Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Studie

Bedarf an Kita-Plätzen steigt

28.06.2010 | 09:19 Uhr
Bedarf an Kita-Plätzen steigt
Adrian in der neuen Kindertagesstätte des Johannes-Hospitals Dortmund. Foto: Knut Vahlensieck

München. Immer mehr Eltern wollen Betreuungsplätze für ihre Kinder. Laut einer Bertelsmann-Studie steigt der Bedarf an Kindergärten, doch investieren die Bundesländer sehr unterschiedlich in die frühkindliche Betreuung.

Im Westen und im Osten Deutschlands sieht die Situation stark unterschiedlich aus. Während rund ein Drittel der Zweijährigen und 80 Prozent der Dreijährigen in Westdeutschland eine Krippe, einen Kindergarten oder eine Tagesmutter besuchten, gehen im Osten schon fast 60 Prozent der Einjährigen in eine Kindertagesstätte. In beiden Regionen sei die Nachfrage der Eltern jedoch weiter gestiegen, berichtet die Süddeutsche Zeitung vorab unter Berufung auf eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung, die am heutigen montag vorgestellt wird.

Bislang gehen viele Landes- und Kommunalpolitiker davon aus, dass sie bis zum Jahr 2013 für etwa 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze schaffen müssen. Doch die Studie legt der Zeitung zufolge nahe, dass die Nachfrage noch viel höher ausfallen wird. „Die Zahlen zeigen, dass der Bedarf nach frühkindlicher Bildung weiter steigt und nicht bei irgendeiner Prozentmarke stehenbleibt“, sagt die Studienleiterin der Stiftung, Anette Stein. Von August 2013 an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist.

Der Westen hinkt zurück

Ein Ländervergleich der Bertelsmann-Stiftung zeige außerdem deutliche Unterschiede bei den Investitionen in frühkindliche Bildung, so die Süddeutsche Zeitung. Während der Spitzenreiter Berlin im Jahr 2007 durchschnittlich mehr als 4000 Euro für jedes Kind unter sechs Jahren ausgegeben habe, seien es in Schleswig-Holstein nur 1950 Euro gewesen. Bayern und Niedersachsen hätten mit etwa 2000 Euro pro Kind ähnlich schlecht abgeschnitten.

ddp/epd

Facebook
 
Kommentare
06.07.2010
12:33
Bedarf an Kita-Plätzen steigt
von Betreuung | #7

Kindergeld abschaffen, dafür kostenlose Betreeung für alle Kinder ab der Geburt. Das ermöglicht es Vater und Mutter, oder auch Alleinerziehenden, weiterzuarbeiten und gibt allen Kindern die gleichen Startchancen.
Derzeit werden die einen Kinder in Watte gepackt und die anderen nur vor den Fernseher gesetzt und nur wenige bekommen eine pädagogisch sinnvolle Betreuung.

06.07.2010
10:16
Bedarf an Kita-Plätzen steigt
von lexlegis | #6

Bedarf an Kita-Plätzen steigt - bei angeblich zunehmender Vergreisung der Gesellschaft?
Merkwürdig!

28.06.2010
13:52
Bedarf an Kita-Plätzen steigt
von multiphren | #5

Für die Studie gibt es Knete, für den Bedarf dann nicht.

28.06.2010
12:07
Bedarf an Kita-Plätzen steigt
von Ulf Draack | #4

Die mittelfristige Finanzplanung des Finanzministers muss dringend geändert und das Erziehungsgeld gestrichen werden, das ab 2013 fällig wird, egal was die CSU dazu sagt. Die träumen noch von dem christlich-fundamentalistischen Familienbild. Das Geld benötigen die Gemeinden für Investitionen in KiTa. Das ist ein Investitions-Förderungsprogramm und schafft Arbeitsplätze.

28.06.2010
10:49
Bedarf an Kita-Plätzen steigt
von holmark | #3

Tja, Deutschland überaltert. Irgendwie scheint die Statistik etwas mit der Kristallkugel zu tun zu haben.

28.06.2010
10:39
Blockierter Kommentar.
von taosnm | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.06.2010
10:39
Bedarf an Kita-Plätzen steigt
von taosnm | #1

Deutschland leidet nach wie vor unter einem antiquierten Familienbild - der Mann muss hinaus ins feindliche Leben, und drinnen waltet die züchtige Hausfrau.

Der Kapitalismus selbst hat dafür gesorgt, dass dieses Familienbild nicht aufrechtzuerhalten ist. Ein Einkommen reicht oftmals für das Auskommen nicht aus. Alleinerziehende Mütter finden aufgrund fehlender Kinderbetreuungsplätze keine Arbeit und müssen sich dafür als Schmarotzer beschimpfen lassen.

Vor allen Dingen die bestens versorgten konservativen Männer in der Politik müssen sich endlich mit der Realität auseinandersetzen und Lösungen schaffen, selbst wenn sie ihrem schlichten Weltbild widerspricht. Die Tatsache der Herdprämie spricht hier eine Sprache für sich.

Dass CDU-regierte Länder wenig für Kinder ausgeben, ist nicht neu. Allerdings sagt grundsätzlich die Summe, die pro Kind ausgegeben wird, noch nichts über die Qualität der frühkindlichen Bildung aus. Mit Kindergeld und Kinderfreibetrag erreichen wir in Deutschland einen enorm hohen Wert gegenüber anderen vergleichbaren Ländern, allerdings nicht annähernd deren Qualität.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3351940/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
Papst Benedikt wird 85
Bildgalerie
Kirche
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...