Altkanzler Kohl kritisiert deutsche Außenpolitik
24.08.2011 | 15:16 Uhr 2011-08-24T15:16:44+0200
Berlin. Altkanzler Helmut Kohl (CDU) kritisiert scharf die Außenpolitik seiner Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Regierung. Deutschland sei „keine berechenbare Größe mehr“ in der Welt, sagte Kohl in einem Interview.
Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat deutliche Kritik an der Politik der schwarz-gelben Bundesregierung geübt. „Deutschland ist keine berechenbare Größe mehr - weder nach innen noch nach außen“, sagte Kohl der Zeitschrift „Internationale Politik“ (September-/Oktoberausgabe).
Jahrelang sei ein verlässlicher Kurs der Westbindung ein Grundsatz der deutschen Außenpolitik gewesen, sagte Kohl. Wenn er dagegen die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachte, „dann frage ich mich schon, wo Deutschland heute eigentlich steht und wo es hin will“.
Verunsicherung im Ausland
Die Politik der Regierung Merkel habe auch im Ausland zu einer Verunsicherung geführt, meinte der Altkanzler. Als einen Hinweis darauf nannte er die Europareise von US-Präsident Barack Obama im Mai. Obama hatte damals mehrere europäische Länder besucht, nicht aber Deutschland. „Nach allem, was wir Deutsche und Amerikaner gemeinsam erlebt und durchlebt haben und was uns bis heute tief verbindet, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich einmal erleben muss, dass ein amtierender amerikanischer Präsident nach Europa kommt und über die Bundesrepublik hinwegfliegt, ich könnte auch sagen, über sie hinweggeht“, sagte Kohl.
„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alles verspielen. Wir müssen dringend zu alter Verlässlichkeit zurückkehren“, mahnte er die Bundesregierung. Die Deutschen müssten wieder „für andere erkennbar deutlich machen, wo wir stehen und wo wir hin wollen, dass wir wissen, wo wir hingehören, dass wir Werte und Prinzipien machen, die über den Tag hinaus gelten“. Für Irritationen bei den westlichen Verbündeten Deutschlands hatte in den vergangenen Monaten beispielsweise die deutsche Stimmenthaltung im UN-Sicherheitsrat zum internationalen Libyen-Militäreinsatz geführt.
Westerwelle teilt Kritik zum Teil
Bundesaußenminister Guido Westerwelle unterstützt zum Teil die Kritik von Altkanzler Kohl an der deutschen Europapolitik. Kohl habe „scharfkantige Kritik“ an der Aufweichung des europäischen Stabilitätspakts geübt, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch in Binz auf Rügen. Diese Kritik „teile ich ausdrücklich“.
Auf Kohls Aussage, der deutschen Außenpolitik fehle der „Kompass“, ging Westerwelle nur indirekt ein. Für ihn seien die Konstanten der deutschen Außenpolitik ganz klar, sagte der Minister. Seine drei Schwerpunkte seien der Einsatz für Europa, die Friedenspolitik und die Begründung neuer Partnerschaften bei gleichzeitiger Pflege der alten Freundschaften. (mit afp/dapd)
23:18
Der will uns doch bloß verkohlen!
Das hat er ja 16 Jahre lang geübt.
21:12
Na toll. Die alten Schlauberger, die schon 20 Jahre aus der Politik raus sind, melden sich jetzt zu Wort und wissen alles besser....
Ich möchte die mal sehen, wie ihr Ansehen wäre, wenn S I E die Schuldenkrise hätten bekämpfen müssen........
Kritisieren ist immer sehr einfach. Besserwisser !
Sollen wir mal seinen Umgang mit seiner toten Frau kritisieren ??? Dann wird der Alte aber grantig und verbittet sich die Einmischung in sein Privatleben. ,,,, und wir verbitten uns seine Einmischung in die heutige Politik !!!
18:06
Das man der Außenpolitik von Merkel und Westerwelle kritisch und sorgenvoll gegenübersteht ist verständlich. Herr Kohl mit seiner Scheckbuch abhängigen Außenpolitik ist wohl der letzte der sich hierzu zu Wort melden sollte und dessen Meinung die Bürger interessieren dürfte. Mal abgesehen von dem Glücksfall Wiedervereinigung hat er auch mit Blick auf Europa den Bürgern ein Paket von Generationen übergreifenden Problemen hinterlassen. Es ist besser für alle wenn er seinen Lebensabend in aller Stille geniest.
13:59
Ein echter Pfälzer Saumagen!
Prost!
Rülps!
13:31
Ich bin auf keinen Fall ein Anwalt von Frau Merkel. Aber wenn jemand 16 Jahre ein Kompass gefehlt hat, dann war das die Birne Kohl! Der Kanzler, der per Zufall 1989 an der macht war. Der Kanzler, der die CDU durch die Spendenaffäre richtig rein gerissen hat. Der EURO, die aufgeblähte EU: mit sein Verdienst
11:39
Herr Kohl analysiert falsch.
Sarkozy und die Engländer und die USA haben den Krieg gegen Gaddafi geplant und ausgeführt.
Die anderen NATO-Mitglieder wurden gezwungen zuzustimmen, dass zum Thema Demokratie.
Ich meine so kann das nicht weitergehen
und Deutschland sollte denen mal klar machen, das die NATO aus mehreren besteht.
Nur was hat die NATO in Libyen zu suchen ???
Es ist kein Bündnisfall.
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11:35
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11:35
Ich hatte Kohl eigentlich schon erfolgreich verdrängt.
Warum kann der Dicke nicht jetzt genauso schweigen, wie er zur Spendenaffäre geschwiegen hat?
10:42
Hat nicht der unglückselige Kohl den Euro überhastet und ohne die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Strukturen eingeführt und damit erst das nächste Unglück, den unsinnigen Beitritt Griechenlands unter Schröder, Fischer und Eichel sowie deren 3%-Verletzung ermöglicht?
Und was ist Ostdeutschland heute?
Blühende Landschaften?
Kohl war eine Katastrophe.
Wer rezensiert mal seine Doktorarbeit?
Vermutlich war sie von ähnlichem Tiefgang geprägt.
Pfälzer Schwartenmagen?
10:18
Helmut Kohl war der Kanzler der deutschen Einheit. Die DDR war pleite, wie heute Griechenland. Eine Ursache waren viele Jahre Bummelstreik und Selbstbereicherung mit dem viele DDR-Bürgerinnen und Bürger auf den Staat reagierten. Gorbatschow verriet sein Land, indem er die DDR ohne jede Gegenleistung aufgab. Diese Chance hat Kohl genutzt. Sicherlich hat er dafür die Rentenkassen der Westdeutschen geplündert und dem Euro zugestimmt. Aber das war der Preis für eine schnelle Wiedervereinigung.