Alten- und Pflegeheime werden zu Nische für Sex-Geschäfte
07.02.2011 | 18:33 Uhr 2011-02-07T18:33:00+0100
Berlin. Schätzungen zufolge tun in jedem zweiten Senioren- oder Pflegeheim Prostituierte ihren Dienst. Allein in Berlin haben sich bereits mehrere Dutzend Frauen auf alte und behinderte Menschen als Freier eingestellt.
Zu alt für die käufliche Liebe? Stephanie Klee lacht. Die Prostituierte ist seit 30 Jahren im Geschäft und viele ihrer Freier leben in Senioren- und Pflegeheimen. „Ich werde mit meinen Kunden älter.“ Die gebürtige Rheinländerin glaubt, dass mittlerweile bundesweit in jedem zweiten Heim Prostituierte ihren Dienst tun. „In den letzten Jahren ist da einiges in Bewegung gekommen.“
Marion Detlefs bestätigt das: „Wir haben jede Woche mehrere Anrufe aus Seniorenheimen, die uns um Hilfe bitten.“ Detlefs ist Sozialarbeiterin beim Berliner Verein Hydra, der seit drei Jahrzehnten die Interessen von Prostituierten vertritt. Ende der 90er -Jahre hat der Verein sämtliche Alten- und Pflegeinrichtungen der Hauptstadt angeschrieben und sich als Vermittler zwischen Heimbewohnern und Huren angeboten. Mittlerweile gibt es nach Schätzungen des Vereins mehrere Dutzend Frauen in Berlin, die sich ausschließlich auf alte und behinderte Menschen als Kunden eingestellt haben.
Ein wichtiger Grund für dieses Engagement ist der Verteilungskampf unter den Prostituierten: Durch die Konkurrenz aus Osteuropa und die immer weniger zahlungsbereite Stammkundschaft suchen sich viele Sexarbeiterinnen neue Nischen.
Fahrdienst ins Bordell, mit Zivi als Begleiter
Laut Marion Detlefs gehen die ersten Heimleitungen jetzt darauf ein: „Es gibt Einrichtungen, wo einmal im Monat eine Prostituierte kommt und dann drei bis vier Männer hintereinander bedient.“ Andere Heime hätten Fahrdienste ins Bordell, mit einem Zivildienstleistenden als Begleiter. Laut Hydra kommt es inzwischen auch vor, dass Prostituierte mit einem Wohnmobil die Einrichtungen ansteuern und ihre Dienste auf dem Parkplatz anbieten.
Stephanie Klee, heute Anfang fünfzig, musste sich dagegen manches Mal „verdeckt in die Zimmer schleichen“. Den Besuch hatten die Sozialarbeiter organisiert, die Heimleitung sollte nichts wissen. Klee kennt Fälle, wo Kolleginnen als „Nichte“ des Heimbewohners vorgestellt wurden, die ab und zu eben mal zu Besuch kommt. Oft regelten die Angehörigen das Geschäft, viele Heimbewohner seien aber auch rüstig genug, um selbst die Sex-Anzeigen abzutelefonieren, auf der Suche nach der richtigen Frau.
„Man muss ja sehen“, sagt Klee, „dass Geschlechtsverkehr im Alter oft nicht mehr so eine wichtige Rolle spielt.“ Viele Kunden würden sich eher nach Zärtlichkeit, Streicheln, körperlicher Nähe sehnen. Für viele sei der Anruf bei einer Prostituierten daher eine Erlösung: „Man muss keine Angst haben, abgelehnt zu werden und man kann sich sicher sein, dass die Frau keine weiteren Ansprüche stellt.“
Pflegeexperten wissen heute, wie ernst man sexuelle Interessen auch im hohen Alter nehmen muss, schon, um Übergriffe zu verhindern und das Pflegepersonal vor heiklen Wünschen zu schützen. Klee hat deshalb bereits für Heimmitarbeiter Seminare zum „Sex im Alter“ gegeben, die in Potsdam lebende Niederländerin Nina de Vries gibt ihre Erfahrungen mit behinderten und demenzkranken Kunden weiter.
