Vorsorge: Schweinegrippen-Impfung im Selbstversuch
Redakteurin Kerstin Eigendorf macht den Selbstversuch und lässt sich gegen die Schweinegrippe impfen.
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Alle reden über die Schweinegrippe-Impfung. Soll ich mich impfen lassen? Sind die Nebenwirkungen riskanter als die Erkrankung? Fragen über Fragen. Die Lösung: Die Redakteurin schlüpft selbst in die Rolle des Versuchskaninchens und lässt sich in einer Praxis im sauerländischen Brilon impfen.
Per Telefon informiert
Wann der Impfstoff kommen würde, wusste Internistin Ursula Weber-Werringhen vor ein paar Wochen selbst noch nicht. Patienten, die sich impfen lassen wollten, mussten ihre Telefonnummer hinterlassen und wurden vergangene Woche zurückgerufen. „Ab der zweiten Novemberwoche impfen wir“, sagte die Arzthelferin am Telefon.
In Zehnergruppen werden die Patienten in diesen Tagen in der Briloner Praxis geimpft. "Eine Charge des Impfstoffs wird immer auf zehn Personen verteilt", sagt die Ärztin. Gegen Mittag trudeln die ersten Impf-Patienten ein. Jeder muss den langen Informationszettel durchlesen: Nebenwirkungen, Sinn der Impfung, Wirkung… So genau will man gar nicht hingucken bei der Palette an Nebenwirkungen. Kopfschmerzen, Fieber, Juckreiz, Schwindel, Erbrechen. Alles kann vorkommen, muss aber natürlich nicht.
"Die machen einen überall voll verrückt", sagt ein Patient. "Können die sich ganz oben nicht mal entscheiden, ob diese Impfung nun richtig und wichtig ist oder eben doch nicht." Er sei schließlich ein Laie und könne das nicht umfassend beurteilen.
Allergien oder schwanger?
Dann noch die Einverständniserklärung unterschreiben, ankreuzen, ob man Allergien hat oder schwanger ist, und schon geht die Impfung los. Alle Impf-Patienten warten in einer langen Reihe vor dem Labor. „Bei anderen Impfungen müssen Patienten keine Einverständniserklärung ausfüllen, bei dieser schon“, sagt Ursula Weber-Werringhen. Warum genau das so sei, frage sie sich auch immer wieder. Ihre Vermutung: Es brauchte eine offizielle Absicherung, nachdem das Thema so hochgespielt worden sei.
Dann wird die Spritze aufgezogen und los geht’s. Einer nach dem anderen wird geimpft. Die nächste Dosis hat die Ärztin bereits bestellt. „Ich hoffe, dass wir die auch rechtzeitig bekommen.“ Immer wieder sei schließlich von Lieferengpässen die Rede.
Pflaster und Müdigkeit
Auch die Reporterin kommt an die Reihe. Nicht ohne die Diskussionen im Umfeld im Hinterkopf zu haben. „Das würde ich nicht machen, da ist man doch das Versuchskaninchen“, war zu hören. "Die geben den normalen Menschen doch einen schlechteren Impfstoff als den Politikern in Berlin." Fachleute überall!
Doch die Sicherheit, gegen das Virus geimpft zu sein, scheint wichtiger als die Angst vor den Nebenwirkungen. Ein Piks und schon ist es vorbei. Ein roter Arm, ein Pflaster und ein wenig Müdigkeit – das ist alles, was ein paar Stunden nach der Impfung im und am Körper der Reporterin übrig bleibt.































