Wetter : Am Wochenende wird es weiß und glatt - Ruhr2010 zittert

Essen. Deutschland fröstelt und schlottert, und ein Ende der Eiszeit ist nicht im Sicht. Am Düsseldorfer Flughafen sind alle 160 Männer im Winterdienst einsatzbereit. Zur Eröffnungsfeier der Kulturhauptstadt unter freiem Himmel droht ein Blizzard. Fritz Pleitgen: „Im äußersten Notfall verschieben”.
Spätestens am Samstag droht neuer Schnee, nicht sanft rieselnd, sondern stürmisch und heftig in Windböen. So düster ist das Szenario, dass Fritz Pleitgen, der Geschäftsführer der Ruhr 2010, am Mittwoch erstmals laut nachdachte über eine Verschiebung der feierlichen Eröffnung des Kulturhauptstadt-Jahres von Samstag auf Sonntag. „Das wäre der Plan X für den äußersten Notfall, wenn wirklich der Blizzard des Jahrhunderts droht”, so Pleitgen zur WAZ-Gruppe.
Draußen feiern auf der Essener Zeche Zollverein bei gefühlten minus zwölf Grad, da bedarf es tatsächlich heißer Herzen. Tief „Daisy”, das vom Mittelmeer Richtung Norden zieht, bringt Frost und Schnee. Allein am Samstag sollen in NRW 15 bis 20 Zentimeter fallen. „Der Tag wird relativ kritisch, es könnte sogar auf ein Unwetter hinauslaufen”, sagt Cornelia Urban vom Deuschen Wetterdienst in Essen.
Streusalz-Mangel
Längst hat die Schneedecke der vergangenen Tage dafür gesorgt, dass vielen Städten das Streusalz ausgeht. In Duisburg etwa können ab sofort nur noch die Hauptstraßen und Kreuzungen gestreut werden. Die Duisburger Wirtschaftsbetriebe erwägen deshalb, ihren Lieferanten auf Schadensersatz zu verklagen.
Und was die einen verzweifeln lässt, ist den anderen purer Genuss. Im Winter-Wunderland Deutschland sind die Schlitten vielerorts ausverkauft, ebenso wie Mützen, Schals und Handschuhe. Und wer jetzt noch keinen Schneeschieber hat, wird nur noch mit Mühe einen bekommen.
Schön weiß und schön glatt
Noch mehr Schnee und noch mehr Frost, darauf ist auch der Landesbetrieb Straßen NRW vorbereitet, der Autobahnen, Bundes- und Landstraßen betreut. Seine 2100 Straßenwärter rechnen mit ihrem Einsatz spätestens ab Freitag. In zwei Schichten von jeweils zwölf Stunden wollen sie es erneut mit Wind und Wetter aufnehmen. „Unsere Salzlager sind gut gefüllt. Von den 120 000 Tonnen, die wir jährlich bestellen, liegen noch 50 000 bereit. Damit kommen wir, selbst wenn es richtig harte Wintertage geben sollte, noch fünf Tage hin”, erklärt Bernd Löchter, Sprecher von Straßen NRW.
Garantien dafür, dass was geht, vielmehr dass etwas fliegt, mag auch der Sprecher des Düsseldorfer Flughafens für das Wochenende nicht abgeben. Nach den Erfahrungen der Vorweihnachtszeit, als der Flughafen wegen des Schneefalls gesperrt war, sei der Winterdienst „in höchster Einsatzbereitschaft”. Doch es bleibt letztendlich bei jenen 160 Leuten und 20 Spezialfahrzeugen, die auch vor knapp zwei Wochen im Einsatz waren.
Winterwunderland. Schön weiß, aber auch ganz schön glatt. Zum Schulanfang empfiehlt die Polizei allen, die aufs Rad steigen, lieber mit Helm als mit warmer Mütze zu fahren. Sicher ist sicher.



















