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Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist

07.08.2011 | 15:54 Uhr
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
Rechtsstaatliche Grundsätze müssen auch im Internet gelten, fordert Innenminister Hans-Peter Friedrich. (Foto: imago)

Essen.  Das Internet sollte die gesellschaftliche Debatte durch Anonymität befördern - leider bietet es auch jenen Schutz, die menschenverachtende Ideologien verbreiten wollen. Die Forderung von Innenminister Friedrich ist deshalb überfällig. Ein Kommentar.

Dr. Jekyll und Mr. Hyde im Netz. Tagsüber war Peder Jensen braver, unauffälliger Mitarbeiter in einem Behindertenzentrum im norwegischen Städtchen Aalesund. Nach Feierabend verwandelte sich der Angepasste zum anonymen, rechtsradikalen Blogger „Fjordman“, der im Netz aufs Übelste gegen Muslime wetterte. Äußerungen wie „Der Islam und alle, die ihn praktizieren, müssen total und physisch aus der gesamten westlichen Welt entfernt werden“ fanden auch Zustimmung beim norwegischen Massenmörder Anders Breivik.

Dass Peder Jensen nun feige abgetaucht ist, passt ins Bild. Was sind das nur für charakterlose Gesellen, die sich in anonymen Blogs austoben? Das Internet war angetreten, die gesellschaftliche, repressionsfreie Debatte durch den Schutz der Anonymität zu befördern. Leider hat es auch dazu geführt, dass nun Typen mit Persönlichkeits-Defiziten sowie einer Blockwart- und Heckenschützen-Mentalität für allerlei Krudes und Menschenverachtendes eine Bühne haben.

Die Forderung von Innenminister Friedrich, dass auch im Netz rechtsstaatliche Grundsätze zu gelten haben, ist überfällig. Jeder solle mit offenem Visier für seine Argumente streiten. Beherzte, mutige, kontroverse Diskussionsbeiträge von couragierten Bürgern sind das Salz für eine lebendige Demokratie.

Wilhelm Klümper

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Kommentare
10.08.2011
20:52
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von wonko | #158

@vaikl

Ich interpretiere das dann mal so, daß Sie schlicht keine Argumente haben. Danke für das Gespräch.

10.08.2011
18:44
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von vaikl | #157

@ #155
Ok, dann steht es ja auch im Ermessen jedes Einzelnen, anonyme Äußerungen im Netz als Luft zu betrachten.

10.08.2011
17:17
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von Bernd-Bruns | #156

Themenbezogener Lesestoff für Herrn Klümper und andere:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,779289,00.html

10.08.2011
14:58
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von wonko | #155

@vaikl

Ich bin immer noch ernsthaft an einer Erklärung interessiert, warum Oslo ein Grund gegen die Anonymität im Netz ist.

10.08.2011
11:15
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von Kopper | #154

Der Vorschlag ist so dumm und unrealistisch, dass es schlimmer kaum geht. Mal vom Datenschutz abgesehen, wäre eine Umsetzung überhaupt nicht realistisch. Oder glaubt wirklich jemand, dass sich z.B. Internetbetrüger mit Sitz auf den Cayman Inseln demnächst mit ihrem richtigen Namen und ihrer Wohnadresse im Netz bewegen? Was für Träumer haben wir eigentlich in der Politik?? Verwirrte Köpfe wir es immer geben. Wenn sie Ihre Botschaften nicht mehr im Internet verbreiten können, werden sie andere Wege finden.

10.08.2011
10:00
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von Bernd-Bruns | #153

Immerhin ist es gelungen, mit diesem unreflektieren Beitrag von Herrn Klümper eine Fülle von Kommentaren und Klicks zu provozieren.

10.08.2011
01:16
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von EinKnaeuel | #152

Was hat Feigheit mit dem Schutz seiner persönlichen Daten zu tun?
Der Innenminister gibt weder seine Adresse bekannt, noch seinen Aufenthaltsort, wie er es von Blogern erwartet...
So gehts nicht.
Sich selbst jedem Angriff jeder Art entziehen, aber jeden Schritt des Nutzer des Inets ausspähen und jeden Aufenhaltsort ermitteln wollen, so nicht.
Bürger ausspähen und die Bürger totaler Überwachung unterziehen konnte die Stasi mangels nicht vorhandenen Datenschutzes schon und auch erfolgreicher..
Irgendwie ist die Demokratie in diesem Lande dabei sich mit Mitteln der Diktatur auszurüsten..
Erst die Grundrechte ausser Kraft setzen, bei HartzIVlern schon mit Erfolg geschehen, in Kürze holt sich der Kanzler/die Kanzlerin vom Präsidenten ein neues Ermächtigungsgersetz, um jeden Gegner der Partei für lange Zeit verschwinden zu lassen???

09.08.2011
22:26
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von DasLenchen | #151

Hätte Herr Sarrazin sein Buch unter einem Synonym verfasst, wäre er heute noch Vorstand der Deutschen Bundesbank. Es war seine private Meinung, das Buch darf verkauft werden, der Großteil der deutschen Bevölkerung wird ihm zustimmen und dennoch wurde Frau Merkel das ganze zu heikel und er wurde entlassen. Anders kann man diese Hexenjagd nicht bezeichnen.

Soviel zum Thema Anonymität und ihre Folgen.

09.08.2011
21:35
Blockierter Kommentar.
von hitchhiker04 | #150

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.08.2011
20:52
Auch im Netz mit offenem Visier - warum die Anonymität im Netz feige ist
von markenware | #149

unterirdisch!

mehr fällt mir dazu nicht ein - außer mein abo zu kündigen. eine zeitung mit kommentator(en) so rechts wie der bayernkurier, nee, muß nicht sein ..

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