„Der Bedarf wird wachsen“, glaubt auch Marion Detlefs von Hydra. Es gebe immer mehr alte Menschen, die „nicht mehr diese 08/15-Stellungen abarbeiten wollen“. Und auch das Angebot dürfte größer werden: „Die Sexarbeiterinnen werden älter und können auf diese Weise lange in ihrem Beruf bleiben.“
14:59
In Altenheimen toben sich so manche Geschäftemacher aus und wickeln die alten, oft hilflosen Menschen um die Finger und schwatzen ihnen vieles auf: Frisöre, Fußpflegedienste, Anbieter von Eis, Textilien, Obst usw.
00:52
DILDOPDIPDÖSCHEN
Es gibt doch auch andere, technische und battareibetriebene Hilfsmittel um sich hier die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.
Dann muss das Pflegepersonal nur noch beim Batteriwechsel helfen.
20:42
Finde ich voll ok. Endlich mal etwas positives aus dieser finsteren Ecke der Gesellschaft. Auch weil spendensammelnde Vikare da ihre Beute zähneknirschend entfleuchen sehen.....
18:13
Wunderbar!!! Jetzt kann ich es kaum noch erwarten alt zu werden!
21:48
Gibts nichts wichtigeres für die erste Seite einer gestandenen Tageszeitung?
Langsam habe ich bei diesem Blatt immer mehr Probleme sie meinen Kinder ,die nun dem Kinderteil entwachsen sind,zum Lesen zu geben.
20:42
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20:38
Ha, ha, ha, etwas schwer einseitiger Artikel, dafür tolle ´Kommentare!
Klar, christliche Heime beherbergen in der Regel auch Menschen, die nach christlichen Grundsätzen lebten, denen ist also in der Regel damit auch nicht gedient.
Gebe dem Kommentar von @5 vollkommen recht, einerseits wird Freizügigkeit breit propagandistisch genutzt und publiziert, andererseits hat Töchterchen und Frauchen dem Saubermannimage von Herrchen zu pflegen und derselbe lässt nur das eine Image zu. Oder tut so, als wäre alles normal. Dabei sind unsere Städte dermaßen angewachsen, dass von christlichem Image nur noch die Kirche im Dorf übrig geblieben ist. Notwendig wäre in diesem Sinne eine andere Politik, die genau diese Saubernmann masche weniger verherrlicht und echte gesellschaftliche ethische Probleme weniger verniedlicht. Das sich alte Menschen in Seniorenheimen Hilfe bei Prostituierten holen müssen ist allein deshalb traurig, weil es auch anders gehen sollte, nicht weil dies verabscheuenswert oder gar zu verurteilen ist.
Sex bei alten Menschen ist in Deutschland nun mal allgemein ein Tabuthema oder mit IHHH belegt. Und gerade junge Menschen, wenn diese unter sich, halten Sex zwischen Senioren, selbst wenn diese verheiratet sind, für eklig. Das ist schlimm!!!
19:28
#15 Respekt,treffend beschrieben !
18:25
Dutzende Frauen habe sich auf Alte oder behinderte Menschen als Freier eingestellt ... das sind doch aber wohl nur Männer, die da Kundschaft sind, oder ?
Was ist eigentlich mit den Frauen, die alt oder behindert und lustig sind ?
Wo bleibt denn da die Gleichstellung ?
Also ich möchte nen knackigen Kerl, wenn ich mal im Pflegeheim bin und keine Frau !
15:15
Das gleiche Problem haben viele Behinderte. Auch sie sehnen sich nach menschlicher Nähe und Intimität. Das ist natürlich und keineswegs verwerflich. Vorreiter sind auch hier schon seit Jahren die liberalen Niederlande.
Nur in den konfessionellen Heimen mit verlogener christlich verklemmter Pseudoethik dürfte solche liberale Sicht auf Ablehnung und Empörung treffen: Der Aufschrei der ach so keuschen Kleriker ist uns gewiss.