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Autoindustrie fürchtet weiter steigende Strompreise

24.02.2013 | 17:00 Uhr

Die deutsche Autoindustrie fürchtet angesichts der Kosten für Energiewende und grünen Strom international drastische Wettbewerbsnachteile. "Energiekosten zählen zu den immer wichtigeren Standortfaktoren. Wenn die Unterschiede in einzelnen Wirtschaftsregionen zu groß werden, wirkt sich das langfristig auf Wachstum und Beschäftigung aus", sagte Matthias Wissmann, der "Wirtschaftswoche".

Düsseldorf (dapd). Die deutsche Autoindustrie fürchtet angesichts der Kosten für Energiewende und grünen Strom international drastische Wettbewerbsnachteile. "Energiekosten zählen zu den immer wichtigeren Standortfaktoren. Wenn die Unterschiede in einzelnen Wirtschaftsregionen zu groß werden, wirkt sich das langfristig auf Wachstum und Beschäftigung aus", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, der "Wirtschaftswoche".

Die Sorge um die deutschen Produktionsstandorte wird dabei von einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) geschürt: Die Forscher rechnen in den Jahren 2013 bis 2022 mit Gesamtkosten für die deutsche Stromversorgung von 556 Milliarden Euro, zitierte die "Welt am Sonntag" aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Instituts für den Bundesverband der deutschen Industrie (BDI).

Dabei seien allein rund 102 Milliarden Euro auf die bis 2012 gebauten Ökostrom-Anlagen zurückzuführen. Die Berechnung beruht auf den Annahmen des Netzentwicklungsplans der Bundesnetzagentur und der Übertragungsnetzbetreiber. "Bei Zielerreichung würden die Systemkosten der deutschen Stromversorgung um mehr als ein Viertel, von jährlich 47 auf 62 Milliarden Euro bis ins Jahr 2022 ansteigen", sagte EWI-Direktor Marc Oliver Bettzüge dem Blatt. "Dies beruht im Wesentlichen auf dem Kostenanstieg, der durch den weiteren Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien entsteht."

VDA-Präsident Wissmann fordert deshalb politische Hilfe. "Ohne eine Strompreisgrenze wird es für energieintensive Grundstoffindustrien in Deutschland immer schwerer", warnte er. Die meisten Unternehmen der Autoindustrie seien nicht von der EEG-Umlage befreit - allein die Umlage mache aber "bereits heute mehr als ein Drittel der gesamten Stromkosten" aus.

Insgesamt zahle die Branche einen dreistelligen Millionenbetrag. Die Belastungsgrenze sei damit für viele Unternehmen schon erreicht oder sogar überschritten.

dapd

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