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Alle A380-Flugzeuge werden auf Haarrisse überprüft

08.02.2012 | 20:48 Uhr

Wieder Haarrisse in den Tragflächen eines Superjumbos: Alle 68 Großraumflugzeuge des Typs Airbus A380 müssen nun zur Inspektion. Das ordnete die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA am Mittwoch an. Zuvor hatte die australische Fluggesellschaft Qantas einen A380 nach der Entdeckung Dutzender Haarrisse für eine Woche stillgelegt.

Toulouse/Berlin (dapd). Wieder Haarrisse in den Tragflächen eines Superjumbos: Alle 68 Großraumflugzeuge des Typs Airbus A380 müssen nun zur Inspektion. Das ordnete die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA am Mittwoch an. Zuvor hatte die australische Fluggesellschaft Qantas einen A380 nach der Entdeckung Dutzender Haarrisse für eine Woche stillgelegt. Die EASA verschärfte damit eine Anordnung vom 20. Januar, die nur jene Großflugzeuge betraf, die mehr als 1.300 Flüge hinter sich haben.

Der Erlass stellt laut Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath sicher, "dass die Untersuchung, die von Airbus ohnehin empfohlen wird, auch durchgeführt wird". Die Anordnung komme "nicht überraschend" für Airbus, sagte Schaffrath in Toulouse. Die Sicherheit der Fluggäste stehe nicht zur Debatte. Die EASA gab den Gesellschaften je nach Flugleistung der Maschinen bis zu sechs Wochen Zeit, ihre Flugzeuge zu untersuchen und gegebenenfalls beschädigte Teile auszutauschen.

Maschinen mit 1.384 oder mehr Flugstunden müssen innerhalb von drei Wochen, die anderen innerhalb von sechs Wochen ab 13. Februar zur Inspektion.

Die Lufthansa muss eigenen Angaben zufolge dafür keine A380-Flüge ausfallen lassen. Mit dem Kranich am Heck fliegen derzeit acht der zweistöckigen Großraumjets, zwei weitere sollen in diesem Jahr dazu kommen, wie Sprecher Michael Lamberty sagte. Der älteste Lufthansa-A380, die "Frankfurt", habe derzeit rund 900 Flüge hinter sich, so dass der Spielraum bis zur Prüfung recht groß sei. Die eventuell betroffenen Teile befinden sich in den Tragflächen. Sie seien zwar leicht austauschbar, aber die vorbereitenden Arbeiten an den Flügeln, in denen die Kerosintanks untergebracht sind, dauerten mindestens einen Tag.

Dutzende Haarrisse im Qantas-Jet

Die Schäden in dem Jet der australischen Fluggesellschaft Qantas haben die Sicherheit der Passagiere nach Angaben der Gesellschaft vom Mittwoch nicht gefährdet. Sie glichen nicht jenen Schäden, die Airbus selbst im vergangenen Monat an den Flügeln zweier Maschinen entdeckt hatte.

Mitarbeiter von Qantas hatten die etwa zwei Zentimeter langen Haarrisse in den Verbindungsstücken zwischen den Spanten der Flügel und der Außenhaut entdeckt, nachdem die Maschine beim Flug von London nach Singapur in heftige Turbulenzen geraten war. Die Schäden seien jedoch nicht durch die Turbulenzen entstanden, sondern gingen auf ein Produktionsproblem beim Hersteller Airbus zurück, teilte die Fluggesellschaft mit. Innerhalb einer Woche solle das stillgelegte Flugzeug wieder starten können, hieß es bei Qantas.

(EASA-Direktive: http://ad.easa.europa.eu/ )

dapd

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