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Angehörige von NSU-Opfer wollen eine Gedenkstätte

22.02.2012 | 06:29 Uhr

Die Opfer der Zwickauer Terrorzelle sollen nach dem Willen ihrer Angehörigen eine Gedenkstätte bekommen. Die Einrichtung eines solchen Ortes würde ein Zeichen setzen, sagte die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen, Barbara John, im Interview der Nachrichtenagentur dapd.

Berlin (dapd). Die Opfer der Zwickauer Terrorzelle sollen nach dem Willen ihrer Angehörigen eine Gedenkstätte bekommen. Die Einrichtung eines solchen Ortes würde ein Zeichen setzen, sagte die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen, Barbara John, im Interview der Nachrichtenagentur dapd. "Wir müssen uns vor Augen halten, dass diese Mordserie nach den Morden der RAF den zweit schlimmsten Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik markiert", sagte sie.

Die Hinterbliebenen wollten daran mitwirken, dass der Rassismus zurückgedrängt wird, sagte John. Viele wünschten sich daher einen öffentlichen Gedenkort für ihre Angehörigen. "Vorbei und vergessen, das darf auch aus meiner Sicht nicht geschehen", mahnte sie.

Da fünf der Nazi-Morde in Bayern verübt worden seien, habe sie bereits in München angefragt, ob die dortigen Behörden bereit wären, eine solche Gedenkstätte zu schaffen, sagte John. Auch ein anderer Ort sei noch denkbar, betonte sie. Für die ermordete Polizistin Michel Kiesewetter gebe es in Heilbronn bereits eine Gedenktafel.

Am Donnerstag findet in Berlin die zentrale Gedenkfeier für die Opfer der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle statt. Hauptrednerin wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sein. Die Terrorzelle wird zehn Morde und zwei Nagelbomben-Attentate verantwortlich gemacht.

John sagte, sie hoffe, dass nach der Gedenkfeier die Anteilnahme an den Verbrechen nicht gleich wieder abebbe. Rassistische Menschenfeindlichkeit finde in Deutschland nach wie vor einen Nährboden, warnte sie.

Die ehemalige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats nahm Ende Dezember 2011 im Auftrag von Justizministerium, Innenministerium und der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), ihre Arbeit als Ombudsfrau für die Opfer-Familien auf. Sie ist Ansprechpartnerin für rund 66 Betroffene.

dapd

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2012-02-22 06:29
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