Gesundheit : Verdacht auf Schweinegrippe in Meschede und Recklinghausen
Berlin. In Deutschland gibt es neue Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Bei den Betroffenen handle es sich um Mexiko-Rückkehrer. Ein Mann stamme aus dem sauerländischen Meschede und ein Paar aus Recklinghausen. Bisher gab es in Deutschland in allen Verdachtsfällen Entwarnung.
In Deutschland gibt es neue Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Dies gaben das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag in Berlin bekannt.
Einer der bundesweit neuen Verdachtsfälle auf Schweinegrippe ist aus Nordrhein-Westfalen gemeldet worden sein. Ein Reiserückkehrer aus Mexiko müsse nach den vom Robert-Koch-Institut vorgegebenen Kriterien als Verdachtsfall von Influenza AH1N1 (Schweine-Grippe) eingestuft werden, teilte der Hochsauerlandkreis am Dienstag in Meschede mit. Der Mann sei während eines Mexikoaufenthaltes mit den typischen Symptomen erkrankt und habe später in Deutschland einen Arzt aufgesucht.
«Es bestand keine Notwendigkeit einer Behandlung. Da aber die formalen Kriterien erfüllt waren, wurde der Fall an die Landesbehörden weiter gemeldet», teilte der Kreis weiter mit. Sicherheitshalber seien Laboruntersuchungen eingeleitet worden.
Eigentlich müsse man aber von einem «halben Verdachtsfall» sprechen, sagte ein Behördensprecher. Es habe keine Notwendigkeit zu einer Behandlung bestanden. Der Mexiko-Reisende sei auch nicht in Quarantäne, sondern befinde sich zu Hause.
Wie die WAZ berichtet, gibt es auch in Recklinghausen ein Paar mit Verdacht auf Schweinegrippe. Ein Schnelltest habe aber mittlerweile ergeben, dass es sich offenbar nicht um die mexikanische Schweinegrippe handelte, sagte ein Sprecher des Kreises Recklinghausen. Abschließende Testergebnisse werden bis Donnerstag erwartet.
Ergebnisse am späten Nachmittag
Zuvor hatte das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass es zwei Verdachtsfälle auf Schweinegrippe in Bayern gibt. Die Reisedaten und Aufenthaltsorte der beiden Personen seien unterschiedlich gewesen. Die Untersuchungen laufen demnach noch, mit Ergebnissen sei am späten Nachmittag zu rechnen.
Widersprüchliche Nachrichtenlage
Am Mittag hatten die Nachrichtenagenturen gemeldet, dass alle drei neu betroffenen Menschen aus Süddeutschland stammen. Alle seien zuvor in Mexiko geworden.
Im Laufe des Tages hatte das bayerische Gesundheitsministerium dann mitgeteilt, dass es nur zwei Verdachtsfälle auf Schweinegrippe in Bayern gebe. Die Reisedaten und Aufenthaltsorte der beiden Personen seien unterschiedlich gewesen. Die Untersuchungen laufen demnach noch, mit Ergebnissen sei am späten Nachmittag zu rechnen.
Bei einem Verdachtsfall auf Schweinegrippe haben die Behörden jedoch vorerst Entwarnung gewesen. Ein Schnelltest bei dem Mann aus dem Raum Donauwörth sei negativ ausgefallen, wie ein Sprecher des Landratsamtes Donau-Ries sagte. Der Verdacht habe sich nicht erhärtet. Eine Prüfung im Landesuntersuchungsamt Oberschleißheim solle nun hundertprozentige Gewissheit bringen.
Zuvor Entwarnung in Mainz und Bielefeld
Erste Verdachtsfälle auf Schweinegrippe in Deutschland hatten sich zuvor nicht bestätigt. Nach einem Geschwisterpaar in Bielefeld konnte auch bei einer Frau in Mainz eine Infektion mit der Mexiko-Grippe mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag, ein erster Influenza-Schnelltest sei negativ ausgefallen. Die Frau sei in der vergangenen Woche aus Mexiko zurückgekehrt und ins Uniklinikum gekommen, da sie sich unwohl gefühlt habe.
Nach Angaben des Mainzer Uniklinikums war die Frau zunächst isoliert worden. Zudem trafen die Ärzte alle hygienischen Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten. Letzte Gewissheit soll noch ein weiterer molekularbiologischer Test bringen, dessen Ergebnis am Vormittag noch nicht vorlag.
Entwarnung gab es auch bei Schweinegrippe-Verdachtsfällen in Bielefeld. Ein Schnelltest bei einem auf einer Isolierstation im Klinikum Bielefeld behandelten Geschwisterpaar hatte den zunächst aufgekommenen Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus am Montag weitgehend ausgeräumt. Nach Angaben der Stadt Bielefeld bereiste das Geschwister-Paar Mexiko und wurde im Laufe des Montags mit Erkältungssymptomen in das städtische Klinikum eingeliefert.
Bis zur endgültigen Klärung sollten die beiden Patienten aber noch in der Klinik bleiben. Ergebnisse wurden der Stadtverwaltung zufolge für Dienstagnachmittag erwartet. Ein dritter zunächst in Medienberichten genannter Verdachtsfall wurde seitens der Stadt dementiert.
Erste Schweinegrippe-Fälle in Israel und Neuseeland bestätigt
Die Schweinegrippe hat nun auch den Nahen Osten und Neuseeland erreicht. Ein kürzlich aus Mexiko zurückgekehrter Mann wurde in Israel positiv auf den gefährlichen Erreger vom Typ A/H1N1 getestet, wie das Armeeradio am Dienstag berichtete. In Neuseeland sind mindestens drei Menschen an der Schweinegrippe erkrankt, wie Gesundheitsminister Tony Ryall mitteilte. Sieben weitere Grippekranke hätten sich höchstwahrscheinlich ebenfalls mit dem Virus infiziert. Die neun Schüler und ein Lehrer waren am Samstag von einer Mexiko-Reise nach Neuseeland zurückgekehrt. Die Patienten würden mit dem Grippemittel Tamiflu behandelt und stünden in ihren Wohnungen unter Quarantäne.
In Australien stieg die Zahl der Schweinegrippe-Verdachtsfälle auf 70. Gesundheitsministerin Nicola Roxon sagte, es sei «mindestens möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich», dass in den kommenden Tagen Infektionen mit dem gefährlichen Erreger nachgewiesen würden. Das Außenministerium in Canberra warnte vor Reisen nach Mexiko.
Zweiter Fall von Schweinegrippe in Spanien bestätigt
In Spanien hat sich ein zweiter Verdachtsfall auf Schweinegrippe bestätigt. Ein Patient in einem Krankenhaus in Valencia wurde positiv auf das Virus getestet, wie Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez am Dienstag mitteilte. Der Zustand des Betroffenen sei aber nicht ernst. Den Angaben zufolge stand der Patient schon seit Montag mit 25 weiteren potenziell Erkrankten unter Beobachtung. Sie alle waren erst kürzlich von einer Reise aus Mexiko zurückgekehrt. Der erste Krankheitsfall in Spanien wurde am Montag bestätigt. Es war zugleich der erste Schweinegrippefall in Europa. (ap/afp/ddp)
- Experten wollen Begriff "Schweinegrippe" aus dem Wortschatz streichen
- Schweinegrippe-Virus tritt in Zug aus
- Notfall-Pläne für ganz Europa
- Hintergrund: Wie aus der Grippewelle eine Pandemie wird
- Fotostrecke: Grippewelle in Mexiko




































