Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
07.08.2011 | 15:54 Uhr 2011-08-07T15:54:00+0200
Essen. Das Internet sollte die gesellschaftliche Debatte durch Anonymität befördern - leider bietet es auch jenen Schutz, die menschenverachtende Ideologien verbreiten wollen. Die Forderung von Innenminister Friedrich ist deshalb überfällig. Ein Kommentar.
Dr. Jekyll und Mr. Hyde im Netz. Tagsüber war Peder Jensen braver, unauffälliger Mitarbeiter in einem Behindertenzentrum im norwegischen Städtchen Aalesund. Nach Feierabend verwandelte sich der Angepasste zum anonymen, rechtsradikalen Blogger „Fjordman“, der im Netz aufs Übelste gegen Muslime wetterte. Äußerungen wie „Der Islam und alle, die ihn praktizieren, müssen total und physisch aus der gesamten westlichen Welt entfernt werden“ fanden auch Zustimmung beim norwegischen Massenmörder Anders Breivik.
Dass Peder Jensen nun feige abgetaucht ist, passt ins Bild. Was sind das nur für charakterlose Gesellen, die sich in anonymen Blogs austoben? Das Internet war angetreten, die gesellschaftliche, repressionsfreie Debatte durch den Schutz der Anonymität zu befördern. Leider hat es auch dazu geführt, dass nun Typen mit Persönlichkeits-Defiziten sowie einer Blockwart- und Heckenschützen-Mentalität für allerlei Krudes und Menschenverachtendes eine Bühne haben.
Die Forderung von Innenminister Friedrich, dass auch im Netz rechtsstaatliche Grundsätze zu gelten haben, ist überfällig. Jeder solle mit offenem Visier für seine Argumente streiten. Beherzte, mutige, kontroverse Diskussionsbeiträge von couragierten Bürgern sind das Salz für eine lebendige Demokratie.
20:52
@vaikl
Ich interpretiere das dann mal so, daß Sie schlicht keine Argumente haben. Danke für das Gespräch.
18:44
@ #155
Ok, dann steht es ja auch im Ermessen jedes Einzelnen, anonyme Äußerungen im Netz als Luft zu betrachten.
17:17
Themenbezogener Lesestoff für Herrn Klümper und andere:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,779289,00.html
14:58
@vaikl
Ich bin immer noch ernsthaft an einer Erklärung interessiert, warum Oslo ein Grund gegen die Anonymität im Netz ist.
11:15
Der Vorschlag ist so dumm und unrealistisch, dass es schlimmer kaum geht. Mal vom Datenschutz abgesehen, wäre eine Umsetzung überhaupt nicht realistisch. Oder glaubt wirklich jemand, dass sich z.B. Internetbetrüger mit Sitz auf den Cayman Inseln demnächst mit ihrem richtigen Namen und ihrer Wohnadresse im Netz bewegen? Was für Träumer haben wir eigentlich in der Politik?? Verwirrte Köpfe wir es immer geben. Wenn sie Ihre Botschaften nicht mehr im Internet verbreiten können, werden sie andere Wege finden.
10:00
Immerhin ist es gelungen, mit diesem unreflektieren Beitrag von Herrn Klümper eine Fülle von Kommentaren und Klicks zu provozieren.
01:16
Was hat Feigheit mit dem Schutz seiner persönlichen Daten zu tun?
Der Innenminister gibt weder seine Adresse bekannt, noch seinen Aufenthaltsort, wie er es von Blogern erwartet...
So gehts nicht.
Sich selbst jedem Angriff jeder Art entziehen, aber jeden Schritt des Nutzer des Inets ausspähen und jeden Aufenhaltsort ermitteln wollen, so nicht.
Bürger ausspähen und die Bürger totaler Überwachung unterziehen konnte die Stasi mangels nicht vorhandenen Datenschutzes schon und auch erfolgreicher..
Irgendwie ist die Demokratie in diesem Lande dabei sich mit Mitteln der Diktatur auszurüsten..
Erst die Grundrechte ausser Kraft setzen, bei HartzIVlern schon mit Erfolg geschehen, in Kürze holt sich der Kanzler/die Kanzlerin vom Präsidenten ein neues Ermächtigungsgersetz, um jeden Gegner der Partei für lange Zeit verschwinden zu lassen???
22:26
Hätte Herr Sarrazin sein Buch unter einem Synonym verfasst, wäre er heute noch Vorstand der Deutschen Bundesbank. Es war seine private Meinung, das Buch darf verkauft werden, der Großteil der deutschen Bevölkerung wird ihm zustimmen und dennoch wurde Frau Merkel das ganze zu heikel und er wurde entlassen. Anders kann man diese Hexenjagd nicht bezeichnen.
Soviel zum Thema Anonymität und ihre Folgen.
21:35
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20:52
unterirdisch!
mehr fällt mir dazu nicht ein - außer mein abo zu kündigen. eine zeitung mit kommentator(en) so rechts wie der bayernkurier, nee, muß nicht sein ..