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Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn

13.11.2009 | 12:38 Uhr
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn

Dresden. In seiner Abschiedsrede ersparte sich der scheidende SPD-Chef eine scharfe Selbstkritik - aber auch die Rechthaberei. Die Niederlage seiner Partei wird sozialisiert, und er richtete den Blick nach vorn. Damit gibt er dem Parteitag die Richtung vor. Dafür erntete er minutenlangen Beifall.

Aufatmen bei der SPD: In seiner Abschiedsrede richtete der scheidende Vorsitzende Franz Müntefering den Blick nach vorn. "Die Idee stimmt", rief er gestern den 480 Delegierten des SPD-Parteitages in Dresden zu. Die SPD habe Ausdauer. "Wir kommen wieder", machte er ihnen Mut. Auf Rechthaberei verzichtete er. Selbstkritik übte er, aber bitte: in der Wir-Form. Mit dem Auftritt - nachdenklich, erklärend, rücksichtsvoll - gab der Parteichef den Ton vor. Die Reizvokabeln - "Rente mit 67" und die "Agenda 2010" - mied er und ging auf die Themen betont sachlich ein; über weite Strecken redete er allerdings um den heißen Brei herum. Die erwartete oder befürchtete Abrechnung mit der Partei blieb aus. Die Delegierten blieben "Münte" den Respekt nicht schuldig. Die meisten erhoben sich von ihren Sitzen und applaudierten ihm minutenlang.

Kein Feindbild - aber uninteressant

Die Dimension der Niederlage vom 27. September, so "Münte", sei erschreckend. "Wir waren kein Feindbild. Aber wir waren nicht interessant." Die SPD sei für zu viele Wähler eine Partei "von gestern" gewesen, "aus der Mode." Für die Aufsteiger nicht sexy genug, für die Absteiger keine sichere Bank. Müntefering ist sich nicht ganz sicher, ob es nur an der SPD lag oder ob die Volksparteien generell aus der Zeit gefallen sind. Für ihn ist es "eine offene Frage." Über die nächste Generation, die im folgt, verlor er kein persönliches Wort. Aber er gab den Genossen auf den Weg, bei der Analyse der Wahlniederlage den allzu einfachen Erklärungsmustern, "dem kleinen Karo", Neid und Missgunst zu widerstehen. Bis Sonntag will die SPD sich eine neue Führung wählen und den Anstoß für die Aufarbeitung der Wahlpleite geben. Nächstes Jahr wollen die Genossen Bilanz und Konsequenzen ziehen.

Miguel Sanches

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Kommentare
15.11.2009
00:25
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von Abgebrühte Berlinlustconibrut | #21

Richtig müßte es heißen:,, Die Deligierten lassen Münte ohne Zorn ziehen .Der Kapitän verläßt endlich zwei Jahre nach dem 67sten das sinkende By-by-Boot als erster. Pickel-Prickel bleibt steinern im Boot sitzen.

14.11.2009
10:09
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von rote zora | #20

Dem Parteizerstörer Münte wird von selbiger Beifall gezollt... wofür ?

13.11.2009
16:47
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von Hans Rainer Godehardt | #19

Gebt dem kleinen Münte endlich Zeit für seine junge
Geliebtesonst hat er nicht mehr viel davon.
MfG H-R G.

13.11.2009
15:38
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von derblaueklaus2 | #18

Ich glaube mit Wer nicht arbeitet - soll auch nicht essen hat er Oskar Lafontaine gemeint :-)

13.11.2009
15:32
Blockierter Kommentar.
von James.Brunt | #17

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.11.2009
15:11
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von montcenisschacht2 | #16

Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn!
Lasst ihn ziehen, er wird nicht vermisst!
Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen, dieser Satz von ihm wird in ewiger Erinnerung bleiben!
Welch ein Sozial- Demokrat - -ab in das Sauerland mit ihm!

13.11.2009
15:09
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von dierotekatja | #15

warum aufatmen,
lösst sich die spd entlich auf und gibt dem volk das über jahrzehnte angehäufte vermögen zurück ? siehe Die Medienbeteiligungen der SPD. Zur Bedeutung der SPD-Beteiligungen im Zeitungsmarkt
von Horst Röper, Geschäftsführer des FORMATT-Instituts in Dortmund
Die Ursprünge der Beteiligungen der SPD an Presseunternehmen und Druckereien reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück.
da ist soviel geld in die taschen der einzelnen
funktionsträger gewandert das es jetzt nur recht und billig wäre diese partei jetzt aufzulösen.

13.11.2009
14:14
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von ayberger | #14

Warum sollte er auch zürnen?

* Sein finanzielles Schäfchen hat er total im Trockenen

* Nun hat er zur Erholung eine junge knackige Begleiterin zur Seite

Finanzielle Sorgen und/oder Langeweile werden bei ihm nicht aufkommen ...

13.11.2009
14:02
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von Ronny. | #13

@ 8

Was SIE (!) sehen ist klar. SIE haben ja auch Scheuklappen an Ihren Augen.
Zum Glück sehen es alle anderen Leser so, wie es von # 7 geschrieben und gemeint ist; und somit richtig. :-)

13.11.2009
13:58
Aufatmen in der SPD: Münte geht ohne Zorn
von SPD obsolet | #12

An das Nachtreten von Münte glaube ich auch. Da kommt keine Ruhe rein in den Laden. In der Kohl -Ära war es ja trotz Opposition genauso. Nur Diadochenkämpfe. Erst Oskar hat dann zwischen 1995 im Burgfrieden mit Schröder, mit seinem absolutem Autoritätsanspruch und mit sozialer Rhetorik nach innen Ruhe rein gebracht.

Jetzt haben sie aber keinen Schröder und keinen Lafontaine mehr. Nur noch Weicheier.

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