunft

21.05.2012 | 06:50 Uhr
Foto: /ddp/Martin Oeser

Bangen am Opel-Standort in Bochum: Auf einer zusätzlichen Betriebsversammlung am (heutigen) Montag will die Belegschaft Klarheit von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke über die Zukunft des Werkes. Hintergrund sind Pläne des Autobauers, die Produktion des Modells Astra ab 2015 nach England und Polen zu verlagern. Die Gewerkschaften laufen dagegen Sturm.

Bochum (dapd). Bangen am Opel-Standort in Bochum: Auf einer zusätzlichen Betriebsversammlung am (heutigen) Montag will die Belegschaft Klarheit von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke über die Zukunft des Werkes. Hintergrund sind Pläne des Autobauers, die Produktion des Modells Astra ab 2015 nach England und Polen zu verlagern. Die Gewerkschaften laufen dagegen Sturm.

Die Opel-Führung spiele die Belegschaften der Werke gegeneinander aus, kritisierte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel im Vorfeld der Betriebsversammlung. So habe das Management schon im Januar dem Stammwerk Rüsselsheim die Bochumer Produktion des Familienvans Zafira angeboten und als Gegenleistung dafür Zugeständnisse wie Lohneinbußen gefordert. Opel hat dagegen Pläne für die Zafira-Verlagerung immer entschieden dementiert.

Das Unternehmen hatte vergangene Woche entschieden, die Produktion des Erfolgsmodells Astra vom Stammwerk Rüsselsheim abzuziehen und ab 2015 nach England und Polen zu verlagern. Der Bochumer Betriebsrat fürchtet nun, dass dafür die Zafira-Herstellung nach Rüsselsheim gehen könnte und Bochum damit vor dem Aus steht.

Von der heutigen Versammlung erwarten die Arbeitnehmervertreter nach eigenen Angaben Aussagen des Opel-Managements, ob der Zafira weiter in Bochum gebaut wird. Zu der Versammlung kommen sollen auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Landeswirtschaftsminister Harry Voigtsberger (beide SPD).

Nach Angaben des Bochumer Betriebsratsvorsitzenden wären von einer Opel-Schließung in Bochum landesweit etwa 45.000 Arbeitsplätze auch bei Dienstleistern und Zulieferern betroffen. Das Werk sei der zweitgrößte Opel-Betrieb in Europa und arbeite mit der höchsten Auslastung im Dreischichtbetrieb.

dapd

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